Studium

Hochschul-Bildungs-Report 2014 – der schwere Weg zu 100 Punkten

Gutachten Hochschulbildungsreport
verfasst von Bernadette
Hochschul-Bildungs-Report 2014 - das Hochschul-Gutachten

© Torbz

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. ist für die Förderung von Wissenschaft, Bildung und Innovationen bekannt. Im Zuge dieser Bemühungen werden nun Hochschulen gefördert. Wie erfolgreich die Förderung ist, zeigt der Hochschul-Bildungs-Report 2014.

Seit der Bologna-Reform vor nunmehr 12 Jahren stehen deutsche Hochschulen in harscher Kritik. Die Umstellung auf das Bachelor-Master-System sollte eigentlich viele Vorteile garantieren. Allerdings beklagen sich Studenten und Dozenten über wesentlich mehr Stress, ständig wechselnde Prüfungsordnungen und viele verfehlte Ziele der Reform. So ist es zum Beispiel Studenten trotz der Reform nicht möglich, schneller und besser ins Ausland zu gehen – obwohl es eines der primären Ziele der Reform gewesen ist.

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. hat die Missstände der deutschen Hochschulen erkannt. Dieser Erkenntnis hat sich eine Förderungsmaßnahme mit rund 70 Indikatoren für eine verbesserte Hochschulbildung, die bis 2020 umgesetzt werden soll, angeschlossen. 2010 wurden alle Indikatoren – also Bereiche der Hochschulbildung – auf Null gesetzt. Das Ziel ist es, bis 2020 von den null Punkten auf 100 Punkte zu gelangen. Zur Prüfung des Erfolgs wird jährlich der Hochschul-Bildungs-Report veranlasst.

Die Ergebnisse vom Hochschulbildungsreport 2014 haben wir für euch zusammen gefasst:

Der Bereich der Lehrer-Bildung schneidet in der Erhebung am schlechtesten ab. Von den vorhandenen Handlungsfeldern wurde in keinem Einzigen der Sollzustand erreicht. Primär präsentieren sich sogar Verschlechterungen des Zustandes. Positiv zu bemerken ist jedoch, dass der Anteil der Bildungsinländer (Personen, die eine deutsche Hochschulzugangsberechtigung, aber einen ausländischen Pass besitzen) gestiegen< ist. Ebenfalls positiver fällt die Beurteilung der Berufspraxis innerhalb des Studiums seitens der Studierenden aus.

Aus diesem Grund haben die Heinz Nixdorf Stiftung und der Stifterverband dazu aufgerufen, dass Fach-/Hochschulen Konzepte zur Förderung der Lehrer-Bildung erstellen.

Hohe Dynamik und dennoch nur ein geringer Erfolg. So lautet zumindest das selbst getroffene Fazit des Hochschul-Bildungs-Reports. Insgesamt ist definitiv positiv zu bemerken, dass mehr Bildungsinländer studieren. Doch gleichzeitig ist nur ein geringer Teil von ihnen unter den Absolventen – das mag jedoch daran liegen, dass sich Bildungsinländer wesentlich schlechter in der Zeit der Erhebung betreut gefühlt haben.

Notwendige Maßnahmen werden daher in einer Verbesserung der Betreuung von Erststudierenden gesehen.

Die Werte im Sektor duales Studium stagnieren und vor allem Studierende der Technikwissenschaften klagen über eine schlechte Vorbereitung auf den späteren Beruf. Trotz allem wird insgesamt ein positives Resümee gezogen und in den folgenden drei Bereichen steigende Werte gemeldet:

      1. Studierende ohne Abitur
      2. Duales Studium
      3. Employability

Die weiteren zehn Indikatoren konnten das Ziel nicht erreichen. Für eine Verbesserung der Ist-Situation arbeiten derzeit 10 Hochschulen an einem Praxishandbuch für das duale Studium. Dieses soll im Frühjahr 2015 erscheinen.

Es gibt nicht nur mehr ausländische Studenten, sondern gleichzeitig eine Steigerung der Abbruchsquote. Gleichwohl es widersprüchlich erscheint, sind die Zahlen der ausländischen Absolventen angestiegen – jedoch nicht in dem Maß, welches für ein Erreichen der Ziele 2020 notwenig ist.
Ebenfalls wird ein Rücklauf innerhalb der Internationalität des Studienangebots festgestellt. Parallel dazu ist das Angebot von englischen Studiengängen sowie Doppelstudiengängen gestiegen. Ebenso gestiegen und positiv zu vermerken ist der erhöhte Anteil an ausländischen Professoren an den deutschen Fach-/Hochschulen.

In dem Bereich der Weiterbildungsstudiengänge sowie dem Angebot an flexiblen Studiengängen wird ein positiver Wachstumstrend verzeichnet. Sollte sich dieser Trend durchsetzen, so kann dem Erreichen der Ziele für 2020 positiv entgegen gesehen werden.
Für diesen Fall ist es notwendig, den Bereich der Fernstudiengänge, wie beispielsweise MOOCs, weiter zu fördern. Aus diesem Grund arbeiten derzeit Hochschulen, Bildungsplattformen und Unternehmen an neuen Kooperationsmodellen für diese Weiterbildungsangebote im Onlinesegment.

MINT ist eine Fächergruppenbezeichnung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technikwissenschaften). Verbessert haben sich in diesem Bereich die Anteile an weiblichen sowie internationalen Studenten. Negativ fällt jedoch auf, dass die meisten Indikatoren sich im Wesentlichen verschlechtert. Diese umfassen die Felder der Studierendenzahlen und die Qualität des Studienangebots.

Um diesem Trend entgegen zu wirken, haben sich im Rahmen des Qualitätszirkel Studienerfolg 6 Hochschulen zusammengeschlossen. Sie entwickeln derzeit Konzepte zur Steigerung der Attraktivität der MINT-Fächer, um diese im Anschluss mit den weiteren Fach-/Hochschulen zu teilen.

Es zeigt sich, dass manche Punkte so zusammengefasst recht verwirrend klingen mögen. Würden alle 70 Indikatoren einzeln aufgeführt, könnte eine leichte Verwirrung bezüglich der einzelnen Punkte vermieden werden.

Ebenfalls zeigt sich, um an dieser Stelle ein Fazit zu ziehen, dass Fach-/Hochschulennoch einiges leisten müssen, um die gesteckten Punkte bis 2020 zu erreichen. Studenten können sich jedoch freuen: An eben solchen Erhebungen lässt sich zumindest erkennen, dass sich um eine Verbesserung der Situation bemüht wird.

Über den Autor

Bernadette

Seit über zwei Jahren ergänzt Bernadette das Team der webschmiede GmbH im Bereich Online-Marketing. Dabei informiert sie sich über alle Neuigkeiten rund um das Thema Karriere und Bewerbung. Mittlerweile übernimmt sie nicht nur die redaktionelle Leitung unserer Blogs sowie die Kooperationsleitung. Sie kümmert sich ebenfalls um unsere Marketing-Neuzugänge und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

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