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Schutz vor Berufsunfähigkeit

verfasst von Naomi

Eines steht fest: Berufsunfähigkeit kann wirklich jeden treffen – egal, ob Handwerker oder Manager. Im schlimmsten Fall kann ein Erwerbstätiger, der unfähig wird, seinen eigenen Beruf auszuüben, sich (und seine Familie) nicht mehr ernähren.

Zusätzlich können dann, je nach Grund für die Berufsunfähigkeit, noch immense Arztkosten anfallen. Gerade junge und gesunde Menschen machen häufig den Fehler, zu denken, ihnen würde so etwas nicht passieren.

Dabei ist in Deutschland jeder Vierte im Laufe seines Lebens von Berufsunfähigkeit betroffen!

Was genau ist Berufsunfähigkeit und welche Ursachen gibt es?

Berufsunfähigkeit = die dauerhafte krankheits-, unfall- oder invaliditätsbedingte Unfähigkeit einer Person, ihren (letzten/aktuellen) Beruf auszuüben.

Es gibt auch eine Teilweise Berufsunfähigkeit, bei welcher im Einzelfall entschieden wird, zu welchem Anteil ein Erwerbstätiger seinen Beruf noch ausüben kann bzw. eben nicht mehr ausüben kann.

Erwerbsunfähigkeit = die dauerhafte krankheits-, unfall- oder invaliditätsbedingte Unfähigkeit einer Person, egal welchen Beruf auszuüben.

Ursachen für Berufsunfähigkeit

Prozentuale Verteilung der Ursachen für Berufsunfähigkeit

Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um eine Depression. Häufig sind auch Angststörungen und Erschöpfungssyndrome (z.B. „Burnout“) verantwortlich für einen krankheitsbedingten Ausfall.

Dies ist auch die hauptsächliche Ursache, warum jeder berufsunfähig werden kann. Zwar sind beispielsweise Handwerker Risikogruppen für Unfälle oder Schädigungen am Bewegungsapparat, aber dennoch tritt eine Berufsunfähigkeit häufiger durch psychische Erkrankungen auf.

Des Weiteren muss bedacht werden, dass zu Erkrankungen des Bewegungsapparats auch Rückenschädigungen zählen. Diese kommen sehr häufig bei Erwerbstätigen vor, die im Büro arbeiten und eigentlich keine Risikogruppe darstellen.

Wie kann man sich vor Berufsunfähigkeit schützen?

Um in dem gar nicht so unwahrscheinlichen Fall einer Berufsunfähigkeit gut abgesichert zu sein, empfiehlt es sich, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen. Hierbei gibt es jedoch einige Dinge zu beachten!

Was bringt eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wenn man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, erhält man von der Versicherung bei eintretender Berufsunfähigkeit eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente. Die Höhe dieser hängt von der im Versicherungsvertrag vereinbarten Summe ab.

Beispiel: ein Verkäufer erkrankt an einer mittelschweren Depression und erhält von seinem behandelnden Arzt eine Bescheinigung:

  • Der Verkäufer kann maximal 2-3 Stunden pro Tag arbeiten (also weniger als 50% der normalen Arbeit in Vollzeit), da sich sein Zustand ansonsten verschlechtern würde.
  • Zudem schätzt der Arzt, dass dieser Zustand mindestens 6 Monate anhalten wird.

Falls der Verkäufer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, kann er sich glücklich schätzen. Nun hat er einen Anspruch auf die monatliche Berufsunfähigkeitsrente, die mit der Versicherungsgesellschaft vereinbart ist.

Bei dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird man in eine von insgesamt sechs Berufsrisikogruppen eingeteilt. Von diesen Risikogruppen hängt die Höhe des zu zahlenden Versicherungsbeitrages maßgeblich ab.

Insbesondere die Berufsgruppen fünf und sechs würden einen relativ hohen Beitrag zahlen, da deren Risiko berufsunfähig zu werden stark erhöht ist. Die sechs Risikogruppen können der folgenden Tabelle entnommen werden:

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll, wenn man bereits Vorerkrankungen hat?

Definitiv! Gerade weil dann die Wahrscheinlichkeit berufsunfähig zu werden erhöht ist. Aber Vorsicht: wenn man bspw. bereits einen Bandscheibenvorfall hatte, würde das die Berufsunfähigkeitsversicherung in irgendeiner Weise einschränken oder verteuern.

Die Versicherung kann in solch einem Fall einfach den Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung ablehnen. Des Weiteren kann die Versicherung den kompletten Rücken aus der Berufsunfähigkeitsversicherung ausschließen. Somit wäre man dann bei einem Ausfall aufgrund von Rückenproblemen trotz abgeschlossener Berufsunfähigkeitsversicherung nicht versichert. Oder die Versicherung verlangt einen Risikozuschlag, wodurch sich der Beitrag erhöht.

Hat man eine Vorerkrankung, die psychischer Natur ist oder den Bewegungsapparat beeinträchtigt, hat man entweder sehr schlechte Chancen, überhaupt eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen, oder die monatlichen Beiträge sind so hoch, dass sich die ganze Versicherung nicht rentiert.

Unser Tipp #1: Mache bei unterschiedlichen Versicherungsanbietern eine Risikovoranfrage und vergleiche dann die Konditionen.

Unser Tipp #2: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte möglichst früh abgeschlossen werden. Hat man bereits das eine oder andere Leiden, steht mitten im Berufsleben und ist mittleren Alters, sind die Tarife sehr teuer.

Lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten?

Ja! Das ist genau das Argument unseres Tipps #2. Je jünger und gesünder man ist, desto günstiger ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Zudem steigen die Beiträge nicht im Alter, deshalb ist der Abschluss der Versicherung in einem möglichst jungen Alter die beste Wahl.

Gibt es auch Alternativen zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung?
Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU)

Diese ist vor allem sinnvoll, wenn man aufgrund von Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt. Diese Versicherung zahlt ebenfalls eine monatliche Rente (die Erwerbsunfähigkeitsrente oder die Erwerbsminderungsrente) und zwar, wenn man GAR KEINEN Beruf mehr ausüben kann. Auch hier gilt: je jünger man bei Abschluss der Versicherung ist, desto niedriger sind die Versicherungsbeiträge.

Grundfähigkeitsversicherung (GF)

Diese zahlt, wenn man grundlegende Körperfunktionen, wie Laufen, Greifen oder Sehen verliert. Die Grundfähigkeitsversicherung ist besonders interessant für Menschen, die bei der Arbeit auf grundlegende körperliche Fähigkeiten angewiesen sind. Außerdem sind die Beiträge generell geringer als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Allerdings ist bei einer Grundfähigkeitsversicherung auch kein Schutz vor bspw. psychischen Erkrankungen gegeben.

Dread-Disease-Versicherung

Hierbei erhält der Versicherte einmalig eine zuvor mit der Versicherungsgesellschaft vereinbarte Summe, wenn er an einer schweren Krankheit wie z.B. Krebs leidet. Wichtig bei dieser Versicherung ist, darauf zu achten, welche Krankheiten in dem Versicherungsvertrag konkret mit abgedeckt sind. Eine Dread-Disease-Versicherung ist für Menschen interessant, die aufgrund von Vorerkrankungen weder eine Berufsunfähigeitsversicherung noch eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung erhalten.

Multi-Risk-Versicherung

Hier können Elemente diverser Versicherungen wie in einem Baukastenprinzip zusammengestellt werden. Die Elemente können aus der Grundfähigkeitsversicherung, aus der Pflegeversicherung und aus der Unfallversicherung kombiniert werden. Auch hier können die Versicherungsgesellschaften bei Vorerkrankungen Zuschläge verlangen.

Fazit

Versicherungen sind immer so eine Sache. Manche sind wirklich unabdingbar, auf andere kann man wiederum getrost verzichten. Zudem kann es sehr schwierig sein, Angebote unterschiedlicher Versicherungsgesellschaften zu vergleichen und einzuschätzen, welches das sinnvollste für einen selbst ist.

Hinzu kommt, dass die auf Provisionsbasis arbeitenden Versicherungsvertreter natürlich auch einfach ihren Vertragsabschluss machen möchten. Dabei gibt es so einige, die diesen Abschluss auf Kosten der Kunden machen und eine Versicherung verkaufen, die dem Kunden mehr Geld aus der Tasche zieht als Nutzen bringt.

Allerdings ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich wichtig und sinnvoll. Besonders wenn man diese als Student oder Azubi abschließt, denn selbst ein Arbeitsausfall von nur 6 Monaten kann erhebliche Auswirkungen haben.

Wir hoffen, wir konnten das Thema Berufsunfähigkeit für euch etwas transparenter und verständlicher machen. Zumindest solltet ihr euch jetzt Gedanken machen, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung Sinn macht oder nicht. In diesem Sinne wünschen wir euch einen unfall- und krankheitsfreien Arbeitsalltag! 😉

Über den Autor

Naomi

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