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Arbeitsrecht – Was muss in den Vertrag

Unterschreibung eines Arbeitsvertrags - Arbeitsvertrag
verfasst von Afra

Das Vorstellungsgespräch lief erfolgreich und du bekommst einen Vertrag zugesendet. Diesen solltest du vor dem Unterschreiben sehr genau durchlesen. Damit du weißt worauf es ankommt, werden dir in diesem Beitrag die Mindestbestandteile eines Arbeitsvertrags vorgestellt.

Der Arbeitsvertrag

Unterschreibung eines Arbeitsvertrags

©unsplash ©helloquence

Der Arbeitsvertrag ist eine besondere Form des Dienstvertrags (§611 BGB). Der Vertragsschluss setzt immer ein Angebot und eine Annahme voraus. Der Arbeitsvertrag kann im Rahmen der geltenden Gesetze und höherrangigen Regelungen frei zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gestaltet werden (§ 105 Gewerbeordnung). Dabei gilt immer das Rangprinzip, sodass ranghöhere Verordnungen eine vorrangige Gültigkeit besitzen. Vor dem Arbeitsvertrag stehen beispielsweise die Grundgesetze, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen.

Unterschieden wird bei Arbeitsverträgen zwischen unbefristeten und befristeten Verträgen. Befristete Verträge sind solche, welche auf einen gewissen Zeitraum begrenzt sind und im Anschluss automatisch enden. Unbefristet bedeutet einen Arbeitsvertrag ohne ein vorher festgelegtes Ablaufdatum.
Ist ein Arbeitsvertrag befristet, darf er über einen Zeitraum von 2 Jahren bestehen und zudem höchstens dreimal verlängert werden.

Der Vertragsschluss ist auf folgende Arten möglich und gültig:

  • mündlich,
  • schriftlich oder
  • sogar nur durch schlüssiges Verhalten.

Eine Befristungsabrede muss hingegen schriftlich erfolgen, um wirksam zu sein (§14 Abs. 4 TzBfG).

Die Vertragsinhalte sind frei verhandelbar.

Mindestbedingungen für den Arbeitsvertrag sind nach §2, NachwG:Paragraph

1. Arbeitsvertragsparteien

(Name & Anschrift)
Die beiden Parteien, zwischen denen der Vertrag zustande kommt, müssen beide namentlich und mit Anschrift im Vertrag aufgeführt werden.

2. Beginn

Zudem muss ein Datum festgelegt werden, ab welchem der Vertrag in Kraft tritt.

3. Arbeitsort

Der Standort, an welchem der Arbeitnehmer eingesetzt wird, ist entscheidend und gehört unbedingt in den Vertrag. Dies kann vor allem bei Unternehmen mit mehreren Standorten relevant sein.

4. Kurze Beschreibung der Tätigkeit

Diese sollte eine kurze Aufgabenbeschreibung beinhalten und Tätigkeitsbereiche des Arbeitnehmers deutlich machen.

5. Höhe des Entgelts

Unter diesem Posten ist die gesamte Vergütung gemeint. Sowohl das tatsächliche Grundgehalt als auch mögliche Zuschläge und Sondervergütungen.

6. Arbeitszeit

Die Arbeitszeit wird meist in festen Wochen- oder Monatsstunden angegeben, sofern dies möglich ist. Zudem darf die tägliche Arbeitszeit nur in Ausnahmefällen 8 Stunden überschreiten.

7. Erholungsurlaubsdauer

Der Urlaubsanspruch eines Arbeitnehmers muss ebenfalls aus dem Arbeitsvertrag zu entnehmen sein.

8. Kündigungsfrist

Die Frist ist für beide Parteien festgelegt, gilt also wechselseitig. Sie schützt sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer.

Die aufgeführten Punkte sind die Mindestbestandteile eines Arbeitsvertrags. Alles darüber hinaus ist frei zwischen den Parteien verhandelbar unter Einhaltung der Gesetzeslage.

Über den Autor

Afra

Afra ist seit geraumer Zeit im Online-Marketing der webschmiede GmbH tätig. Ihr Erfahrungsschatz in verschiedenen Bereichen von Unternehmen und Ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften helfen ihr bei der Einschätzung von Fragen zu Karriere und Bewerbung.

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