Praktikum

Praktikumsvergütung

Praktikumsvergütung: Polizisten
verfasst von Bernadette

Die Generation Praktikum kennt dieses Problem: Gerade fertig mit dem Studium und die Jobsuche verläuft nicht gerade rosig. „Fangen Sie doch erst einmal mit einem Praktikum an, vielleicht übernehmen wir Sie.“ Doch wie sieht es mit der Praktikumsvergütung aus? Der Frage gehen wir in diesem Artikel auf den Grund!

Doch nicht nur Absolventen, sondern ebenfalls die Studenten stehen vor dem Problem, ein Praktikum – nach Möglichkeit ein bezahltes Praktikum – zu ergattern. Der Mindestlohn, der dieses Problem beheben sollte, bietet Unternehmen dabei noch immer genügend Schlupflöcher. Doch nicht nur das. Viele angehende Praktikanten müssen mit immer größeren Schwierigkeiten kämpfen:

Punkt 1: Die Praxiserfahrung:

Lehrlinge mit Meister

© ehrenberg-bilder

Eigentlich dient ein Praktikum dem Sammeln von Erfahrungen sowie dem Erlernen neuer Fertigkeiten. Dennoch ist es heutzutage zunehmend schwierig, ohne Praxiserfahrung eine Stelle zu finden. Viele Arbeitgeber setzen bereits für ein Praktikum vorhandene Erfahrungen voraus. Möchtest du also nach dem Studium direkt durchstarten, so solltest du bereits im Vorfeld einige Erfahrungen sammeln. Insofern dazu kein Praktikum in deiner Studienordnung vorgesehen ist, empfehlen sich für dich freiwillige Praktika, zum Beispiel innerhalb der Semesterferien.

Eine Alternative für das Sammeln praktischer Erfahrungen ist zudem das Schreiben deiner Abschlussarbeit in einem Unternehmen, um dadurch Einblicke ins Berufsleben zu gewinnen. Wer bereits vor dem Studium eine Ausbildung absolviert hat, ist an diesem Punkt natürlich klar im Vorteil.

Nebenjob jetzt!

© Daniel Ernst – Fotolia.com

Selbst als Schüler kannst du durch Praktika, Ferienjobs oder kleinere Nebenjobs ins Arbeitsleben hineinschnuppern – alles natürlich in einer für dich angemessenen Zeit.

Falls dich, unabhängig von deiner jetzigen Situation, ein Praktikum im Ausland mehr reizt, kannst du dadurch gleich doppelte Pluspunkte für deine künftige Bewerbung sammeln. Zum einen die Arbeits- und zum anderen die Auslandserfahrung. Als angehender Praktikant gilt es jedoch für dich, zunächst eine zentrale Frage zu beantworten:

Punkt 2: Haben Praktikanten einen Anspruch auf Vergütung?

Ein weißes Männchen guckt durch die Lupe auf ein Euro-Zeichen

© Steve Young – Fotolia.com

Vermutlich stellt sich, gerade durch den Mindestlohn, jeder Praktikant die Fragen nach seinem Anspruch auf die Vergütung. Ebenso ist die Frage gerechtfertigt, mit wie viel Geld zu welchem Zeitraum gerechnet werden kann?

Eins steht zumindest noch immer fest:

Reich wirst du nicht durch ein Praktikum.

Zwar gibt es seit dem ersten Januar 2015 den Mindestlohn, dennoch bleibt eine durch das Gesetz zur Bezahlung verpflichtende Regelung für Praktika aus. Das heißt, dass noch mehrere Faktoren darüber bestimmen, ob du letztlich für deine Arbeit vergütet wirst, oder lediglich deine neuen Kenntnisse als Praktikant deine Entlohnung sind. Was für jüngere Praktikanten an dieser Stelle einen Grund zur Aufregung bietet, ist für die alteingesessenen Praktikanten Alltag.

Wohnen und Finanzieren

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Durch den gesetzlich geregelten Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde können Praktikanten theoretisch mit bis zu 1.500 Euro pro Monat nach Hause gehen. Doch das ist kein fixer Lohn, der während des Praktikums bezahlt werden muss. Folgende Schlupflöcher gibt es für Unternehmen:

Das Pflichtpraktikum

Entschuldige lieber Praktikant, hier gehst du leider leer aus. Unabhängig von der Länge deines durch den Studienplan vorgeschriebenen Praktikums, verpflichtet der Mindestlohn Unternehmen nicht dazu, eine Entschädigung zu zahlen. Ob du nun wirklich eine Entschädigung erhältst, entscheidet dann dein Arbeitgeber selbst.

Freiwillige Praktika bis 3 Monate

Auweia, nächstes Schlupfloch: Der Gesetzgeber verpflichtet auch hier den Arbeitgeber nicht zu einer Zahlung. Unabhängig davon, ob dein Praktikum studienbegleitend ist, oder ob du einfach als Schüler mit dem Praktikum in einen Beruf über eine längere Zeitspanne hineinschnuppern möchtest. Aber Kopf hoch, vielleicht gelangst du zu einem Unternehmen, welches deine Arbeit – wenn auch nicht mit dem Mindestlohn – vergütet.

Freiwillige Praktika über 3 Monate

Lass die Korken knallen und die Fanfaren ertönen: Bei einem freiwilligen Praktikum bis und über sechs Monate hinaus ist der Mindestlohn für dich Pflicht! Besonders erfreulich ist, dass diese Vergütung bereits ab dem ersten Monat erfolgen muss. Jetzt musst du also nur noch die Zeit für das Praktikum sowie ein dafür bereites Unternehmen finden.

Eine weitere Auflistung von Schlupflöchern findest du auf dem IHK Praktikumsportal.

Unser kleiner Tipp zur Praktikumsvergütung:

Bevor du deinen Praktikumsvertrag bei den eigentlich nicht vergüteten Praktika unterzeichnest und nichts zu deiner potenziellen Entlohnung in der Stellenausschreibung steht, solltest du vorab mit deinem künftigen Arbeitgeber darüber sprechen, zum Beispiel im Vorstellungsgespräch. Häufig haben Arbeitgeber oder Personaler dafür Verständnis, dass du während deines Studiums zum Beispiel einfach kalkulieren musst, inwiefern du dir ein nicht bezahltes Praktikum leisten kannst. Ebenso kannst du dich, neben der Praktikumsvergütung, darüber informieren, ob eventuell anfallende Reisekosten übernommen werden.

Punkt 3: Praktika und BAföG

BAföG

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Vorsicht ist für alle Praktikanten geboten, welche BAföG beziehen. Denn nicht jedes Praktikum wird vom Staat gefördert. Hier findest du eine grobe Übersicht.

Förderungsfähig:

  • Pflichtpraktikum: Praktika, die die Studien- oder Prüfungsordnung vorschreibt
  • Freiwilliges Praktikum: Unter manchen Umständen werden auch freiwillige Praktika gefördert (Praktikum während der vorlesungsfreien Zeit des Studiums)

Keine Förderung:

  • Freiwilliges Praktikum vor oder nach dem Studium
  • Freiwilliges Vollzeitpraktikum während der Vorlesungszeit mit und ohne Beurlaubung (das Recht auf BAföG-Leistungen entfällt für die Dauer des Praktikums)

Falls du dir nicht sicher bist, welcher Fall auf dich zutrifft, sprich vorher am besten mit deiner Sachbearbeiterin/deinem Sachbearbeiter vom BAföG-Amt – am besten bevor du dich wegen falscher Angaben bei einem schlichten Praktikum strafbar machst.

Über den Autor

Bernadette

Seit über zwei Jahren ergänzt Bernadette das Team der webschmiede GmbH im Bereich Online-Marketing. Dabei informiert sie sich über alle Neuigkeiten rund um das Thema Karriere und Bewerbung. Mittlerweile übernimmt sie nicht nur die redaktionelle Leitung unserer Blogs sowie die Kooperationsleitung. Sie kümmert sich ebenfalls um unsere Marketing-Neuzugänge und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

2 Kommentare

  • Toll! Alles sehr schön. Aber was ist mit einer Praktikumszeit von 3 bis 6 Monaten. Ich denke das ist die gängigste Zeit und darüber fehlen mir die Informationen.

    • Hallo Tobi,
      wenn ein freiwilliges Praktikum über die 3 Monate hinaus geht, dann hast Du Anspruch auf den Mindestlohn. Bei einem Pflichtpraktikum greift diese Regelung nicht. Ich hoffe, wir können dir hiermit weiterhelfen.

      Viele Grüße
      Carla

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