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Kaffeepause – was darf ich, was nicht?

Kaffeetasse
verfasst von Bernadette
Tasse Kaffee mit Aufschrift Pause

© Marco2811

Sie kommt in so gut wie jedem Betrieb vor, die Kaffeepause im Büro: Eigentlich sollte es nur der schnelle Gang zum Kaffeeautomaten werden. Dort trifft man dann spontan auf Kollegen X und fragt, weil der Menschen nun einmal sozial ist, wie das Leben so läuft. Schnell dauert das Käffchen dann 15 Minuten. Aber darf das so sein?

Pro Sekunde werden in Deutschland 2315 Tassen Kaffee getrunken – zumindest besagte dies die Zahl des Kaffeereports 2013. Das macht auf das ganze Jahr verteilt ungefähr 73 Milliarden Tassen. Damit liegt der deutsche Verbrauch der gerösteten Bohne noch vor dem der Franzosen und Italiener.

2315 Tassen/sec., das heißt, dass der Verbrauch des beliebten Wachmachers vor der Arbeitszeit keinen Halt macht. Das mag auf den ersten Blick gar nicht verwunderlich sein. Schließlich haben die meisten Büros Kaffeevollautomaten mit einem riesigen Angebot an möglichen Kaffespezialitäten. Wer dann noch seinen entsprechenden Kaffee Partner für die kurzen Pausen am Automaten gefunden hat, der verweilt dort dann eben gerne einmal länger.

Die große Frage bleibt an dieser Stelle:

Darf ich das als Arbeitnehmer überhaupt? Wird diese Zeit dann von dem Arbeitgeber bezahlt? Oder ist das dann meine Pausenzeit?

Laut Arbeitsrecht sieht die Pausenregelung wie folgt aus:

Wer 6-9 Stunden arbeitet, darf eine halbe Stunde Pause machen. Der Zeitraum dafür muss vor dem Beginn der Arbeitszeit festgehalten werden. Für diesen Zeitraum gilt, dass er bei einer 6-8 stündigen Tätigkeit 4 Stunden nach Arbeitsbeginn einzusetzen ist, bei 9 Stunden sind es 4,5 Stunden nach Arbeitsbeginn. Beispielsweise ist der Arbeitsbeginn zwischen 08.00 Uhr und 09.00 Uhr, so wird die Pausenzeit zwischen 12.00 Uhr und 13.00 Uhr angesetzt.

Pause bedeutet in diesem Fall Ruhepause. Das heißt, dass keine arbeitsbezogenen Tätigkeiten (Telefondienst, Meetings, Recherchearbeiten etc.) innerhalb dieser Zeit durchgeführt werden sollen. Oder, um es anders zu formulieren: Das ist dann die Zeit, in der Facebook und Twitter privat durchstöbert werden können, Spiele auf dem Smartphone die Aufmerksamkeit auf sich lenken dürfen, oder über die Folgen des vorangegangenen Wochenendes mit Arbeitskollegen diskutiert werden können.  Also die Minuten für alles, was während der eigentlichen Arbeit nicht geschehen sollte.

Kommen wir nun zu der Kaffeepause im Büro. Es besteht nach Absprache mit dem Vorgesetzten die Option, die 30 Minuten Pause in zwei kleinere Pausen zu je 15 Minuten zu unterteilen. Innerhalb dieser beiden Pausen ist es dann auch absolut legitim, sich in der Kaffeeküche des Unternehmens mit den Kollegen auf eine Kaffeepause zu treffen.

Ohne diese Absprache ist es nicht legitim, den Kontakt zu den Kollegen auf diese Weise zu pflegen. Da diese Zeit dann keine Arbeitszeit ist, muss sie nicht von der Firma bezahlt werden. Wer sich überdies bei einer solchen Kaffeepause erwischen lässt, muss mit einer entsprechenden Abmahnung rechnen.

Für diejenigen, die es darauf ankommen lassen:

Wenn man nicht genug von Getränken eines Kaffeevollautomaten bekommen kann, der sollte sich vielleicht einfach einmal nach Jobs bei Kaffee Partner umsehen.

Ansonsten gilt:

Ein Tässchen zu trinken während der Arbeit ist vollkommen in Ordnung. Eine Kaffeepause während der eigentlichen Arbeitszeit einzuschieben hingegen nicht. Diese dürfen sich lediglich in den geregelten Pausen abspielen.

Über den Autor

Bernadette

Seit über zwei Jahren ergänzt Bernadette das Team der webschmiede GmbH im Bereich Online-Marketing. Dabei informiert sie sich über alle Neuigkeiten rund um das Thema Karriere und Bewerbung. Mittlerweile übernimmt sie nicht nur die redaktionelle Leitung unserer Blogs sowie die Kooperationsleitung. Sie kümmert sich ebenfalls um unsere Marketing-Neuzugänge und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

3 Kommentare

  • Hallo!
    Mein Arbetgeber ist der Meinung das ich die Zeit, die ich benötige um mir einen Kaffe aus dem Atomaten zu ziehen, nicht zu bezahlen. Wir sind aufgefordert die Zeit (ca zwei Minuten) herauszu stempeln. Ich finde das lächerlich und traurig. Aber nun zu meiner Frage: darf der Arbetgeber das fordern?
    ich freue mich auf eine Anwort!

    • Hallo lieber Gerd,
      danke für deinen Kommentar.
      Die Pausenzeiten sind gesetzlich ganz genau geregelt. Sinnvoll ist es zudem, deinen Vertrag nochmal genau anzuschauen. Wenn du dir außerhalb deiner gesetzlichen Pausenzeiten Kaffee holst und nicht auf die Kulanz deines Arbeitgebers triffst, musst du diese zusätzliche Zeit tatsächlich nacharbeiten.
      Das das Ausstempeln für die Durchlaufzeit des Kaffees nicht Betriebsklimafördernd ist, können wir sehr gut nachvollziehen. Vielleicht ist es dir alternativ möglich eine große Thermoskanne mit Kaffee mit zu bringen? Das Trinken des Kaffees ist nämlich erlaubt!
      Wir hoffen wir konnten dir helfen!
      Lieber Gruß,
      Anne

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