Studium

Der Kampf gegen die Prüfungsangst

Frau legt Hände ins Gesicht.
verfasst von Carla

Die meisten sind sich einig: Prüfungen sind gemein. Oder zumindest unangenehm. Ob Klausur, mündliche Prüfung oder Präsentation vor einer Gruppe – einfach und schön ist es oftmals nicht. Jeder verspürt ein bisschen (oder ein bisschen mehr) Nervosität und Aufregung. Das gehört nun mal dazu und kitzelt gerne noch eine kleine Leistungssteigerung heraus, die zu einer besseren Note verhilft. Dies wiederum freut einen sehr, was natürlich eine Belohnung für den ganzen (Lern-)Stress ist.


Wenn man allerdings nicht bloß ein wenig Lampenfieber verspürt, sondern unter starker Prüfungsangst leidet, ist das eine ganz andere Nummer. Dann ist es nämlich nicht mehr bloß ein Gefühl der Anspannung, stattdessen ist die Angst so groß, dass es zu Blackouts kommt oder Prüfungen komplett gemieden werden. Wenn ein bisschen Nervosität, wie sie die meisten Prüflinge kennen, die Leistung steigert, passiert bei tatsächlicher Prüfungsangst meist das Gegenteil: Die Leistung bricht zusammen, weil die Person sich dadurch blockiert.

Angstauslösende Erfahrungen

Die Auslöser für Prüfungsangst können sehr unterschiedlich sein. Häufig sind es eigene negative Erfahrungen in einer Klausur oder einem Referat, die sich festsetzen und ab diesem Punkt die Prüfungsangst in Gang setzen. Manchmal reichen aber auch schon Befürchtungen: Kommilitonen berichten von vermeintlichen „Horrorklausuren“, die kaum jemand schaffen würde. Solche Äußerungen können sich bei einer Person festigen und es entwickelt sich Prüfungsangst. Dass an den Erzählungen gar nichts dran ist oder die hohe Durchfallquote am Dozent liegt, wird dabei oftmals außer Acht gelassen.

Tipps, um mit Prüfungsangst umzugehen:

  • Prüfungsvorbereitung ist alles. Nimm Dir genug Zeit, um Dich optimal auf die anstehende Prüfung vorzubereiten. So kommst Du nicht in Zeitdruck und es nimmt einiges an Prüfungsstress heraus. Außerdem kannst Du Dir besten Gewissens sagen, dass Du genug gelernt und den Stoff drauf hast. So kannst Du Dir selbst ein bisschen Angst nehmen.
    Prüfungsangst - Zeitmanagement

    © Tumisu – pixabay.com

  • Zeitmanagement. Bevor Du mit der Lernerei beginnst, setze Dir einen festen Zeitplan und Etappenziele. So kannst Du Dich selber strukturieren und kontrollieren. Mit jedem planmäßig erreichten Ziel, nimmst Du Dir etwas von der Anspannung.
  • Prüfungssimulation. Schnapp Dir Deine Kommilitonen, Mitbewohner oder Familie, um eine mündliche Prüfung zu simulieren. So kannst Du Dich an die Prüfungssituation gewöhnen und gleichzeitig das Gelernte weiter vertiefen. Dabei solltest Du alles so realitätsnah wie möglich simulieren: Halte das Zeitlimit ein, das auch für die Prüfung angesetzt ist. Raus aus der Jogginghose und rein in das „Prüfungsoutfit“. Und deine Lernunterlagen bleiben natürlich außer Reichweite – die Prüfer erlauben es Dir ja auch nicht.
  • Setze die Prüfung in Relation. Natürlich sitzt niemand gerne mit Blackout in einer Prüfung und kassiert dafür am Ende eine schlechte Note oder fällt sogar durch. Aber wenn Du ganz ehrlich zu Dir bist: Es ist bloß eine Klausur und kein Weltuntergang. Es gibt immer einen zweiten Versuch und auch eine schlechte Note bringt Dich nicht um Deinen Abschluss.
  • Lebe gesund. Klingt erstmal komisch, macht aber sehr viel aus. Wenn Du Dich während Deiner Prüfungsvorbereitung ausschließlich von Energydrinks und Tiefkühlpizza ernährst, wenig schläfst und 24/7 vor dem Schreibtisch sitzt, ist dies nicht gerade förderlich – ganz im Gegenteil. Ernähre Dich stattdessen gesund (ein, zwei Stückchen Schokolade, um die Nerven zu beruhigen sind dabei kein Verbrechen). Lege ausreichend Pausen ein, die Du am besten draußen verbringst: Geh spazieren oder joggen, mache Yoga oder versuche Dich an Meditation. Dies ist nicht nur gut für Dich, Deinen Körper und Deine Konzentration, sondern löst auch (körperliche) Anspannung. Danach kannst Du mit neuer Energie zurück an den Schreibtisch!
Prüfungsangst - Meditation

© unsplash.com

Was tun bei starker Prüfungsangst?

Bei stark ausgeprägter Prüfungsangst, helfen selbst die oben genannten Tipps meist nicht mehr viel. Der Prüfling blockiert sich durch seine Angst bis hin zur völligen Unfähigkeit, jegliche Klausuren anzutreten. Spätestens wenn dieser Punkt erreicht ist, sollte man sich professionelle Hilfe suchen. Als erste Anlaufstelle kann man zur Studienberatung der eigenen Hochschule gehen. Manchmal gibt es sogar spezielle Beratungsstellen, die sich ausschließlich mit Prüfungsängsten beschäftigen. Dort angebotene Workshops oder Kurse bieten einen hilfreichen Einstieg, um mit anderen über das Thema Prüfungsangst zu reden. Professionelle Hilfe darüber hinaus sollte man sich bei einem Therapeuten suchen. Welche Form der Therapie dabei am besten geeignet ist, kann der Prüfling nur selbst ausprobieren und für sich entscheiden.

Hattest Du bereits mit Prüfungsangst zu kämpfen?
Teile gerne Deine Erfahrungen und Ratschläge in den Kommentaren.

Über den Autor

Carla

Als angehende Wirtschaftspsychologin unterstützt unser Neuzugang Carla hoch motiviert das Online-Marketing. Darüber hinaus ist sie verantwortlich für die Analyse und Aufarbeitung von relevanten Daten zur Optimierung der Marketingmaßnahmen.

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