Wie du dein Fernstudium ganz leicht finanzieren kannst

Student lernt
verfasst von Marie

Jedes Jahr entscheiden sich zahlreiche Deutsche für ein Fernstudium. Obwohl viele Menschen dieser Studienvariante noch skeptisch gegenüberstehen und sich fragen, wie es überhaupt möglich ist, einen Abschluss außerhalb der Hochschule oder Universität zu erlangen, gewinnt das Fernstudium an Beliebtheit. Die Gründe dafür liegen eigentlich auf der Hand: Neben der freien Zeiteinteilung oder der Möglichkeit, berufsbegleitend zu studieren, locken unter anderem Vorteile auf dem Arbeitsmarkt. Wer von zu Hause aus studiert hat, zeigt dem Arbeitgeber nämlich, dass er sich gut organisieren kann und selbstständig ist. Absolventen einer Fernuniversität stehen ihren Kommilitonen aus den Präsenzeinrichtungen ohnehin in nichts nach. Damit ein Studienabschluss staatlich anerkannt wird, müssen die Fernuniversitäten diverse Bedingungen in Bezug auf Lerninhalte und Lehrpersonal erfüllen. Außerdem gibt es auch hier eine große Auswahl an Studiengängen.

Doch nichtsdestotrotz gibt es einen kleinen aber feinen Unterschied: Die Kosten. Natürlich fallen diese auch bei einem Präsenzstudium an staatlichen Universitäten oder Fachhochschulen an. Jedoch handelt es sich hier meist nur um einen Semesterbeitrag, der durchschnittlich 300 Euro pro Halbjahr beträgt. Private Einrichtungen sind da schon etwas teurer – ein Studium kostet hier bereits mehrere hundert Euro im Monat. Solche Beträge erwarten dich meist auch bei einem Fernstudium.

Finanzierungsmöglichkeiten für dein Fernstudium

Doch keine Sorge! Höhere Studienkosten bedeuten nicht direkt, dass du den Traum vom Fernstudium begraben musst. Ganz im Gegenteil: Mittlerweile gibt es etliche Finanzierungsmöglichkeiten für dein Studium an einer Fernuniversität. Damit du einen Überblick erhältst, haben wir für dich die wichtigsten Optionen genauer unter die Lupe genommen. So steht deinem Studienbeginn nichts im Wege.

1.BAföG

Eine der einfachsten und zugleich günstigsten Möglichkeiten, dein Fernstudium zu finanzieren, ist das BAföG. Hier musst du nur die Hälfte des erhaltenen Geldes zurückzahlen, denn beim Rest der Förderung handelt es sich um einen Zuschuss. Jedoch gibt es eine Menge Voraussetzungen, die über den Erhalt entscheiden. Zunächst muss es sich bei deinem Studiengang um einen akademischen Fernstudiengang handeln, der an einer staatlich zugelassenen Universität oder Hochschule absolviert wird. Ist das der Fall, wird dein BAföG-Antrag erst einmal angenommen. Doch wenn das Einkommen deiner Eltern zu hoch ist oder du im Nebenjob zu viel verdienst, ist es möglich, dass du entweder weniger oder gar kein BAföG bekommst. Das Gleiche gilt, wenn du Vermögen über 5.200 Euro besitzt, denn:

BAföG erhält, wem unter Berücksichtigung des eigenen Einkommens und Vermögens sowie des Einkommens der Eltern oder des Ehegatten, die für den Lebensunterhalt und die Ausbildung notwendigen Mittel nicht zur Verfügung stehen.“

Falls du zu dieser Gruppe gehörst, solltest du dich aber nicht verrückt machen. Es gibt diverse Alternativen, um dein Studium zu finanzieren.

2.Studienkredit

Ein Studienkredit ist für viele der Retter in der Not, denn prinzipiell kann jeder Student einen solchen beantragen, unabhängig vom Verdienst der Eltern oder Job. Wichtig ist, dass du eingeschriebener Student an einer Universität oder Fachhochschule bist und keine Schulden hast. Wir reden hier natürlich nicht von den gefühlten 50 Euro, die du in der Bibliothek noch für zu spät zurückgegebene Bücher bezahlen musst.

Außerdem kannst du dir gleichzeitig einen Studienkredit nehmen und zusätzlich BAföG erhalten. Solange der Kredit nicht höher als 450 Euro im Monat ist, sollte das kein Problem sein. Besonders bei lernintensiven Studiengängen kann sich diese Möglichkeit als sinnvoll erweisen, da meist wenig Zeit für einen Nebenjob bleibt und der Studienkredit deinen Lohn ersetzen kann.

Was deinen Anbieter angeht, hast du übrigens die freie Wahl: Die wichtigste und bekannteste Bank für Studienkredite ist die öffentlich-rechtliche KFW Bankengruppe. Sie vergibt Kredite mit einer monatlichen Höchstrate von 650 Euro und einer Höchstlaufzeit von fünf Jahren. Der Zinssatz beträgt circa 3 % und wird mit der ersten Auszahlung fällig. Zurückzahlen kannst du den Kredit aber 25 Jahre lang. Bei anderen Privatbanken, wie beispielsweise der Deutschen Bank oder der Sparkasse, liegen die Zinsen zwischen 5 und 10 %. Um unter den vielen Anbietern die perfekte Bank für dich zu finden und genauere Informationen zu erhalten, solltest du dich außerdem online informieren. Im Internet gibt es hilfreiche Vergleichsseiten. So ärgerst du dich im Nachhinein nicht über zu hohe Zinsen oder schlechte Kreditbedingungen.

3.Stipendium

Das Stipendium ist wohl die begehrteste Methode für die Studienfinanzierung, denn du musst keinen Cent zurückzahlen. In Deutschland gibt es verschiedene Stiftungen, die Stipendien für besonders engagierte und gute Studenten zur Verfügung stellen. Es ist sogar möglich, dass die kompletten Kosten für das Fernstudium übernommen werden. Das hängt ganz vom Anbieter ab. Bei dem bekannten Deutschland-Stipendium erhalten Studierende beispielsweise 300 Euro monatlich. Du solltest dich vorher informieren, welches Stipendium am besten zu deinem Fernstudium passt.

Doch was genau bedeutet „besonders engagiert oder gut“? Eine allgemeingütige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Voraussetzungen können beispielsweise eine besondere Begabung, politisches oder ehrenamtliches Engagement aber auch ein überdurchschnittlich guter Notendurchschnitt im Studium / Abitur sein. Je nach Stiftung variieren die Anforderungen. In der Regel laden die Anbieter mehrere Bewerber ein und führen dann Interviews oder Tests durch, um die besten Kandidaten zu ermitteln.

Für berufserfahrene Studienanwärter gibt es übrigens eine Sondervariante: Das Aufstiegsstipendium. Es ist ein Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und richtet sich an sehr motivierte und engagierte Berufstätige. Gefördert wird das erste Hochschulstudium. Dabei werden monatlich 650 Euro plus 80 Euro Büchergeld gezahlt. Damit du ein solches Stipendium erhältst, musst du mindestens zwei Jahre Berufserfahrung mitbringen und deine abgeschlossene Ausbildung mit überdurchschnittlich gutem Abschluss absolviert haben. Deine Abschlussprüfung sollte mit einer Durchschnittsnote von 1,9 oder mindestens 87 Punkten bestanden worden sein.

4.Arbeitgeber

Da du nicht nur als Abiturient, sondern auch als Berufstätiger ein Fernstudium absolvieren kannst, lohnt sich ein Blick auf diese Option. Zählst du zur Gruppe der Erwerbstätigen, könntest du Glück haben. Viele Arbeitgeber sehen es positiv, wenn sich ihre Mitarbeiter für eine Weiterbildung oder ein Studium entscheiden. Oft übernehmen sie die Kosten für ein Studium teilweise oder sogar vollständig. Falls du dir nicht sicher bist, ob dein Unternehmen dich unterstützt, solltest du dich vorab bei deinem Chef informieren – fragen kostet schließlich nichts. Um gut auf das Gespräch vorbereitet zu sein, überlege dir bereits vorher mögliche Argumente, die für ein Studium sprechen. Erkläre deinem Chef die Vorteile, welche der Betrieb durch deine Wissenserweiterung erlangt. Falls du dich für die berufsbegleitende Variante interessierst, solltest du zudem betonen, dass deine Arbeit während der Dauer deines Studiums nicht beeinträchtigt sein wird.

Wie du siehst, führen alle Wege nach Rom. Es gibt nicht den einen, richtigen Weg, um dein Fernstudium zu finanzieren, denn die Möglichkeiten sind genauso vielfältig wie die Studenten. Wichtig ist, dass du dich vor Studienbeginn ausführlich über die für dich interessanten Varianten informierst. So sollte der Start deines Studiums an einer Fernhochschule eigentlich kein Problem mehr sein.

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