Ausbildung Studium

BAföG-Rückzahlung I – Allgemeine Infos

Geldschein: BAföG bezahlen
verfasst von Afra
Geldscheine

© leroy131 – Fotolia.com

BAföG bezahlen – wie geht das?! Viele Studenten und Schüler werden während der Ausbildung vom Staat finanziell unterstützt. Dazu müssen sie vor Beginn ihrer Ausbildung einen Antrag stellen. Doch nicht das ganze Geld wird einem geschenkt und so müssen Studierende fünf Jahre nach Abschluss des Studiums die Hälfte der Leistungen zurückerstatten. Dazu haben sie zwei Möglichkeiten: Tilgung in Raten oder vorzeitige Rückzahlung des gesamten Betrags beziehunsweise den Großteil der Summe. Für Schüler gelten hierzulande andere Regeln. In diesem Artikel erhältst du allgemeine Informationen zur Rückzahlung des BAföGs.

Schüler-BAföG bezahlen

Das Schüler-BAföG wird als Vollzuschuss geleistet (gemäß § Abs. 1 BAföG). Das bedeutet, dass Lehrlinge, im Gegensatz zu Studenten, nicht zu einer Rückzahlung verpflichtet sind.

Im Falle der Studierenden an Hochschulen, Höheren Fachschulen und Akademien

1. Wann muss man BAföG zurückzahlen?

Die Förderungshöchstdauer richtet sich bei Studiengängen generell nach der Regelstudienzeit. Du erhältst etwa viereinhalb Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer vom Bundesverwaltungsamt einen Bescheid (Darlehenserfassungsbescheid), in dem dich das Amt auf die bestehenden Darlehensteilerlassmöglichkeiten hinweist. Unter anderem gewährt der Staat einen Nachlass auf die Schulden, wenn man diese vorzeitig tilgen möchte. Hier erfährst du, was es mit diesen Teilerlassmöglichkeiten genau auf sich hat. Daraufhin erhältst du einen Rückzahlungsbescheid, aus dem du entnehmen kannst, welche Darlehenssumme in welchen Raten und zu welchen Termin du zu zahlen hast. In diesem Bescheid wirst du somit auch darüber informiert, wann die erste Rückzahlungsrate fällig ist. In den meisten Fällen erfolgt die erste Zahlung ein halbes Jahr nach Erhalt dieses Bescheids. Du kannst also davon ausgehen, dass die Tilgung der Schulden 5 Jahre nach der Förderungshöchstdauer beginnt.

2. Wie hoch ist die Rückzahlungsrate und wie verläuft die Zahlung?

Zurzeit beträgt die monatliche Rückzahlungsrate 105 Euro. Die Zahlung erfolgt in vierteljährigen Raten, d.h. man bezahlt am Ende eines Quartals 315 Euro für die letzten drei Monate. Dies geschieht alles per Lastschrift.

3. Wohin geht das Geld?

Für die Einziehung der Staatsdarlehen ist als Zentrale das Bundesverwaltungsamt zuständig.

Ganz wichtig: Damit der ganze Prozess ohne Probleme verläuft, musst du dem Bundesverwaltungsamt unbedingt mitteilen, wenn sich deine Anschrift oder dein Familienname ändert. Wenn das Amt nämlich ermitteln muss oder es gar nicht ausfindig machen kann, wie deine aktuelle Adresse lautet, dann kann das teuer werden. Im ersten Fall werden dir hierfür pauschal 25 Euro in Rechnung gestellt und im letzteren Fall wird die Höhe des Darlehens wegen Zahlungsverzugs erhöht. Du kannst die Änderung deiner Anschrift online auf der Internetseite des Bundesverwaltungsamtes durchgeben.

4. Zahlungsverzug

Wenn man eine Rate nicht rechtzeitig bezahlt und somit in Zahlungsverzug gerät (dieser dauert länger als 45 Tage an), dann kann das teuer ausgehen. Denn in diesem Fall bezahlt man zusätzlich 6% Zinsen auf die gesamte Restschuld des Darlehens. Wenn einem genau dasselbe nochmal passiert und man wieder in Verzug kommt, dann kommen neue Zinsen dazu.

Hier ein Beispiel:
Nach 4 ½ Jahren erhältst du den Rückzahlungsbescheid. Hieraus kannst du entnehmen, dass du während deiner Studienzeit insgesamt 9.000 Euro BAföG bekommen hast und somit 4.500 Euro zurückzahlen musst. Die monatliche Zahlungsrate beträgt 105 Euro. Wenn dann jedes Quartal 315 Euro von deinem Konto abgebucht werden, bist du nach ungefähr nach 3,5 Jahren die Schulden los. Wenn es jedoch bei der ersten Zahlung Probleme gibt und du somit in Zahlungsverzug gerätst, dann werden aus 4.500 Euro ganz schnell 4.770 Euro.

Ganz wichtig: Sorge dafür, dass auf deinem Konto immer genug Geld ist, damit die Lastschriftzahlung reibungslos verläuft.

5. Wie lange zahlt man das Darlehen ab?

Die Dauer der BAföG-Rückzahlung hängt natürlich von der Höhe der Schulden ab. Man zahlt das Darlehen maximal 20 Jahre ab. Hat man jedoch ein zu geringes Einkommen, so kann man sich von der Rückzahlung freistellen lassen und die Frist wird verlängert. Die Aussetzung der Zahlung kann maximal um 10 Jahre verlängert werden.

6. Rückzahlungsbegrenzung

Wenn deine Förderung nach dem 28.02.2001 begonnen hat und du eine hohe Summe zurückzahlen musst, dann darfst du dich freuen, denn du musst nicht mehr als 10.000 Euro zurückerstatten. Folgendes musst du allerdings beachten: wenn du einen Teilerlass von der Darlehensschuld beantragst, dann richtet sich dieser auf die gesamte Darlehensschuld und nicht auf die 10.000 Euro. Und wenn danach der Betrag immer noch die 10.000 Euro – Grenze überschreit, dann trifft die Begrenzung ein.

Wie zahlt man BAföG am besten zurück – in Raten oder doch alles auf einen Schlag? Das erfährst du im nächsten Beitrag.

 

BAföG – weitere Beiträge, die dich interessieren könnten: Kleines BAföG-Einmaleins ; Studenten-BAföG – Das Warten ohne Ende ; BAföG-Rückzahlung I – allgemeine Infos ; BAföG-Rückzahlung II – Wie zahlt man BAföG am besten zurück? ; BAföG-Rückzahlung III – Teilerlassmöglichkeiten

Über den Autor

Afra

Afra ist seit geraumer Zeit im Online-Marketing der webschmiede GmbH tätig. Ihr Erfahrungsschatz in verschiedenen Bereichen von Unternehmen und Ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften helfen ihr bei der Einschätzung von Fragen zu Karriere und Bewerbung.

2 Kommentare

  • Ein sehr informativer Artikel mit ganz wichtigen Tipps, die man unbedingt beachten sollte, damit es später nicht zu Problemen kommt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dies dem ein oder anderen eine sehr große Hilfe sein wird.

  • Ein sehr informativer Artikel mit ganz wichtigen Tipps, die man unbedingt beachten sollte, damit es später nicht zu Problemen kommt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dies dem ein oder anderen eine sehr große Hilfe sein wird..

Hinterlasse einen Kommentar

*