Praktikum Studium

Praktikum nach dem Studium?

Studiumsabsolventen schmeißen ihre Doktorhüte in die Luft
verfasst von Afra

 

Wer nach dem Bachelorstudium nicht sofort eine Anstellung findet, landet oftmals wieder im Praktikum. Doch ein zusätzliches Praktikum nach dem Studium ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll.

Grundsätzlich wird vom Praktikum mit abgeschlossenem Studium abgeraten. Ein Studium ist berufsqualifizierend und Praktika sollten im Studium absolviert werden. Zum einen kann sich der Student dadurch schon während des Studiums einen Überblick darüber verschaffen, welche Tätigkeitsbereiche ihm genau liegen und zum anderen können so bereits erste berufliche Kontakte geknüpft werden.

Ein Praktikum ist somit nach dem Studium meistens nicht mehr sinnvoll. Wenn der Absolvent jedoch den beruflichen Einstieg in ein Arbeitsfeld wagen möchte, auf das sein Studium ihn nicht direkt vorbereitet hat, kann es durchaus seinen Zweck erfüllen. In diesem Fall kann ein Praktikum den Weg für einen Quereinstieg ebnen. Manche Studenten merken nach dem Studium, dass sie doch lieber in einer anderen Branche arbeiten möchte, als es ihr Studienabschluss zulässt. Solche Praktika sollten aber auf keinen Fall nur aus eintönigen Routinearbeiten bestehen, sondern die berufliche Entwicklung fördern. Beispielsweise in Start-Ups und kleineren Unternehmen erfüllt ein Praktikum häufig die Funktion einer Probezeit: Wenn sich der Praktikant hier geschickt anstellt, ergattert er oftmals eine Festanstellung. In diesen Fällen wird eine anschließende Übernahme meist schon vorab vereinbart.

Das Überbrückungs-Praktikum bildet eine weitere Ausnahme: Meist entsteht zwischen Bachelorabschluss und dem Anfang des Master-Studiums eine Lücke von einigen Monaten, die ebenfalls für ein Praktikum genutzt werden kann.

Generation Praktikum?

2005 entsteht eine lautstarke Diskussion über die Generation Praktikum. Medien berichten über Unternehmen, die immer mehr gut ausgebildete Hochschulabsolventen in niedrig vergüteten Praktikumsstellen festhalten, die in Wirklichkeit nichts anderes als befristete Vollzeitstellen sind. Empirische Beweise gibt es für diese Behauptungen jedoch kaum und die Expertenmeinungen darüber gehen weit auseinander.

Gute Berufsaussichten für Absolventen

Allgemein können Akademiker beruhigt sein: Ihre Arbeitslosenquoten liegen im Vergleich zu anderen Beschäftigungsgruppen in einem sehr niedrigen Bereich. Fünf Jahre nach Universitätsabschluss haben rund 95 Prozent aller Akademiker einen festen Job.

Ob zwischen Studienabschluss und Berufseinstieg zunächst eine Lücke entsteht, hängt stark vom Studiengang ab. So finden Ingenieure und Informatiker am schnellsten ins Berufsleben. In ihrem Fall absolvieren nur 3 Prozent nach dem Studium ein Praktikum. Bei den Sozialwissenschaftlern sind es hingegen schon 28 Prozent. In der Kultur- und Medienbranche steht vor der unbefristeten Festanstellung fast immer ein Volontariat oder eine Anstellung als freier Mitarbeiter – einen unbefristeten Job gibt es in diesen Berufsfeldern nur äußerst selten. Folglich haben viele Absolventen keine andere Wahl, als als ein weiteres Praktikum zu machen, um so den Berufseinstieg zu schaffen.  Jedoch gilt auch hier, dass Praktika schon innerhalb des Studiums absolviert werden sollten, da dies in jedem Fall die Chancen auf eine Anstellung wesentlich erhöhen kann.

Ein Praktikum kann also durchaus auch nach dem Studium seinen Sinn haben, allerdings sollten mehrere Praktika unbedingt vermieden werden. Dies kann für die eigene Karriere  sogar schädlich sein. Wenn nach Studienabschluss noch verschiedene Praktika absolviert werden, können künftige Arbeitgeber dadurch auf die Ziellosigkeit des Bewerbers schließen.

Fazit

Ein Studium qualifiziert bereits für die Ausübung eines Jobs. Daher sollte das Absolvieren von Praktika nach dem Studienabschluss in der Regel vermieden werden. Der Einstieg ins Berufsleben ist jedoch bei vielen geisteswissenschaftlichen Fächern eher schwierig. In diesem Fall gilt: Ruhe bewahren und nicht wegen der eigenen Zukunftsängste zahllose Praktika absolvieren, die dem eigenen Lebenslauf eher Schaden zufügen.

Ein besserer Ratschlag sind hier Tätigkeiten als freier Mitarbeiter, Nebenjobs oder Weiterbildungen. Ein Praktikum nach dem Studium ist lediglich bei einer beruflichen Neuorientierung sinnvoll für die eigene Karriere.

 

Über den Autor

Afra

Afra ist seit geraumer Zeit im Online-Marketing der webschmiede GmbH tätig. Ihr Erfahrungsschatz in verschiedenen Bereichen von Unternehmen und Ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften helfen ihr bei der Einschätzung von Fragen zu Karriere und Bewerbung.

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