Beruf

Gehaltsverhandlung – DOs & DON’Ts und Alternativen

verfasst von Naomi

Du arbeitest schon einige Zeit engagiert und motiviert bei deinem Arbeitgeber und bist der Meinung, dass eine Gehaltserhöhung so langsam mal angebracht wäre? Dann haben wir hier ein paar Tipps für dich, die du bei deiner Gehaltsverhandlung mit deinem Chef beachten solltest. Außerdem zeigen wir dir einige für beide Seiten sinnvolle Alternativen zu einer reinen Erhöhung deines Gehalts.

Gehaltsgespräch einleiten

Zunächst musst du mit deinem Chef einen Termin für deine Gehaltsverhandlung vereinbaren. „Chef, ich will mehr Geld, können wir darüber mal sprechen?“, ist nicht gerade die beste Voraussetzung, um zu deinem Ziel zu gelangen! Besser wäre beispielsweise: „Da ich nun bereits seit X Jahren gerne und erfolgreich für unsere Firma arbeite, würde ich mit Ihnen bei Gelegenheit gerne über meine finanzielle Weiterentwicklung sprechen.“

DOs!

Vor der Gehaltsverhandlung

Vor dem persönlichen Gespräch mit deinem Vorgesetzten solltest du dich vorbereiten. Anhand deines aktuellen Gehalts solltest du dich über eine angemessene prozentuale Erhöhung informieren. Diese hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Je größer das Unternehmen, desto besseres Gehalt wird gezahlt und desto höher kann auch die Gehaltserhöhung ausfallen (bei Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sind Gehaltserhöhungen bis zu 50% nicht allzu selten)
  • Der Standort des Unternehmens kann auch eine entscheidende Rolle spielen: in München kannst du mit einer höheren Gehaltserhöhung rechnen, als beispielsweise in Leipzig
  • Die Ausbildung: ein Mitarbeiter mit Masterabschluss verdient im Schnitt 20.000€ mehr im Jahr, als ein Mitarbeiter mit Schulabschluss oder Berufsausbildung
  • Die Erfahrung: wer länger in einem Unternehmen arbeitet, oder sich öfter anspruchsvolle Aufgaben mit höherer Verantwortung sucht, hat bessere Chancen auf eine Gehaltserhöhung
  • Die Verhandlung eines angemessenen Einstiegsgehalts ist wichtig: deine Gehaltserhöhung baut auf deinem aktuellen Gehalt auf. Die Gehaltserhöhung wird prozentual zum aktuellen Gehalt berechnet, wenn du 40.000€ im Jahr verdienst und eine Gehaltserhöhung von 5% bekommst, erhältst du jährlich 2.000€ mehr. Bei einem Verdienst von 60.000€ im Jahr erhältst du dann 3.000€ mehr pro Jahr.
Während der Gehaltsverhandlung

In den Verhandlungen bist du höchstwahrscheinlich erfolgreich, wenn du diese Aspekte berücksichtigst:

  • Lasse lieber deinem Chef den Vortritt und bitte ihn ggf. um eine Einschätzung deiner Leistungen, bevor du direkt Zahlen auf den Tisch legst
  • Engagement zur Weiterentwicklung (beispielsweise Übernahme von größeren Projekten) signalisieren
  • Argumentationsbasis sollten stets deine Leistungen im Unternehmen sein
  • Dafür solltest du vor dem Gespräch deine Leistung zum einen realistisch einschätzen
  • Zum anderen solltest du deine Leistungen belegen können (beispielsweise anhand deiner abgeschlossenen Projekte)
  • Dein stärkstes Argument solltest du am Schluss vorbringen, dann kannst du auch die gewünschte Summe für deine Gehaltserhöhung nennen

 

DONT’s!

  • Du solltest deinen Chef auf keinen Fall unter Druck setzen oder zu aggressiv vorgehen (beispielsweise mit Kündigung drohen, falls er dir keine Gehaltserhöhung geben möchte)
  • Du solltest keine Vergleiche mit anderen Kollegen als Argumentationsbasis verwenden (beispielsweise „Ich war seltener krank als Kollege XY“)
  • Du solltest nicht Vergleiche mit anderen Arbeitgebern anbringen (beispielsweise „Bei Firma XY bekommt aber auch jeder Mitarbeiter eine jährliche Gehaltserhöhung“), das drückt nicht gerade deine Loyalität zum Unternehmen aus
  • Wenn dein Chef nicht sofort zustimmt, solltest du nicht gleich zurück rudern, er möchte von dir angemessen überzeugt werden
  • Nicht verzweifeln, wenn es erstmal keine Gehaltserhöhung gibt. Du kannst mit deinem Chef auch einen neuen Termin in ein paar Monaten vereinbaren, dann klappt es vielleicht

 

ALTERNATIVEN zu einer Gehaltserhöhung

Idee, AhaAbgesehen von dem bloßen Gehalt, gibt es noch einige Zusatzleistungen, die bei deinem Arbeitgeber auch eine Option sein können. Mit diesen kannst du dein Gehalt aufwerten – und zwar mehr als du vielleicht vermutest:

  • Steuer- und sozialabgabenfreie Leistungen in Form von Sachbezügen: ein Beispiel hierfür sind Steuerfreie Gutscheinkarten, die vom Arbeitgeber aufgeladen werden
  • Fahrtkostenübernahme: dein Arbeitgeber kann dir bis zu 30 ct pro gefahrenem Kilometer erstatten
  • Firmenwagen oder -handy: dein Arbeitgeber kann dir einen Firmenwagen oder ein Firmenhandy zur Verfügung stellen und dafür die Kosten übernehmen
  • Vermögenswirksame Leistungen
  • Pensionszulagen
  • Versicherungen

Mit diesen alternativen Leistungen deines Arbeitgebers haben beide Seiten Vorteile: du erhältst einen guten Bonus zusätzlich zu deinem Gehalt. Dein Arbeitgeber muss bei diesen Formen der Gehaltsaufwertung keine Steuern und Sozialabgaben zahlen – im Gegensatz zu einer Gehaltserhöhung.

Fazit

Mit unseren Tipps hast du gute Chancen deinen Gehaltswunsch in die Realität umzusetzen. Falls das allerdings nicht (sofort) klappen sollte, können die Alternativen eine spürbare Aufwertung deines Gehalts erbringen. Gerade bei den steuerfreien Gutscheinkarten haben beide Seiten besonders viele Vorteile. Das kann ein sehr gutes Argument sein, wenn dein Chef einer Gehaltserhöhung momentan nicht zustimmt! Viele nützliche Infos rund ums Gehalt, findest du auch im Gehaltsreport 2016.

Über den Autor

Naomi

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