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Mutterschaft und Karriere – Möglichkeiten, beides zu vereinen!

Familie mit Kind sitzt im Gras
verfasst von Bernadette

In eine Führungsposition zu gelangen ist im Berufsleben bereits ein gutes Stück Arbeit. Parallel dazu eine Familie zu gründen, stuft die Herausforderung wieder höher ein. Während zumeist die Entscheidung fällt, entweder Mutterschaft oder Karriere, folgen hier ein paar Tipps, wie beides zu vereinen ist.

Zu allererst gilt es sich frei zu machen von dem Gedanken, dass es nur ein entweder oder gibt. Entweder eine Familie wird mit allem Dazugehörigen gegründet, oder die obersten Stufen der Karriereleiter können erklommen werden. Wie in vielen anderen Bereichen auch, blockiert das Denken in einem reinen schwarz-weiß Schema ein Durchgehen aller weiteren Möglichkeiten. Dabei gibt es doch so viele!

Räumen wir zunächst mit einem Vorurteil über Mutterschaft auf:

Es ist besser, wenn die Mutter in die Elternzeit geht!

Das stimmt so nicht. Aus rein pädagogischer und psychologischer Sicht können nun die ersten Aufschreie erklingen: Was wenn das Kind nicht lang genug gestillt wird? Außerdem benötigt das Kind doch unbedingt seine Mutter! Sei an dieser Stelle doch einmal an das Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung von Ericson gedacht – die Folgen könnten verheerend sein.

Folglich, so lässt sich zumindest zunächst aus dieser Sichtweise schließen, bleibt es wohl bei dem Schema:

Die Frau bleibt zu Hause, während der Mann sich um die Versorgung kümmert.

Da mag sich dem geneigten Denker doch die Frage stellen, warum die Elternzeit im Zuge der Gleichberechtigung ebenfalls von Vätern in Anspruch genommen werden kann?

Elternzeit:

Die Elternzeit muss spätestens 7 Wochen vor dem Beginn schriftlich bei dem Arbeitgeber beantragt werden. Bis zu dem dritten Lebensjahr des Kindes kann sie als Block genommen werden. Die Alternative sieht vor, dass man die Elternzeit nicht komplett nutzt, sondern sich 12 Monate aufspart, welche schließlich bis zum 8. Lebensjahr des Kindes genutzt werden können – insofern der Arbeitgeber dieser Regelung zustimmt. In jedem Fall können und sollten zwei weitere Aspekte mit dem Arbeitgeber geklärt werden:

  1. Der Zeitraum: Wie lange wird die Elternzeit in Anspruch genommen?
  2. Teilzeitbeschäftigung: Während der Elternzeit besteht in vielen Unternehmen die Möglichkeit, 15-30 Stunden in der Woche, auf Teilzeitbasis zu arbeiten. Wie das geht und ob es überhaupt möglich ist, erklärt euch dann der Arbeitgeber.

Ebenfalls wichtig zu wissen ist, dass innerhalb der Elternzeit ein besonderer Kündigungsschutz besteht.

Überdies hinaus: Wer sagt denn, dass die Mutter nicht für das Kind da ist? Schließlich gibt es aus diesem Grund das MuSchG:

Das MutterSchutzGesetz soll den Schutz der Mutter während der Schwangerschaft bei der Arbeit, ebenso wie die finanzielle Sicherheit, garantieren. Aus diesem Grund ist es notwendig den Arbeitgeber zu informieren, sobald die Schwangerschaft und ein Geburtstermin feststehen.

Das Gesetz sieht vor, dass die werdende Mutter in der Regel sechs Wochen vor der Entbindung und 8 Wochen danach nicht beschäftigt wird. Dadurch gibt es keine Urlaubseinbuße. Das heißt, dass nach dieser Zeit auf Bedarf Urlaub genommen werden kann.

Somit kann die Mutter die erste Zeit nach der Geburt definitiv bei ihrem Kind sein – ohne dafür direkt in die Elternzeit gehen zu müssen. Großer Vorteil, wenn der Vater in die Elternzeit und die Mutter in den Mutterschaftsurlaub geht: Beide Elternteile können ohne Nachteile in den ersten Wochen für das Kind da sein. Das würde auch den Herrn Ericson erfreuen.

Wer nun noch die Angst hat, dass dabei ein Gehalt komplett entfällt:

Elterngeld sollte soweit ein Begriff sein. Es wird schriftlich, oder über das Onlineformular beantragt und kann für maximal 12 Monate bezogen werden. Die Bedingung ist letztlich einfach, dass mindestens ein Elternteil sich selbstständig um die Betreuung des Kindes kümmert. Dieses umfasst 67% des letzten Nettogehalts, bis maximal 1800€. Wer besser verdient, wird mit maximal 65% des letzten Nettogehalts rechnen müssen – abgesehen von denjenigen, die bereits eine Reichensteuer bezahlen müssen. Die haben tatsächlich mit nichts zu rechnen.

Studierende Eltern brauchen an dieser Stelle nicht die Hände vor dem Kopf zusammen zu schlagen, sofern sie kein wesentliches Einkommen in dem vorangegangenen Jahr hatten. In solchen Fällen sind immerhin 300€ pro Monat garantiert.

Vereinbarkeit Beruf und Familie

© keribevan

Zudem sind werdende Mütter nicht allein auf sich gestellt. Neben den unterschiedlichen städtischen Beratungsstellen, finden sich im Internet unterschiedliche Foren, die speziell das Thema Karriere mit Kind, berufstätige Mütter, Beratung und alle weiteren Faktoren zu diesem Bereich behandeln. In diesen Foren/Netzwerken besteht die Option, sich mit anderen Frauen auszutauschen, die entschlossen sind, Familie und Beruf miteinander zu vereinen.

Zu guter Letzt sei hinzugefügt: Die eigenen Planungen hinsichtlich der Familie und dem Beruf sollten nicht aufgrund von zu stark belasteten Klischees aufgegeben werden. Es gibt keinen optimalen Wegweiser, aber genug Möglichkeiten, um für sich selbst den richtigen Weg zu finden.

Über den Autor

Bernadette

Seit über zwei Jahren ergänzt Bernadette das Team der webschmiede GmbH im Bereich Online-Marketing. Dabei informiert sie sich über alle Neuigkeiten rund um das Thema Karriere und Bewerbung. Mittlerweile übernimmt sie nicht nur die redaktionelle Leitung unserer Blogs sowie die Kooperationsleitung. Sie kümmert sich ebenfalls um unsere Marketing-Neuzugänge und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

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