Praktikum

Überstunden #4 – So ein Praktikant kann das ab!

Wind-up woman at her desk
verfasst von Bernadette
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© aleutie

Es steht gar nicht zur Debatte, ob ein Praktikant die ein oder andere Überstunde abkann, oder nicht. Fragwürdig ist in erster Linie, inwiefern sie welche leisten dürfen. Alle Informationen haben wir hier.

Was ist so ein Praktikant eigentlich?

Prinzipiell gibt es keine einheitliche und verbindliche Definition, weder für das Praktikum, noch für den Praktikanten. Einigkeit herrscht lediglich darüber, dass es sich bei einem Praktikum grundsätzlich um einen Teil einer Ausbildung handelt, wodurch sich erst über einen Lerncharakter in der Praktikumszeit ein tatsächliches Praktikum erkennen lässt.

Das heißt im Umkehrschluss, dass es bezüglich der Bedingungen eines Praktikums keine einheitlichen Regelungen gibt. Mal gilt das Arbeitsschutzgesetz, dann wiederum greift das Berufsbildungsgesetz und für andere Fälle gibt es gar keine gesetzliche Regelung.

Dabei ist Folgendes wichtig: Ein Praktikant soll betriebliche Abläufe kennenlernen sowie Einblicke in einen Arbeitsalltag in einer Branche erhaschen – aber der Praktikant soll nicht einen einzelnen Arbeitsplatz ersetzen, sondern nur mitlaufen.

Sobald allerdings eine vollkommene Integration in den Arbeitsprozess einer betrieblichen Organisation erfolgt, eigene Projekte zur Betreuung übergeben werden und feste Arbeitszeiten vorhanden sind, kann nicht mehr von einem Praktikanten gesprochen werden. Diese Definition beschreibt schließlich die Funktionen eines Arbeitnehmers.

Allerdings heißt das auf der anderen Seite nicht, dass es selbstständige Arbeit sowie geregelte Arbeitszeiten abzulehnen gilt. Hier darf dann aber angemerkt werden, dass derjenige, der als volle Kraft arbeitet, auch dementsprechend entlohnt werden sollte.

Gleichwohl also kein Arbeitsplatz ersetzt werden soll, die Aufgaben sich auf ein Mitlaufen beziehen und vor allem der Lerneffekt im Vordergrund gehalten wird, klagen 36% der Praktikanten über Überstunden (laut der Studie „Was ist gute Arbeit?“).

Allgemein ist für Praktikanten die Regelung getroffen, dass diese nicht mehr als 40 Stunden die Woche arbeiten (ArbZG). Dementsprechend fällt jede Arbeitszeit über 40 Stunden in den Bereich der Mehrarbeit. Natürlich kommt es auf den jeweiligen Vertrag mit dem Betrieb an, wie viele Arbeitsstunden pro Woche dort festgehalten werden und ab wann es letztlich zu Überstunden kommt.

Überdies brauchen Praktikanten in der Regel weder an Sonn-, noch an Feiertagen zu arbeiten. Ausnahmen bilden hier Praktika im journalistischen Bereich, im Krankenhaus oder bei der Feuerwehr. Diese Tage müssen dann allerdings mit einem weiteren freien Tag abgegolten werden.

Überstunden sind für Praktikanten allerdings nur dann legitim, wenn Freizeit zum Ausgleich der Überstunden geboten werden kann. Ganz bewusst wird ein solcher Ausgleich gewählt, da nicht jeder Praktikant für seine Tätigkeit entlohnt wird. Um ganz sicher zu gehen, wie die Grundlage für einen selbst ist, sollte jedoch ein genauer Blick in den Vertrag und die dort getroffenen Vereinbarungen geworfen werden.

Freiwillig geleistete Überstunden sind jedoch, wie in dem Fall von Arbeitnehmern, von diesen Regelungen ausgeschlossen.

Für alle weiteren Regelungen bezüglich Überstunden, schau doch einfach einmal hier vorbei:

Überstunden #1 Darf ich die überhaupt leisten?
Überstunden #2 – Wie ist es mit Vergütung?
Überstunden #3 – Darf es für Azubis etwas mehr sein?

Über den Autor

Bernadette

Seit über zwei Jahren ergänzt Bernadette das Team der webschmiede GmbH im Bereich Online-Marketing. Dabei informiert sie sich über alle Neuigkeiten rund um das Thema Karriere und Bewerbung. Mittlerweile übernimmt sie nicht nur die redaktionelle Leitung unserer Blogs sowie die Kooperationsleitung. Sie kümmert sich ebenfalls um unsere Marketing-Neuzugänge und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

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