Praktikum

Willkommen im (Büro-) Dschungel!

Tiger
verfasst von Afra

Dein Büro – ein Dschungel an Charakteren! Während du im Privatleben selbst bestimmst, mit wem du deine Zeit verbringst, ist dies im Berufsalltag nicht möglich – du musst mit den Macken und Marotten der Kollegen leben. Wir verraten dir, welche gängigen Typen es gibt und wie du mit ihnen am besten umgehst.

Tiger

© Paula Borowska

Wer kennt es nicht? Ein neues Projekt steht an und ein Team aus verschiedenen Verantwortungsbereichen wird zusammengestellt. Die unterschiedlichsten Charaktere treffen aufeinander und sollen nun Perfektion liefern. Wie kannst du dich nun auf diese Herausforderung am besten einstellen?

Welche Bürotypen gibt es überhaupt?

Und was ist zu beachten?

Der Blender

Die richtige Kleidung im JobDer Blender sieht stets viel beschäftigt aus – kann selbst aber nichts. Arbeit wälzt er gekonnt mit Charme auf andere Mitarbeiter ab und gibt dazu „hilfreiche Kommentare und Tipps“. In der Chefetage funktionieren Blender hervorragend, da sie hier die Marke nach außen präsentieren. Als Angestellter oder im mittleren Management bremst er eher aus und versaut das gute Arbeitsklima.

Stiehl Blendern niemals die Show! Ist einer von ihnen dein Chef, applaudiere und lasse ihn im Glauben eine brillante Idee gemacht zu haben. Andernfalls ziehst du den Ärger auf dich und Rachefeldzüge nehmen ihren Lauf. Ist einer deiner Kollegen der Blender, lasse ihn auffliegen, indem du mit Können und guten Ideen glänzt.

Die Büro-Mama

Die Büro-Mama backt gerne Kuchen, meldet sich oft für freiwillige Aufgaben und merkt, wenn die junge Kollegin Liebeskummer hat. Kurzum: Sie ist der Dreh- und Angelpunkt allen sozialen Geschehens der Abteilung. Leider mangelt es diesen Personen an Anerkennung, sie sind in den meisten Fällen unterbezahlt und Kollegen und Chefs nutzen ihre Gutmütigkeit aus. Obwohl sie dies wissen, werden sie nicht kündigen – sie hängen zu sehr am Unternehmen und den Kollegen.

Der Umgang mit ihr ist leicht. Schenke Anerkennung! Die Büro-Mama freut sich, wenn man ihr hin und wieder einen Gefallen tut und sich einmal bedankt. Ansonsten gilt es, den Kuchen zu genießen!

Choleriker

© gratisography

Der Choleriker

Der Choleriker reagiert unkontrolliert und unberechenbar. Er wird gerne und oft laut und brüllt auch wegen Kleinigkeiten schnell rum. Es ist unmöglich festzumachen, was seine Ausraster auslöst – dafür kommt alles infrage.

Im Kontakt mit einem solchen Menschen solltest du Rückgrat zeigen und selbstbewusst Blickkontakt halten. Die Ruhe bewahren nimmt ihm die nötige Stärke. Der Versuch, einen Wutausbruch mit Argumenten zu mindern, ist zwecklos. Vertage das Gespräch gegebenenfalls, bis es auf einer sachlichen Ebene wieder möglich ist und nimm diese Laune bloß nicht persönlich. Er kann nicht anders.

Die Diva

Die Diva verhält sich egozentrisch und hochgradig sensibel. Sie ist schnell beleidigt und nachtragend. Oft hält sie sich für ein missachtetes Genie – und das nagt an ihrem Ego.

Im Umgang mit Diven gibt es einiges zu beachten: Sie vertragen absolut keine Kritik, auch wenn sie das von sich behaupten. Sei also behutsam im Umgang mit ihnen. Nicht selten haben Diven nützliche Talente und gute Ideen, schenke ihnen Gehör und Anerkennung. Das ist alles, wonach sie streben.

Der Karrierist

Businessmann

© macrovector_Fotolia

Der Karrierist ist stets auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Er will vorankommen um, wie der Name schon sagt, Karriere zu machen. Der Preis dafür spielt keine Rolle! Er liebt den Wettkampf und sieht in anderen Mitarbeitern entweder Konkurrenten oder Verlierer.

Den Kontakt mit solchen Kollegen solltest du weitestgehend vermeiden. Da du in seinen Augen entweder ein Konkurrent oder Verlierer darstellst, kann das nicht gut ausgehen. Versuche keine Wettkämpfe einzugehen. Ist der Karrierist dein Vorgesetzter, bleibt dir nichts anderes übrig, als alle seine Vorschläge mit einem „Ja“ zu bestätigen und ihm loyal zur Seite zu stehen. Andernfalls schaue dich nach einem neuen Job um.

Der Kumpel

Der Kumpel hat ein unkompliziert nettes und geselliges Wesen. Er ist hilfsbereit und sorgt auf sozialer Ebene für ein nettes Arbeitsklima. Leider ist das oftmals alles, was er zum Berufsalltag beiträgt. Er ist eher faul und ohne Ehrgeiz. Ärger versucht er zu vermeiden und trifft nur ungern Entscheidungen.

Der Kumpel ist unkompliziert und einfach – nimm ihn, wie er ist. Du solltest dir allerdings sicher sein, dass sich hinter der Kumpelfassade nicht ein Karrierist versteckt und dir so eine Falle stellt. Sollte der Kumpel dein Chef sein, wahre immer eine gewisse Distanz und zeige Respekt. Nutze seine Gutmütigkeit nicht aus, erfreue dich aber an den Freiräumen, die er dir gibt.

Die Klatschtante

Die Klatschtante ist nicht zwingend weiblich. Sie weiß jederzeit über alles und jeden Bescheid und teilt dieses Wissen nur zu gern mit anderen. Keine Banalität bleibt vom Informationsfluss verschont. Zweck des Ganzen ist es, Netzwerke zu knüpfen und stets up to date zu wirken.
Vorsicht: Die dankbaren Info-Abnehmer fungieren oftmals auch als Spitzel.

Sei vorsichtig mit Klatschtanten! Einerseits ist es informativ und nützlich schnell aktuelle Informationen zu erhalten. Andererseits dichten Klatschtanten oft etwas hinzu und sind nicht selten unehrlich. Privat solltest du dich von ihnen distanzieren und heikle Themen und Situationen im Büro besser vermeiden.

Der Schleimer

Der Schleimer verhält sich unterwürfig und bietet sich jedem an, der hierarchisch über ihm steht – er weiß, dass sein Überleben und Weiterkommen nicht von seinem (oft nicht vorhandenen) Können abhängt. Er vertraut darauf, von dem Wohlwollen seiner Vorgesetzten zu profitieren.

Schleimer, oder Chefkletten, sind generell zwar nicht gern gesehen und auch eher peinlich, dennoch können sie sich als extrem nützlich erweisen. Gerne übernehmen sie Tätigkeiten von denen sie glauben, den Chef damit zu erfreuen. Das kann die eigene Arbeit erheblich erleichtern. Es ist nur eine Frage der Darstellung!

Der Streber - kleiner Junge mit Hornbrille und Glühbirne

© Brian Jackson

Der Streber

Der Streber zählt zu den fleißigen Bienchen im Büro. Er arbeitet ununterbrochen, ist morgens der Erste im Büro und abends der Letzte, der geht. Pausen und Auszeiten sieht er als verschwendete Zeit, Partnerschaften und ein soziales Umfeld leider oftmals auch.

Streber sind im Allgemeinen sehr nützlich. Sie sind ein Vorbild im Bezug auf ihre Arbeitsmoral und oftmals kluge Köpfe. Jedoch sollten sie auf Dauer nicht unter Volldampf arbeiten und gelegentlich ausgebremst werden. Anderenfalls könnte Burn-out die Endstation sein. Schenke ihnen Aufmerksamkeit und menschliche Zuwendung.

Der Unsichtbare

Der Unsichtbare redet sehr leise und wirkt sehr unscheinbar. Er arbeitet genau, ist pflichtbewusst und höflich. Lernt man ihn näher kennen, überrascht er nicht selten mit einem außergewöhnlichem Privatleben. Von Extremsportler zum Gitarristen in einer Rock-Band kann hier alles vertreten sein.

Der Umgang mit dem Unsichtbaren ist generell eher unkompliziert. Schwierig wird es nur für Kollegen, die Ansprachen brauchen und nicht eigenständig arbeiten können. Hast du einen gemeinsamen Anhaltspunkt (z.B. gemeinsame Hobbies) gefunden, wird es leicht für dich, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Dies ist allerdings die einzige Chance, um das Eis zu brechen.

Die Zicke

Die Zicke ist eigensinnig, selbstverliebt und hochgradig launisch. Zu ihrem Spezialgebiet gehört das Lästern und sie ist stets auf der Suche nach Fehlern und Patzern von Kollegen. Kein Ausrutscher bleibt von ihr verschont, so reichen ihre Reaktionen von Augenrollen und Stirnrunzeln, über Weggucken und Abwinken hin zu Auslachen. Zicken haben ein relatives Selbstwertgefühl. Erst wenn andere schlechter wirken oder sich schlecht fühlen, geht es ihr besser.

Zicken brauchen Aufmerksamkeit und haben nur den Einfluss, den du ihnen selbst einräumst. Ignoriere sie und sie verlieren den Spaß an ihrem Verhalten.

© lassedesignen - Fotolia.com

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Der Zweifler

Der Zweifler vermeidet jede Form von Veränderung und Entscheidung, denn diese bedeuten für ihn Stress. Er hat Angst, dass etwas schief gehen könnte und wartet, bis Probleme sich von alleine lösen. Verbesserungsvorschläge werden auf Eis gelegt und Kreativität sowie Kritik konsequent übergangen. Seine Abneigung gegenüber Neuerungen verschleiert der Zweifler gekonnt mit Besonnenheit und Rückfragen.

Die Zweifel sind nicht durchgehend schlecht. Blinde Euphorie kann hinterfragt und Fehler können vermieden werden. Schmeichel ihm und bring den Zweifler in eine beratende Rolle. Wenn niemand Druck auf ihn ausübt, liefert er sogar fundierte Hilfe zur Entscheidungsfindung.

Und, wen davon findest du in deinem Arbeitsumfeld wieder?


Selbst habe ich die Erfahrung gemacht, dass nicht alle, der hier gelisteten Charaktere, vertreten sein müssen. Es gibt noch so viele mehr – diese sind nur die, die am meisten vorkommen. Von Büro zu Büro gibt es jedoch Unterschiede: Manchmal treten die Eigenschaften in Abwandlung oder sogar Kombination auf, in anderen Fällen sind sie erst gar nicht stark ausgeprägt.

In dem Büro, in dem ich momentan als Praktikantin beschäftigt bin, habe ich beispielsweise keines der oben genannten Extreme finden können. In vorherigen Praktika und Nebenjobs fühlte ich mich jedoch stark wie im Dschungel oder Irrenhaus. Ich persönlich denke, dass die Ausprägung der verschiedenen Typen im Büroalltag viel mit dem Alter des Unternehmens und der Unternehmenshierarchie zu tun hat. Je älter und festgefahrener das Unternehmen, desto stärker die Persönlichkeitsausprägungen. Dies hängt meiner Meinung nach aber auch damit zusammen, wie lange eine Person schon in dem Betrieb beschäftigt ist.

Eine weitere Beobachtung: Je flacher die Unternehmensstruktur, desto besser verteilen sich die Merkmale auf jeden Kollegen.

Über den Autor

Afra

Afra ist seit geraumer Zeit im Online-Marketing der webschmiede GmbH tätig. Ihr Erfahrungsschatz in verschiedenen Bereichen von Unternehmen und Ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften helfen ihr bei der Einschätzung von Fragen zu Karriere und Bewerbung.

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