Beruf

Selbstkontrolle im Home Office: Ein Mythos?

Selbstkontrolle im Home Office
verfasst von Afra

Das Home Office auf dem Vormarsch: In vielen Unternehmen ist es heutzutage möglich mit Heimarbeit sein Geld zu verdienen – sogar als Praktikant. Hierfür ist ein hohes Maß an Selbstkontrolle wichtig. Doch was bringt das Home Office, wenn die Selbstkontrolle nachlässt? Und wie kann man sich disziplinieren, um Projekte auch in den eigenen vier Wänden voranzubringen?

© Aleksi Tappura - Unsplash

© Aleksi Tappura – Unsplash

Arbeiten von Zuhause – Ein Trend

Mit den neuesten Technologien und Arbeitsmodellen ist es seit einiger Zeit möglich, seinen Arbeitsplatz nach Hause zu verlagern. Unternehmen bieten diese Möglichkeit vor allem dann an, wenn man hoch qualifiziert, der Platz im Büro aber leider knapp oder der Weg zur Firma zu weit ist. Auch Frauen mit Kindern erleichtert die Heimarbeit den Arbeitsalltag. „Fakt ist, in Zeiten der ökologischen Sensibilisierung werden immer mehr die Möglichkeit in Betracht ziehen [wollen], auf mehrere Kilometer Auto- oder Zugfahrt zu verzichten und stattdessen die Aufgaben am heimischen PC zu lösen“, sagt Karriereblog.net zum Thema Home Office. Besonders die Zeitersparnis steht für Unternehmen und Arbeitnehmer im Vordergrund. Hier lauert allerdings die nächste Frage: Zahlt sich diese Zeitersparnis für Arbeitnehmer und Arbeitgeber wirklich aus oder leidet die Leistung unter fehlender Selbstkontrolle des Beschäftigten?

Selbskontrolle – Die wichtigste Schlüsselkompetenz

Im Arbeitsalltag steht heute immer mehr die Ergebiskontrolle, statt die Prozesskontolle im Vordergrund. Auf welche Art die Arbeit von Beschäftigten erledigt wird, ist in stark projektorientierten Berufen fast egal. Die Hauptsache ist das Erreichen des Ziels. Arbeitnehmer sind selbst dafür verantwortlich, ihre Leistung dementsprechend an die Unternehmensziele anzupassen und zu kontrollieren – besonders wenn das Büro in den eigenen vier Wänden ist. Hier ist ein hohes Maß an Selbsdisziplinierung und Selbstorganisation für die erfolgreiche Arbeit und Zielerreichung unabdingbar. Wer sich im Home Office schnell durch Freunde, Familie oder die Nachbarn ablenken lässt, liefert ein schlechtes Ergebnis und das womöglich noch unpünktlich. Gesetzte Ziele werden nicht eingehalten und Deadlines überschritten. Das Problem lässt sich nur durch Selbstkontrolle lösen.

Studien zeigen: Wer diszipliniert handelt, ist gesünder, glücklicher, weniger kriminell und im Job erfolgreicher und schneller. Menschen, die ihrem Verlangen besser widerstehen können, sind zufriedener und können sich besser darauf konzentrieren Ziele zu erreichen.

© flairimages - Fotolia

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Neuartige Arbeitsmodelle, wie das Home Office, bzw. die Heimarbeit, bringen viele Verlockungen mit sich. Ein paar Minütchen auf dem Sofa, kurz einen Blick in den Kühlschrank werfen oder die Fenster putzen, weil es unbedingt nötig ist. Kleine Dinge, die manchmal verlockender sein können, als der Job am Schreibtisch. In der Hinsicht ist das Home Office nicht besonders sinnvoll. Weder für den Arbeitgeber noch für den Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber erhält unter Umständen ein schlechteres Ergebnis von seinem Angestellten, und dieser bekommt kurz vor der Abgabe noch einmal Panik und unnötigen Stress.

Selbstkontrolle lässt sich trainieren

Wem es an Selbstkontrolle im Home Office mangelt, kann diese mit ein paar Tricks steigern. Die folgenden Tipps helfen dir, deine Arbeit in den eigenen vier Wänden besser zu strukturieren:

  1. Klein anfangen: Wer seine Selbstkontrolle trainieren möchte, sollte klein anfangen. Selbst das Training bestimmter kleiner Dinge, bspw. dem täglichen Einhalten selbst gesetzter Pausenzeiten oder dem Arbeitsbeginn kann die Selbstkontrolle auf Dauer steigern.
  2. Etappenziele: Versuche täglich kleinere Ziele zu erreichen, die du einhalten kannst, zum Beispiel jeden Tag einen Artikel oder Ähnliches zu schreiben. Wer zu viele verschiedene Dinge auf einmal erreichen möchte, kann sich schnell übernehmen. Gehe Schritt für Schritt vor.
  3. Versuchungen meiden: Gehe Situationen aus dem Weg, die dich in Versuchung bringen. Schließe die Tür hinter dir und sag allen, dass du jetzt arbeitest. Stelle zusätzlich dein Handy aus, um nicht kontaktiert zu werden.
  4. Überschätzung: Du scheiterst viel schneller, wenn du dir Ziele setzt, die du schwer erreichst. Setzt dir Ziele, die du gut einhalten kannst, und überschätze dich nicht.
  5. Ein festes Ende: Eine festgesetzte Deadline (statt einer Offenen) kann hilfreich sein, um voranzukommen. So verlierst du dein Ziel nicht aus den Augen.
  6. Verschriftlichte Ziele: Halte deine gesetzten Ziele schriftlich fest. Ein Terminplaner kann dir dabei helfen. Besonders das Festhalten von Etappenzielen kann hilfreich sein, um diese rechtzeitig zu erreichen.
  7. Regelmäßigkeit: Arbeite regelmäßig und wiederhole deine Prozesse. Zusätzlich helfen ein fester Ablauf und eine klare Struktur, die Arbeit schneller und effizienter zu erledigen.
  8. Bestrafung: Wenn du eines deiner Ziele nicht einhältst, weil du dich abgelenkt hast, dann bestrafe dich dafür. Zwinge dich Überstunden zu leisten oder versuche ein anderes Etappenziel eher zu erreichen.
  9. Belohnung: Tue dir etwas Gutes, sobald du eines deiner größeren oder kleineren Ziele erreicht hast. Belohne dich beispielsweise mit Schokolade oder einem leckeren Kaffee.

Fazit

Das Home Office ist ein schwieriges Thema. Durch eine Menge Zeitersparnis kann die Heimarbeit eine gute Lösung für Pendler sein, die ansonsten viele Stunden im Zug oder Auto verbringen würden. Selbst einigen Praktikanten wird heute bereits angeboten, die Arbeit in den eigenen vier Wänden zu erledigen. Allerdings ist eines der hauptsächlichen Probleme in dieser Situation die Selbstkontrolle. Arbeitnehmer, die von Zuhause aus arbeiten, sind gezwungen sich zu disziplinieren, um ihre Arbeit erfolgreich zu erledigen. Vielen Beschäftigten fehlt diese wichtige Schlüsselkompetenz. Mit ein wenig Übung und Struktur lässt sich diese gut trainieren.

Weitere Infos zum Thema Home Office findest du unter http://www.karriereblog.net/recruiting-trends-2014-02409

Über den Autor

Afra

Afra ist seit geraumer Zeit im Online-Marketing der webschmiede GmbH tätig. Ihr Erfahrungsschatz in verschiedenen Bereichen von Unternehmen und Ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften helfen ihr bei der Einschätzung von Fragen zu Karriere und Bewerbung.

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