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Studentisches Fernweh – Das Auslandssemester IV

Grafik von verschiedenem Besteck
verfasst von Afra

Der Restaurantbesuch

Die Begrüßung ist erfolgreich überstanden, doch jetzt wird man plötzlich von Kommilitonen zum Essen eingeladen, womöglich auch noch nach Hause zur Familie. Von Land zu Land gibt es hier viele Dinge zu beachten um die Gastfamilie, die Freunde oder mit wem man sonst so isst, nicht zu verärgern.

Nicht gleich drauflos stürmen

In Deutschland ist es meist üblich sich bei einem Restaurantbesuch seinen Platz selbst zu suchen, nicht aber in Italien, Frankreich oder den USA. Dort wird man von einem Ober vom Empfangsbereich zu einem Tische geleitet, oder man bekommt von diesem zumindest einen zugewiesen. Nur dann kann man sich auch wirklich darauf verlassen überhaupt bedient zu werden, nicht so, wenn man es wie in Deutschland macht.

Eingeladen, was nun?

Wird man zum Essen eingeladen, ist es in vielen Ländern üblich ein Geschenk mit zu bringen. Weiß man dies erst einmal, stellt sich nur noch die Frage nach dem Was. In Italien sind Chrysanthemen Trauerblumen, fallen dort also schon einmal weg, ebenso wie die Anzahl an 4 Dingen in Japan, da dies wohl Unglück bringen soll. In Indien hingegen braucht man sich keine Gedanken darüber zu machen, etwas zu schenken, da dies dort als Beleidigung aufgefasst werden würde.

Während des Essens

Auch während des Essens gibt es so einiges zu beachten. Mit Stäbchen essen ist schon schwer genug, man sollte jedoch darauf achten, diese nicht senkrecht in den Reis zu stecken, da dies in China ein Begräbnisritual ist, ebenso wie die Stäbchen weiter zu reichen. Letzteres sollte man vor allem vermeiden, da nach der Totenverbrennung auf diese Art und Weise die Knochen an die Angehörigen übergeben werden. Wer sehr pingelig ist, sollte sich in China oder Japan besser nicht zum Essen einladen lassen, denn dort gilt: Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Ist das Essen einmal aufgetischt wird eine Ablehnung als Beleidigung des Gastgebers empfunden. Wenn man bei jemandem zu Hause isst, bedient grundsätzlich der Gastgeber, doch aufgepasst, wenn man satt ist sollte man einen kleinen Rest auf dem Teller liegen lassen um zu zeigen, dass man satt ist und keinen Nachschlag wünscht. Dafür darf man sich in China, Japan, Indien und auch in  Kasachstan beim Essen ein wenig daneben benehmen, auch wenn man sich am Tisch nicht die Nase schnäuzen darf. Was in Deutschland schlecht angesehen wird, wie Schlürfen, lautes Schmatzen und auch Rülpsen ist dort ein Zeichen dafür, dass es einem schmeckt und ein Kompliment an den Koch. In Frankreich sollte man dies auf jeden Fall vermeiden, da dies zu starkem Entsetzen führen würde.

In Dänemark, wo Titel nicht so genau genommen werden und man sich in der Regel mit dem Vornamen anspricht, gibt es beim Essen vom Buffet etwas Wichtiges zu beachten. Wenn man vom Buffet isst, sollte man darauf achten, dass es ein wenig anders zu geht als in Deutschland, wo man sich meist von allem ein bisschen was auf den Teller lädt. Dies ist in Dänemark nicht gern gesehen, denn dort nimmt man sich eine Speise nach der anderen.

In Frankreich wird allen Speisen nur mit Besteck zu Leibe gerückt, außer beim Baguette, da machen die Franzosen eine Ausnahme, denn dieses wird stets gebrochen, niemals geschnitten.

Nicht täuschen lassen

Nicht wundern, wenn es um die Theke herum in einer spanischen Bar nicht ganz so sauber ist, denn in Spanien ist es üblich stehend an der Bar Tapas zu sich zu nehmen. Dabei landet dann mal das ein oder andere auf dem Boden. Oft ist es auch üblich, die Zahnstocher der Tapas, Servietten und Olivenkerne auf den Boden fallen zu lassen. Wenn es rund um die Bar so aussieht, ist dies kein schlechtes, sondern eher ein gutes Zeichen, denn dann ist die Bar gut besucht. Nicht in jedem Land geht es immer so ruhig und gesittet zu wie in Deutschland, also nicht meckern, wenn die Spanier laut und lebenslustig sind, denn es bringt nichts, sie sind es oft und gerne.

Kaffee, Kaffee, Kaffee

Wer türkischen Kaffee mag, der sollte in Griechenland besser darauf verzichten diesen bei einem Restaurantbesuch zu bestellen. Die Griechen sind stolz auf ihr Land und ihren eigenen Kaffee und wundern sich nicht, wenn beim Bezahlen aufgerundet wird, dies ist üblich, egal ob im Taxi oder in der Bar.

Trinkgeld? Ja? Nein? Wie viel?

Hat man das Essen in einem Restaurant dann doch überstanden, stellt sich die nächste Frage. Wie viel Trinkgeld gebe ich und gebe ich überhaupt welches? In den USA und Kanada ist es Pflicht, dort ist es ein Bestandteil des Lohns und sollte daher 15-20 % betragen. Man sollte dort jedoch auch nicht vergessen, dass man noch die Steuern auf den Rechnungsbetrag addieren muss. In europäischen Ländern gehört es sich Trinkgeld zu geben, hingegen sind in Japan und China Trinkgelder unüblich und können sogar als Beleidigung aufgefasst werden. Meistens ist das Trinkgeld in Italien oder England schon in der Rechnung berücksichtigt und braucht daher nicht gesondert bezahlt werden.

Es folgen die Tücken beim Einkaufen und das Verhalten in der Öffentlichkeit.

 

Studentisches Fernweh: Teil I, Teil II, Teil III, Teil IV, Teil V, Teil VI, Teil VII und Teil VIII

Über den Autor

Afra

Afra ist seit geraumer Zeit im Online-Marketing der webschmiede GmbH tätig. Ihr Erfahrungsschatz in verschiedenen Bereichen von Unternehmen und Ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften helfen ihr bei der Einschätzung von Fragen zu Karriere und Bewerbung.

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