Saisonarbeit: Welche Jobmöglichkeiten gibt es für dich?

Saisonarbeit Frau in Eisdiele
verfasst von Ben

Du brauchst während des Studiums einen Nebenverdienst, hast dafür aber nur in den Semesterferien Zeit? Oder reizt es dich, innerhalb kurzer Zeit viele unterschiedliche Branchen und Arbeitsorte kennenzulernen? Dann könnte Saisonarbeit die Lösung für dich sein. Wir zeigen dir, welche Jobs saisonal vergeben werden und was dich bei diesen Saisonjobs erwartet.




Saisonarbeit: Was ist das eigentlich?

Zwei Kochaushilfen beim Anrichten der Speisen

© skeeze – pixabay.com

Als „Saisonarbeit“ werden Jobs definiert, die nur innerhalb bestimmter Zeitfenster existieren, da sie sich auf Tätigkeiten beziehen, in denen der Bedarf an Hilfskräften je nach Saison variiert. Branchen, in denen häufig Saisonarbeit angeboten wird, sind die Landwirtschaft (z. B. während der Erntezeit), die Gastronomie und die Tourismusbranche (z. B. während der hochfrequentierten Sommerzeit). Wenn du einen Saisonjob annehmen möchtest, musst du dich darauf einstellen, dass die jeweiligen Tätigkeiten und Arbeitszeiten je nach Geschäftsmodell und Branche stark variieren und dass es sich um eine recht intensive Arbeitsleistung handelt. In vielen Jobs ist die Bezahlung jedoch entsprechend gut. „Typische“ saisonale Jobs sind beispielsweise die Tätigkeit als Erntehelfer/in oder als Kellner/in. Saisonarbeit hat eine Reihe von Vorteilen für dich:

  • Erfahrungsschatz: Durch einen Saisonjob eignest du dir Fachwissen an, das du unter anderen Umständen nicht erlernen würdest. Bei einem Saisonjob im Ausland hast du zudem die Chance, deine Sprachkenntnisse zu verbessern.
  • Referenzen: Saisonjobs für Studenten eignen sich nicht nur, um Arbeitslosigkeit oder Langeweile in den Semesterferien zu überbrücken. Je nachdem, in welchem Bereich du dich bewirbst, kannst du außerdem Referenzen für deinen Lebenslauf sammeln.
  • Trinkgeld: Vor allem die Saisonarbeit in der Gastronomie ist häufig mit großzügigen Trinkgeldern verbunden, die den Gesamtverdienst stark aufbessern können.

Ein häufig genannter Nachteil sind die unregelmäßigen Arbeitszeiten (z. B. am Wochenende, an Feiertagen und spät in der Nacht bzw. extrem früh am Morgen). Da das Anstellungsverhältnis jedoch zeitlich begrenzt ist, kommen die Arbeitnehmer aufgrund des absehbaren Endes mit den ungewohnten Arbeitszeiten in der Regel gut zurecht.

Saisonarbeit im Arbeitsrecht

ParagraphDie Saisonarbeit ist arbeitsrechtlich so geregelt, dass Arbeitgeber/in und Arbeitnehmer/in ein Arbeitsverhältnis für eine bestimmte Zeit (z. B. dauert die Sommersaison vom 01. Mai bis zum 20. September) vereinbaren. Während dieser Zeit darf (wenn im Arbeitsvertrag nicht anders festgelegt) vom Arbeitgeber keine Kündigung ausgesprochen werden. Wird dem Arbeitnehmer trotzdem gekündigt, hat dieser dennoch Anspruch auf die volle Entlohnung bis zum vereinbarten Ende des Arbeitsverhältnisses.

Doch Vorsicht: Auch du darfst deinen Saisonjob nicht vorzeitig kündigen. Anderenfalls hat der Arbeitgeber einen Anspruch auf Schadensersatz.

Gehalt für Saisonarbeitskräfte

Seit 2015 gilt in Deutschland auch für Saisonarbeiter der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn. Allerdings sind Saisonarbeiter über den Arbeitgeber nicht versichert. Wenn du dich also für einen Saisonjob interessierst, solltest du im Vorfeld mit deinem Versicherungsgeber klären, ob das zeitlich begrenzte Anstellungsverhältnis etwas an deinem Tarif bzw. an deiner Arbeitslosenversicherung verändert.

Urlaubsanspruch in Saisonjobs

Um den Urlaubsanspruch in deinem Saisonjob herauszufinden, musst du ein wenig rechnen. Wenn du weniger als sechs Monate beschäftigt bist, besteht ein Teilurlaubsanspruch. Für Arbeitnehmer besteht im deutschen Arbeitsrecht ein Mindesturlaubsanspruch von 20 Tagen bei einer fünf Tage Woche.
Das heißt, wenn du sechs Monate Saisonarbeit verrichtest, hast du einen anteiligen Anspruch auf Urlaub für zehn Tage.

Steuern bei Saisonarbeit

Generell gilt, dass auch die Saisonarbeit steuerpflichtig ist. Vom Gehalt wird die Lohnsteuer abgezogen. Dazu kommt noch der Solidaritätszuschlag und möglicherweise die Kirchensteuer. Der Steuersatz hierbei liegt entweder pauschal bei 25% oder ist individuell festgelegt.

Für Saisonarbeiter in der Landwirtschaft gilt unter gewissen Voraussetzungen eine angepasste Lohnsteuerpauschale von 5%. Diese Pauschale greift wenn:

  • die Arbeit nicht ganzjährig ausgeübt wird
  • du nur in Land- und Forstwirtschaft eingesetzt wirst
  • du keine ausgebildete Fachkraft bist
  • weniger als 180 Tage beschäftigt bist
  • weniger als 12 Euro/Stunde verdienst




Hier findest du passende Jobs

Saisonjobs werden häufig über Mundpropaganda verbreitet bzw. gefunden. Eine andere Möglichkeit sind spezielle Jobportale im Internet, die auf die Vermittlung von Saisonarbeiten spezialisiert sind. Portale wie www.meinsaisonjob.de sammeln entsprechende Angebote aus verschiedenen Branchen, die unterschiedlichste Tätigkeiten umfassen. Über eine entsprechende Suchmaske kannst du deine Vorlieben, Fähigkeiten sowie den Zeitraum, in dem du zur Verfügung stehst, eingeben und so die für dich passende Saisonarbeit finden.

Bestuhlung im Außenbereich

© kaboompics.com

Das Angebot von MeinSaisonjob.de richtet sich vor allem an Studierende, Auszubildende und junge Erwachsene, die beispielsweise die Zeit zwischen Studienende und Einstieg in die Arbeitswelt überbrücken möchten. Vermittelt werden in erster Linie Jobs auf Nord- und Ostseeinseln wie Föhr, Usedom, Helgoland und Amrum im Tourismus- bzw. Gastronomiebereich. Weitere beliebte Saisonjobs sind zum Beispiel:

  • Gastronomie: Servicemitarbeiter/in Kellner/in, Restaurantfachleute, Barkeeper/in, Koch bzw. Köchin, Küchenhilfe
  • Hotellerie: Hotelfachleute, Empfangsmitarbeiter/in, Haus- und Zimmerpersonal, Koch bzw. Köchin, Küchenhilfe, Buffet- und Servicekräfte
  • Tourismus: Servicemitarbeiter/in z.B. in der Kinderbetreuung oder Erwachsenenanimation
  • Landwirtschaft: Erntehelfer/in
  • Einzelhandel: Verkäufer/in

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