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Die 5 Typen der Bibliotheksbesucher

Blick durch Bücherregal auf zwei Personen
verfasst von Afra

Der Poser

Bibliothekstyp

© lassedesignen – Fotolia.com

Woran man ihn erkennt:

Ständig in Bewegung, ganz gleich, ob kurz vor die Tür für eine Zigarette, zum Automaten oder Kopierer, der Poser braucht Aufmerksamkeit und die bekommt er oder sie nicht durch’s Rumsitzen.  Der Poser ist unter beiden Geschlechtern vertreten und nutzt die Gänge sowohl als Catwalk, als auch um nach potentiellen Flirtpartnern Ausschau zu halten. Falls der Poser dann doch einmal zur Ruhe kommt und sich an einem strategisch guten Platz niederlässt, sind diverse Standardbewegungen zu beobachten. Die Offensichtlichste ist das mit den Fingern durch die Haare fahren und sich räkeln. Das Lernequipment ist auf dem neusten und teuersten Stand der Technik, jedoch so minimalistisch, dass immer Zettel und Kuli geschnorrt werden müssen.

Wann er ankommt:

Irgendwann am frühen Mittag trudelt der Poser dann in der Bibliothek ein, da er vorher ja noch Zeit zum Joggen brauchte und um sich für seinen Auftritt her zu richten.

Was für Geräusche er macht:

Das einzige Geräusch, was man von ihm hört, ist ein stetiges Summen, welches von dem Vibrieren seines klingelnden neusten Handys kommt.

Wie er seine Pause verbringt:

Sein Pausenverhalten ist immer wetterabhängig. Bei schlechtem Wetter lässt er sich im Foyer nieder um auch ja gesehen zu werden. Scheint hingegen die Sonne, wird die Designer-Sonnenbrille ausgepackt und draußen gepost. Kaffee aus der Mensa ist ein No Go, wenn möglich stammt er aus einem teuren Café ein paar Straßen weiter.

Was er alles geschafft hat:

Am Ende des Tages hat er sowohl auf Facebook als auch auf dem Campus soziale Kontakte gepflegt und neue geknüpft. Im Anschluss daran geht´s in eine angesagte Bar oder zu einem Treffen mit einem der neu geknüpften Kontakte.

Der Binge-Lerner

Woran man ihn erkennt:

Normalerweise sieht man ihn nie in der Bibliothek und auch meist nur eher selten überhaupt auf dem Campus. Doch plötzlich ist er da und nach einer Woche wieder verschwunden. Wildes Hantieren mit etlichen Zetteln, Büchern und Ordnern ist sein Markenzeichen, sein Zeitraum: die Woche vor den Klausuren oder der Abgabe. Schnell muss die Hausarbeit fertig werden oder sich noch eben das nötige Wissen angeeignet werden, doch hierfür bleibt nicht viel Zeit. Nervosität ist an der Tagesordnung und vor Freunden wird sich schnell versteckt, da man sich Ablenkungen nicht leisten kann, schließlich ist die Zeit knapp. Auch Facebook wurde schnell noch in Kenntnis gesetzt, dass nun eine Woche das Privatleben nicht mehr existent ist, aber danach erst mal Party.

Wann er ankommt:

Sogar schon bevor die Bib ihre Pforten geöffnet hat, steht der Binge-Lerner ganz hibbelig davor und wartet, dass es endlich so weit ist.

Was für Geräusche er macht:

Panisches Geraschel und verzweifeltes Seufzen sind die Hauptgeräusche durch die er sich auszeichnet, oft kommt auch noch regelmäßiges Knacken mit den Fingerknöcheln oder dem Hals dazu.

Wie er seine Pause verbringt:

Pause? So etwas gibt es erst in einer Woche wieder.

Was er alles geschafft hat:

Wenn die Bib schließt, macht er sich schnellstens auf den Weg nach Hause, denn da wartet die Nachtschicht auf ihn. 24 Stunden sind einfach nicht genug für einen Tag.

 

Die Streberin

Woran man sie erkennt:

Immer am selben Platz sitzt sie, die Streberin, ganz außen am Fenster. Oft ist sie gar nicht zu sehen, da sie umgeben ist von hohen Bücherstapeln. Diese sind meist sehr bunt bestückt mit vielen Zettelchen, die offenbar ein System darstellen, das nur sie versteht. Ungesunde Haltung, ein Duft nach Papier und Laptoplüftung, ebenso wie ein recht farbloser Kleidergeschmack machen ihren Auftritt komplett.

Wann sie ankommt:

Sie erreicht die Bibliothek pünktlich zu Beginn der Öffnungszeiten.

Was für Geräusche sie macht:

Ganz leises, unauffälliges Geraschel, hin und wieder das Tippen an dem zwischen den Bücherbergen verborgenen Netbook und ein hin und wieder vorkommendes vorsichtiges Räuspern sind die typischen Geräusche der Streberin und auch die Basisgeräusche der Bibliothek.

Wie sie ihre Pause verbringt:

Ganz geregelt, jeden Tag zur selben Zeit, meist um 12 Uhr wir läutet die Streberin die Pause ein und macht sich wie jeden Tag auf den Weg in das selbe Café, wo sie schon allseits bekannt ist und ihr direkt ein Glas stilles Wasser und das aktuelle Mittagsmenü gereicht wird. Im Anschluss wird noch ein paar Minuten frische Luft geschnappt und auf dem Weg zurück zum Arbeitsplatz noch ein letzter Stopp bei der Toilette eingelegt, aber dann geht’s auch schon fleißig weiter.

Was sie alles geschafft hat:

Nach diversen durchgearbeiteten Wälzern und schon vorsorglich für den nächsten Tag recherchierten weiteren, vielen kopierten Materialien und unzähligen Notizen, sowohl digital, als auch auf Papier, macht sie sich als Letzte auf den Weg und fährt mit der U-Bahn nach Hause, da man dort ja weiter lernen kann. Zu Hause genehmigt sie sich noch ein Brot mit vegetarischem Streichkäse und einen Apfel. Nach einer Tasse Tee geht’s dann ins Bett um am nächsten Tag ausgeruht weiterzuarbeiten.

Das hat sie am Ende des Tages erledigt:

Fünf Forschungsbände durchgearbeitet, sich vier weitere notiert und ihren Standort recherchiert, fünf Aufsätze kopiert, zehn Seiten Notizen gemacht und etwa 7000 Zeichen ins Netbook getippt. Einen Bleistift abgebrochen.

Der Gewissensberuhiger

Woran man ihn erkennt:

Der Gewissensberuhiger fühlt sich in der Bibliothek wie zu Hause, umgeben von Getränkedosen und leeren Chipstüten sitzt er in der Bibliothek. Wenn die Prüfungen ins Haus stehen bekommt er langsam Gewissensbisse und sucht sich schnell einen Stapel Bücher raus, mit denen er sich an seinen Tisch verzieht. Dort werden dann fleißig Youtube-Videos geguckt und auf Facebook gesurft.

Wann er ankommt:

Geplant war der Lernbeginn morgens um 9, doch irgendwie hat das wohl nicht ganz geklappt. So gegen 16 Uhr erscheint er dann ganz gemütlich in der Bib und weiß gar nicht wo die restliche Zeit des Tages so schnell hin ist.

Was für Geräusche er macht:

Zwischendurch hört man mal lustiges Gedudel wenn er grad mal die Kopfhörer absetzt oder ein Lachen, da auf 9gag wieder ein lustiges Bild aufgetaucht ist, das er direkt bei Facebook posten muss.

Wie sie ihre Pause verbringt:

Nachdem ein weiterer Gewissensberuhiger zur Pause geläutet hat, wird ganz gemütlich die Cafeteria aufgesucht. Meist geschieht das genau zu dem Zeitpunkt, wenn er grad mit dem Lernen beginnen will. Aber eine kurze Pause geht ja, schließlich sitzt er ja schon knapp eine Stunde in der Bib. Ein Kaffee wäre also auch gar nicht schlecht, schließlich ist es ja schon spät. Nach großem Überlegen, was man ja alles noch erledigen muss, geht es dann zurück an den Platz in der Bib. Dort angekommen muss natürlich erst einmal gecheckt werden, was denn in der letzten halben Stunde so passiert ist.

Was er alles geschafft hat:

Wenn die Bib schließt macht er sich ruhigen Gewissens auf den Weg zurück in seine WG, wo noch ein bisschen mit dem Mitbewohner gequatscht wird. Auch wenn er nur fleißig seine Emails gecheckt und ein paar Bilder gepostet hat, hat er dennoch sein Gewissen beruhigt. Nachdem es dann doch mit dem Mitbewohner später wurde als geplant, merkt der Gewissensberuhiger, dass er den Text ja nicht wie geplant zu Hause durch gearbeitet hat. Aber naja, das ist ja nicht so schlimm, er kann ja morgen früher in die Uni gehen.

Das Bibliotheks-Pärchen

Woran man sie erkennt:

Egal wie viele Plätze in der Bib noch frei sind, sie teilen sich einen Arbeitsplatz und sitzen dicht gedrängt nebeneinander. Nicht nur der Platz wird geteilt, nein auch die Arbeitsmaterialien, wie Block, Stifte und Bücher. Fleißig sitzen sie dort und arbeiten, denn je schneller sie mit der Arbeit fertig sind, umso eher können sie wieder nach Hause gehen, wo es doch viel bequemer ist als so an einen Tisch gequetscht.

Wann sie ankommen:

Nicht zu früh, denn im Bett war es doch so gemütlich, aber auch nicht zu spät, denn man will ja früh wieder nach Hause gehen.

Was für Geräusche sie machen:

Hin und wieder hört man mal einen kleinen Seufzer um sich ein Küsschen oder ein paar Streicheleinheiten einzuheimsen, denn man ist ja schon so erschöpft. Doch mit ein bisschen Zuspruch schafft man alles.

Wie sie ihre Pause verbringen:

Eine Pause benötigen die beiden nicht, denn sie haben sich, das reicht ihnen vollkommen. Wenn doch mal der Hunger kommt, wird sich einfach schnell ein Schokoriegel geteilt.

Was sie alles geschafft haben:

Nachdem sie alles geschafft haben, was sie sich vorgenommen hatten, gehen sie zufrieden gemeinsam nach Hause, wo im Anschluss gemeinsam gekocht und dann gekuschelt wird.

 

Über den Autor

Afra

Afra ist seit geraumer Zeit im Online-Marketing der webschmiede GmbH tätig. Ihr Erfahrungsschatz in verschiedenen Bereichen von Unternehmen und Ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften helfen ihr bei der Einschätzung von Fragen zu Karriere und Bewerbung.

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