Studium

Studententypologie – Vom Hipster bis zum Streber!

Studententypologie: Fahrräder am Campus
verfasst von Afra

„Das ist doch ein Klischee!“ Stimmt! Aber an der Uni gibt es sie trotzdem: Die Streber, die Langzeitstudenten, das Feierbiest – und noch ein paar andere interessante Uni-Kreaturen. Hier erhältst du eine Übersicht über die verschiedenen Campus-Gestalten. Somit weißt du als Ersti, wer dich auf dem Campus so erwartet und wer die geeigneten Studienfreunde für eine erfolgreiche Studentenzeit, nach deinen Prioritäten, sind. Du bist kein Ersti mehr? Na dann findest du dich vielleicht sogar in dem einen oder anderen Klischee wieder, wenn du dir unsere Studententypologie durchliest!

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Studententypologie: Welche Studenten-Spezien gibt es überhaupt?

Der Chiller

Der Chiller, auch Langzeitstudent genannt, lebt getreu dem Motto: „Was du heute nicht kannst besorgen …verschieb auf‘s nächste Semester“. Er genießt den Studentenstatus und kostet das Studentenleben außerhalb der Bibliothek voll aus. Er ist der Meister des Klausurenschiebens und hat quasi immer Semesterferien. Hach, so ein Studentenleben kann schon entspannt sein. Für das schlechte Gewissen, oder als Alibi für die Verwandtschaft, schreibt der Chiller dann doch mal ganz gemütlich 1 oder 2 Klausuren im Semester mit – er ist eben eher der langsame Lerntyp. In den Vorlesungen lässt er sich ab und zu blicken – aber nur in denen mit Anwesenheitspflicht, natürlich!

Der Vorteil: Studienstress ist für den Chiller ein Fremdwort. Vor einem Burn-Out muss er sich wirklich nicht fürchten. Einzig und allein die finanziellen Mittel der Familie könnten irgendwann einmal ausgebrannt sein.

Der Nachteil: So lange hat er nun die Zeit an der Hochschule abgehangen, dass er unlängst von allen anderen „abgehängt“ wurde. Wer zu lange an der Uni dümpelt, der verpasst irgendwann den Anschluss und wird zum Greis des Studiengangs. Mit einem Opi-Kommilitonen will nun wirklich keiner chillen.

Der Streber

Der Streber

© anyaberkut-Fotolia

Der Streber ist quasi das Gegenstück zum Chiller. Während der Chiller gemütlich den Abend auf der heimischen Couch verbringt, sitzt der Streber eifrig hinter einem Bücherberg in der Bibliothek und wird vom Hausmeister bereits zum zweiten Mal ermahnt, dass die Bibliothek jetzt schließt und er bitte nach Hause gehen soll. Der Streber lässt keine Vorlesung aus – und wenn dann nur, weil er gerade eifrig lernt. Er sitzt immer in den ersten Reihen des Vorlesungssaals und macht sich eifrig Notizen, die nach der Vorlesung noch fleißig überarbeitet werden. Auf Studentenpartys taucht der Streber nicht auf. Das kann er sich nicht erlauben – er will das Studium schließlich in Regelstudienzeit mit mindestens Cum Laude abschließen.

Der Vorteil: Schneller als der Streber kann keiner durch das Studium flitzen und erfolgreicher sind nur die Naturtalente.

Der Nachteil: Keine gesunde Hautfarbe, eine schlechte Ernährung und selten Freundschaften mit anderen Studentengruppen. Das sogenannte „Studentenleben“ bleibt für den Streber ein Fremdwort. Darüber hat er höchstens schon einmal etwas im Lexikon gelesen.

Der Hipster

Hipster

© giorgiomtb – Fotolia

Der Hipster studiert „irgendwas mit Medien“ und ist ein ganz kreativer Kopf. Vintagekleidung im Penner-Look, stets eine Club Mate in der Hand und ein Vollbart (bei der männlichen Spezies) sind Markenzeichen des Hipsters. Neben dem Studium ist der Hipster voll ausgelastet mit kreativem Zeugs: Er ist oft Blogger, professioneller Hobbyfotograf und verbreitet seinen Weltschmerz gerne bei Twitter. Er träumt von der großen kreativen Karriere wahlweise im Blogger-, Fotografie- Fashion-, Social Media-, Film-,Musik- und Designbusiness – Hauptsache „irgendwas mit Medien“. Während der Vorlesung surft der Apple-Jünger auf seinem MacBook mit Moustache- und „Go vegan“-Aufkleber und checkt seinen News-Feed. Nach der Vorlesung hängt er gerne in Coffeeshops rum um seiner Kaffeesucht nachzugehen und hippe (vegane) Chai Latte-Fotokomposition für Instagram zu schießen. Auf den „Normalo“-Studentenpartys trifft man ihn nicht. Die sind ihm zu Mainstream. Den Hipster trifft man auf coolen Undergroundpartys in abgedroschenen Kellerclubs. Oft ist er sogar selbst der DJ und beschallt die anderen Hipster mit seinen coolen (i)Tunes.

Der Vorteil: Der Hipster hat genügend Raum für freie Entfaltung und kann seiner unglaublich individuellen Kreativität freien Lauf lassen. Falls ihm negative Kritik einmal nicht passt, kann er sich zudem ganz leicht in seinem Oversize-Baumwolle-Strickpulli verstecken.

Der Nachteil: So individuell, wie der Hipster sich selbst sieht, ist er nun eigentlich doch nicht. Er ist nur einer von vielen semiprofessionellen DJs, Bloggern, Fotografen, Twitterern und Hobbypolitikern mit Hornbrille und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die große Karriere als Creative XY hinlegen. Selbsterkenntnis, nach der er doch so sehnsüchtig strebt, wird er leider auch nie erlangen. Schließlich gilt: Ein Hipster würde sich selbst nie als solcher sehen.

Der Wissbegierige

Der Wissbegierige

© rasstock – Fotolia

Der Wissbegierige ist Student mit und aus Leidenschaft. Er liebt sein Studienfach abgöttisch und bildet sich auch in seiner Freizeit auf diesem Gebiet weiter. In der Vorlesung sitzt er in der ersten Reihe, lauscht fasziniert dem Professor und stellt interessiert Fragen. Nach der Vorlesung steht er gerne noch vorne beim Professor, reflektiert begeistert das Thema der Vorlesung und tauscht mit ihm Buchempfehlungen aus. Der Wissbegierige unterscheidet sich deutlich vom Streber. Während der Streber die Bücher wälzt, mit dem Ziel die bestmöglichste Note zu erreichen, geht es dem Wissbegierigen tatsächlich in erster Linie um die Aneignung von Wissen – und er hat tatsächlich richtig Spaß dabei. Den Wissbegierigen trifft man auf der einen oder anderen Studentenparty – ganz vertieft im Dialog mit anderen Wissbegierigen.

 

Der Vorteil: Der Wissbegierige Typ ist wirklich zu beneiden – er hat Freude am Studieren und empfindet das Lernen nicht als Lernen, sondern als Spaß.

Der Nachteil: Oft wird der Wissbegierige von anderen Studenten für seine Leichtigkeit beim Lernen missgünstig beneidet und auch mal schnell mit dem uncoolen Streber, der gerne gemieden wird, verwechselt.

Das Feierbiest

Das Feierbiest

© clownbusiness – Fotolia

Das Feierbiest ist ein echtes Party Animal und auf dem Campus bekannt wie ein bunter Hund. Keine Party wird vom Feierbiest ausgelassen. Man könnte fast meinen, der Studentenstatus ist bloß eine Tarnung, um an den ganzen Studentenpartys teilnehmen zu können. Den Morgen danach verbringt das Feierbiest verkatert im Bett, oder mit starkem Kaffee, Augenringen und Aspirin in der Vorlesung. Findet keine Fachschaftsparty statt? Kein Problem für das Feierbiest – es schmeißt einfach eine WG-Party! Generell haben Partys und soziale Kontakte für diese Spezies einen höheren Stellenwert als Vorlesungen, Klausuren und Regelstudienzeit. Das Feierbiest ist meistens so mit Feiern, Entkatern und Socializen beschäftigt, dass es gar nicht richtig zum Studieren kommt.

Der Vorteil: Keiner kostet wohl das sogenannte „Studentenleben“ so genussvoll aus wie das Feierbiest. Ein mit coolen Partys und Verabredungen voller Terminkalender ist für das Feierbiest Studienalltag.

Der Nachteil: Mit Kater lässt es sich schlecht lernen. Das Studium bleibt auf der Strecke – und auf kurz über lang auch die Leber.

Der Nerd

Der Nerd, gerne auch Freak oder Brain genannt, ist meistens begeisterter Student im naturwissenschaftlichen Bereich, der in der Schule als merkwürdiger Außenseiter galt. In seinem Studiengang gibt es nur eine Hand voll Frauen und auch im Privatleben sind es nicht wirklich mehr: Mama, Schwester, Tante und Oma. Auf dem Campus fällt der Nerd wahlweise durch ein Superhelden-Fanshirt oder ein in die Hose gestopftes, von Mama ausgesuchtes, Karohemd im ungewollten Hipster-Look, seinen maximal hochgezogenen Rucksack und die von Mama geschmierten Butterbrote auf. In seiner Freizeit zockt er Computerspiele, bewundert das Perioden-System Poster über seinem Bett, liest Comics und besucht STARWARS Conventions. Der Nerd ist ein echter Party-Gänger – allerdings nur in Bezug auf LAN-Partys. Ab und an wagt der Nerd auf Bitten seiner Mutter, dass er doch mal unter Menschen gehen soll, zusammen mit seinen Nerd-Gefährten, den Gang zu der einen oder anderen WG-Party und endet meist mit anderen Nerds Magic-Karten spielend am Küchentisch.

Der Vorteil: Der Nerd ähnelt in dieser Hinsicht dem Wissbegierigen. Er liebt sein Studium und ist ein ausgezeichneter Student. Zudem gehört er zu der Menschengruppe, die wirklich nur auf die inneren Werte achten – zum Beispiel auf die Speicherkapazität der Festplatte.

Der Nachteil: Blasse Hautfarbe, wenig Sozialkontakte (insbesondere zum weiblichen Geschlecht) und den Ruf als Freak lassen den Nerd schnell socially akward wirken. Ebenso neigt der Nerd zum Besserwissertum, wodurch er seine „Nicht-Nerd“-Umwelt, ähnlich einem natürlichen Schutzmechanismus, leicht auf Abstand hält.

 

Fazit

Ganz egal welcher Studientyp du bist, hol das Beste und für dich Wichtigste aus deinem Studentenleben raus, such dir die Freunde, die du willst und studiere auf die Art und Weise, die dir am besten liegt. Das Tolle am Studieren ist, dass du dich nicht festlegen musst: Nach einem harten Semester als Streber, kannst du auch einfach mal ein Chiller- oder Feierbiest-Semester einlegen. Möglicherweise ist der nächste Kurs genau dein Ding und du wirst plötzlich zum nerdy Wissbegierigen?! Und vielleicht bist du ja sogar ein Allrounder und schaffst es chillen, begeistert strebern und feiern unter einen (Hipster-)Hut zu bringen.

 

Über den Autor

Afra

Afra ist seit geraumer Zeit im Online-Marketing der webschmiede GmbH tätig. Ihr Erfahrungsschatz in verschiedenen Bereichen von Unternehmen und Ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften helfen ihr bei der Einschätzung von Fragen zu Karriere und Bewerbung.