Studium

Uni-Leben trifft auf Jobben – das große Pauken vs. Studentenjobs

Tafel mit Aufschrift Student gesucht
verfasst von Afra
Studentenjobs sind begehrt. Vor allem auf askstudents!

© DOC RABE Media – Fotolia.com

Das Leben eines Studenten ist bekanntlich ein Traum. Morgens geht es gelassen zur Uni, dann werden die anliegenden Kurse besucht bzw. durchschlafen, sofern der Stoff nicht relevant für bevorstehende Prüfungen ist und die Party der letzten Nacht keinen Zeitraum für eine ausgiebige Erholung gewährleisten konnte. Während die abschließenden Module des Tages beginnen, wird kurzer Hand blau gemacht, um nach Hause zu kommen und sich für die nächste Feier, welche bis in den frühen Morgen andauern wird, zu rüsten.
Diese Vorstellung beinhaltet jedoch nur die halbe Wahrheit. Früher mag dies vielleicht zugetroffen haben und die Versuchung eines Langzeitstudiums ausgemacht haben, heutzutage weht allerdings häufig ein anderer Wind, der den Studenten weitaus mehr abverlangt. Hohe Studiengebühren, die anfallenden Unkosten für den eigenen Lebensunterhalt und kleine Belohnungen, wie ein Snack zwischendurch oder der Eintritt in einen Klub, bezahlen sich nicht von selbst. Daher müssen viele Studenten auf Studentenjobs ausweichen, um sich nicht nur das Studium, sondern auch ihr Privatleben finanzieren zu können. An diesem Punkt wird das Bild des leichten Studentenlebens um 180 Grad gedreht und wird zu einem Akt am Trapez zwischen Leistungsdruck und der Behauptung der schwierigen Umstände im Alltag.

Die richtige Balance finden

Die richtige Balance zwischen dem Studium und dem Nebenjob zu finden ist nicht einfach. Studentenleben, Job und Privatleben bilden dabei eine Lebensweise, welche selten durchgehalten werden kann, ohne in einem von ihnen Abstriche machen zu müssen. Das Studium und der Job gehen natürlich vor das Feiern und Verabreden mit Freunden, daher leidet das Privatleben oft am meisten unter dem zusätzlichen „Jobben“. Wer in seinem Job nebenbei bis ans Limit geht, um soviel Gehalt wie möglich mitzunehmen, vernachlässigt jedoch häufig das Studium bzw. das Lernen. Gleichzeitig ist ein bestehendes Studium, neben dem Job, vielen Arbeitgebern ein Dorn im Auge, da sie die Fähigkeit der Studenten anzweifeln, auf der Arbeit stets bei der Sache zu bleiben. Hier sind durchweg Organisationstalent und Flexibilität gefragt, doch die Lage ist auch für stark belastete Studenten nicht hoffnungslos.
Es gibt eine Möglichkeit, welche alle Verpflichtungen unter einen Hut bringt und das Privatleben nicht vernachlässigt, doch auf den ersten Blick komisch klingt: Wer sich mehr Freiheit wünscht stellt sein Studium hinten an. Dabei geht es nicht um Faulheit oder zu viel Stress, sondern das einfache Hinauszögern des Studiums. Schließlich ist niemand verpflichtet das Studium in seiner Regelzeit abzuschließen. Studenten, die BAföG in Anspruch nehmen, sollten sich an diesem Punkt jedoch genauer informieren, inwiefern eine Verlängerung ihres Studiums infrage kommt. Wer sich nur wenige Scheine pro Semester vornimmt und dafür eine gewisse Verlängerung seines Studiums in Betracht zieht, hat sich somit mehr Raum geschaffen, um etwas Geld nebenbei zu verdienen und sich trotzdem genug Zeit für ein erfülltes Privatleben zu bewahren.
Weiterhin ist es empfehlenswert nach einem Nebenjob zu suchen, welcher in irgendeiner Form zum bestehenden Studium passt, da er somit nicht nur praktisch ist, sondern später zudem als Referenz in der Bewerbung für den ersten richtigen Job verwendet werden kann. Außerdem wird dieser Sachverhalt auch den Arbeitgeber des Nebenjobs milde stimmen, da er dadurch erfährt, dass der Bewerber sich für den Beruf motivieren kann und eine qualifizierte Aushilfe darstellt.

Ein Student kennt seine Grenzen

Bevor sich ein Student für einen passenden Nebenjob entscheidet, sollte er sich fragen, ob ein solcher überhaupt für ihn zu bewältigen ist. Hierbei kommt es nicht nur auf den Willen an, sondern ebenfalls auf die Ausgangssituation, in der sich der Student momentan befindet.
Wenn sich ein Student, welcher über einen Nebenjob nachdenkt, erst im 1. Semester befindet, sollte er sich die Frage stellen, ob er die Lage gut genug einschätzen kann, um sich bereits jetzt einen Plan für ein Studium samt parallelem „Jobben“ zurechtzulegen. In der Regel ist dem natürlich nicht so.
Die aktuellen Leistungen des Studenten spielen dabei ebenfalls eine Rolle. Egal, wie und wofür der Student sich letztendlich entscheidet, das Studium sollte immer zuerst kommen. Wenn der Student nun sehr interessiert an seinem Fachgebiet ist, aber keine guten akademischen Leistungen hervorbringt, sollte er sich ernsthaft überlegen, ob er seine Situation zusätzlich durch eine Nebentätigkeit erschweren will.
Der Zeitfaktor ist abschließend nicht wegzudenken. Ist es quasi unmöglich für den Studenten, einen Job und sein Studium in seinem Alltag zu vereinen, sollte er von dieser Idee auch in diesem Fall Abstand nehmen. Letztendlich würde nur beides unter dem zeitlichen Druck zerbrechen.
Das Wohlbefinden des Studenten ist am wichtigsten. Es sollte immer gewährleistet sein und nie auf Kosten von einem Nebenjob geopfert werden. Jeder Student weiß selber, wie viel Verantwortung er zur gleichen Zeit verträgt, daher ist es wichtig, zuallererst sich selbst zu fragen, ob eine Nebentätigkeit sinnvoll ist oder sie schlichtweg zu viel des Guten wäre.

Ausfahrt Vollzeit-Job: direkt ins Berufsleben

Wer zu dem Entschluss kommt, dass eine vermeintliche Nebentätigkeit nicht für ihn oder sie in Frage kommt, aber dennoch dringend Geld verdienen muss, kann sich erst einmal direkt in das Berufsleben wagen und etwas Geld auf die hohe Kante schaffen. Mit dieser Entscheidung muss jedoch niemand, mit seinem Wunsch zu studieren, abschließen. Ein beliebter Zeitpunkt für diesen Schritt ist der Bachelor-Abschluss. Soll das Studium letztendlich mit einem Master-Abschluss enden, kann der Student zuallererst einen Job annehmen, ohne wichtige Phasen des Studiums zu verpassen oder seine akademischen Leistungen zu gefährden.
Diese berufliche Auszeit kann auf viele Weisen positiv für das eigene Studium genutzt werden. Nach einem sechsmonatigem Angestelltenverhältnis in einem Betrieb, ist es zum Beispiel möglich Teilzeitarbeit zu beantragen und sein Studium somit neben der Arbeit fortzusetzen. Zwei weitere Optionen wären in diesem Fall ein Fernstudium oder der Besuch einer Abendschule. Da die meisten Fernstudenten nebenbei sogar in einer Vollzeitbeschäftigung tätig sind, handelt es sich dabei um die finanziell lukrativste Lösung.
Abschließend gibt es eine Studienart, welche den finanziellen Aspekt und die akademische Laufbahn direkt in ihrem Konzept vereint. Das duale Studium bringt jedem Studenten sowohl theoretisches Wissen an einer Universität näher als auch praktische Kompetenzen, welche vor Ort im Unternehmen vermittelt werden. Bei einem dualem Studium handelt es sich allerdings auch um die anspruchvollste Variante, die jedem Studenten sehr viel an Zeit und Ausdauer sowie auch Motivation abverlangt. Die größten Opfer muss der Student hier im Privatleben verzeichnen, aber besitzt dafür eine nahezu hundertprozentige Chance, nach seinem Bachelor-Abschluss von seinem Unternehmen übernommen zu werden.

Über den Autor

Afra

Afra ist seit geraumer Zeit im Online-Marketing der webschmiede GmbH tätig. Ihr Erfahrungsschatz in verschiedenen Bereichen von Unternehmen und Ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften helfen ihr bei der Einschätzung von Fragen zu Karriere und Bewerbung.

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