Beruf Lifestyle

Karriere oder Mutterschaft? Oder beides?

Familie mit Kind sitzt im Gras
verfasst von Bernadette
Vereinbarkeit Beruf und Familie

© keribevan

Zum Thema Mutterschaft: Carolyn Ee verfasste dieses Frühjahr zwei Briefe von Müttern. Eine von ihnen arbeitet, während die Andere als Hausfrau zu Hause bei den Kindern bleibt. Geendet haben die Briefe mit Love from the trenches. Warum die Balance Familie und Karriere so schwierig ist, erklären wir euch hier.

Love from the trenches bedeutet übersetzt so viel wie Grüße aus dem Schützengraben. Eine Abschiedsformel, die bereits einen Grund für die Schwierigkeit Familie und Karriere/Beruf zu vereinen, beschreibt. Mütter müssen sich den gesellschaftlichen Vorurteilen stellen:

  • Die arbeitende Mutter verbringt zu wenig Zeit mit ihrem Nachwuchs und überlässt ihn sich selbst. Wer mindestens acht Stunden am Tag arbeitet, wird sich schließlich nicht besser kümmern können.
    • Eine kleine Randbemerkung: Es möge bedacht werden, dass arbeitende Väter noch immer als die großen Ernährer gelten.
  • Die Hausfrau hingegen hat den ganzen Tag nicht allzu viel zu tun. Sich ein bisschen um die Kinder kümmern sowie den Haushalt bewerkstelligen ist nun einmal keine anerkannte Arbeit. Schließlich wird damit kein Geld verdient.

Denkweisen, die veraltet und nach Klischees klingen. Allerdings sind sie noch aktuell und in den Köpfen verankert – anders ließe sich der immense Erfolg von öffentlichen Beiträgen wie dem von Carolyn Ee nicht erklären.

Ein weiteres Problem zeigt sich darin, dass der Trend dahin geht, dass die Erwerbstätigkeit als das Ultimative angesehen wird. Natürlich ist Erwerbstätigkeit nicht negativ zu sehen, allerdings entwickelt der Trend sich in ein Extrem mit weitreichenden Folgen. Frauen beginnen sich heutzutage nicht mehr länger die Frage zu stellen, ob sie ihren Beruf mit einer Familie vereinen können. Die Frage lautet nun primär, ob ihre Karriere eine Familie überhaupt zulassen kann.

Statistiken belegen diesen Trend. Sie verweisen darauf, dass gerade junge Akademikerinnen dazu neigen kinderlos zu bleiben. Sie beginnen Top-Managerinnen, die es geschafft haben eine Familie und ihren Beruf im Leben zu vereinen, falsch zu sehen. Diese Frauen gelten nicht als Vorbilder für das Erreichen einer Balance, sondern als Vorbild für eine reine Karrierefrau.

Andere Zahlen unterdessen geben dieser Sichtweise auf ein Leben als Karrierefrau recht. So zum Beispiel sind 7 Top-Managerinnen innerhalb der DAX-30 Vorstände, von den insgesamt 12, kinderlos.

Überdies hinaus werden sie vermutlich folgende Faustregeln kennen:

  • Mütter, die beschließen in der Elternzeit auf Teilzeitarbeit umzustellen, leiten damit häufig ihr Karriereaus ein.
  • Sollte ein Aufstiegsangebot einmal aus privaten Gründen (u. a. eben Mutterschaft, Familie etc.) abgelehnt werden, wird die betreffende Person nicht wieder die erste Wahl für eine weiterführende Position werden.
  • Optionen in ein Unternehmen mit einem sicheren Arbeitsplatz zurückzukehren, fehlen für einen Großteil der Akademikerinnen.

Wie soll nun einem solchen Trend begegnet werden?

Daniela Weber-Rey (eine der versiertesten sowie erfolgreichsten Gesellschaftsrechtlerinnen in Deutschland und selbst Mutter) und Verena Delius (Gewinnerin des CEO of the Future und Gründerin einer Beteiligungsgesellschaft) sind sich in ihrem Urteil einig:
Die Arbeitskultur in den Unternehmen, egal ob kleiner oder größerer Konzern, müssen sich den gesellschaftlichen Bedingungen anpassen. Es gilt sich der Lebensrealität von jungen und modernen Frauen sowie Familien anzupassen, sodass dahingehend das Arbeitsklima deren Situation gerechter wird.

Ein anderer Ansatz, der gerade von der Politik gefördert wird, ist die ab 2016 geltende Frauenquote in börsenorientierten Unternehmen. Diese soll einen Mindestanteil an Frauen von 30% in der Belegschaft garantieren. Allerdings wird dieses Modell bereits harsch kritisiert, da eine Frauenförderung nicht einer Förderung von Müttern in der Arbeitswelt gleichkommt.

Überdies wird die Gefahr gesehen, dass bei einer Frauenquote lediglich versucht wird, momentan nicht genutzte Ressourcen zu aktivieren und der Gedanke der Erwerbstätigkeit als beständiges Nonplusultra gefestigt wird.

Eine allgemeingültige Lösung scheint jedoch längerfristig nicht in Sicht zu sein. Dennoch gibt es Möglichkeiten, Arbeitsleben und Familie miteinander zu vereinen. Welche das genau sind, erfahrt ihr in dem kommenden Beitrag!

Über den Autor

Bernadette

Seit über zwei Jahren ergänzt Bernadette das Team der webschmiede GmbH im Bereich Online-Marketing. Dabei informiert sie sich über alle Neuigkeiten rund um das Thema Karriere und Bewerbung. Mittlerweile übernimmt sie nicht nur die redaktionelle Leitung unserer Blogs sowie die Kooperationsleitung. Sie kümmert sich ebenfalls um unsere Marketing-Neuzugänge und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

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