Die eigene Wohnung – So klappt es mit dem flügge werden!

Frau liegt auf dem Bett in eigener Wohnung
verfasst von stefan

Der Schulabschluss ist geschafft, nun beginnt der Ernst des Lebens. Ob Ausbildung oder Studium – was auch immer dich nach dem Ende deiner Schulzeit erwartet, wird dein Leben gehörig auf den Kopf stellen. In jedem Fall wirst du dich auf einen komplett neuen Tagesrhythmus und neue Leute in deinem Umfeld einstellen müssen.

Je nachdem, wohin es dich auf deinem weiteren Lebensweg verschlägt, wirst du außerdem nicht umhinkommen, Hotel Mama nun hinter dir zu lassen und dir deine erste eigene Wohnung zu suchen. Dabei gibt es so einiges, was du unbedingt beachten musst. Von Wohnungsmängeln über anfallende Kosten bis hin zu Mietverträgen – wir haben für dich die wichtigsten Infos zusammengesammelt.




Das Projekt „Wohnungssuche“ angehen

Frau nutzt einen Laptop

Fotolia.com ©undrey #116020220

Zuhause ausziehen ist eine aufregende Sache. Doch bis du endlich deine Koffer packen kannst, musst du erst einmal auf die Suche nach einer neuen Wohnung gehen. Da es etwas dauern kann, bis du eine passende Wohnung für dich gefunden hast, solltest du früh genug mit der Suche beginnen und sie nicht auf die lange Bank schieben. So schaffst du den Umzug noch vor dem Studien- bzw. Ausbildungsstart. Die erste Zeit in der eigenen Wohnung ist
gewöhnungsbedürftig genug, da brauchst du nicht noch Umzugsstress dazu.

Damit sich deine Wohnungssuche nicht unnötig in die Länge zieht, solltest du möglichst alle Optionen nutzen, die dir zur Verfügung stehen. Durchsuche immer wieder sämtliche Quellen für Wohnungsanzeigen, etwa spezielle Internetseiten mit Suchfunktionen oder Wohnungsanzeigen im Immobilienteil von Zeitungen. Über soziale Netzwerke kannst du dich in deinem Freundes- und Bekanntenkreis umhören. In Großstädten werden Wohnungen oft auch über spezielle Agenturen, Mitwohnzentralen und Wohngenossenschaften vermittelt.

Was kostet eine eigene Wohnung denn so?

Klar, wenn du in einer Wohnung lebst, musst du dafür jeden Monat Miete zahlen. Das ist zugleich auch der größte Kostenfaktor für dich als Mieter – allerdings lange nicht der einzige. Eine Wohnung mit einer Fläche von 60 bis 80 Quadratmetern kostet aktuell 6,80 Euro pro Quadratmeter. Wie teuer deine Miete tatsächlich ausfällt, hängt also von der Größe der Wohnung ab.

Wichtig: Die Angaben beziehen sich auf die Kaltmiete, also die monatlichen Kosten für die allgemeine Raumnutzung. Dazu kommen noch Nebenkosten (Wasser-, Strom- und Heizungskosten) und Betriebskosten. Darunter fallen folgende Posten:

  • Grundsteuer
  • Abwassergebühren
  • eventuell Fahrstuhl (Wartungs- und Bedienungskosten)
  • eventuell Haus- und Gartenpflege
  • Schornsteinreinigung
  • Straßenreinigung und Müllabfuhr
  • Beleuchtung
  • Antenne

Unter Umständen fallen zusätzliche Ausgaben für einen Stellplatz an.

Weitere Kostenfaktoren nach deinem Auszug:

  • Lebenshaltungskosten für Lebensmittel, Kleidung und Freizeit (insgesamt ca. 250 bis 350 Euro pro Monat)
  • Telefon- und Internetanschluss (etwa 30 Euro pro Monat)
  • GEZ-Gebühr (17,50 Euro pro Monat)
  • Auto: Spritkosten, Kfz-Steuer, Kfz-Versicherung, Wartungskosten (monatliche Kosten fallen sehr unterschiedlich aus, je nach Fahrzeug, Spritverbrauch und nötigen Reparaturen)
  • Versicherungen (Kosten variieren, je nachdem, welche Versicherung du zu welchen Konditionen abgeschlossen hast)
  • Anschaffungskosten der Grundausstattung (Küche, Möbel, Einrichtungsgegenstände, Utensilien)

Wohnungsbesichtigung: Schau genau hin!

Du hast endlich eine passende Wohnung gefunden? Prima, jetzt musst du dich nur noch gegen eventuelle Mitbewerber durchsetzen und dann steht deinem Glück von der ersten eigenen Wohnung nichts mehr im Wege. Wirst du zu einem Besichtigungstermin eingeladen, ist das im Grunde eine Art Vorstellungsgespräch, bei dem du dich als potentiellen Mieter gut präsentieren musst.

Maklerin mit Kunden bei Wohnungsbesichtigung

Fotolia.com ©fizkes #145590490

Bereite dich auf die Besichtigung vor

Sei auf jeden Fall pünktlich zum vereinbarten Termin da und kleide dich seriös. Was immer gut ankommt, ist ein höfliches, freundliches und offenes Auftreten. Niemand möchte einen Mieter, der sich nicht zu benehmen weiß. Stelle relevante Fragen zur Wohnung und zum Mietshaus, um dein Interesse zu zeigen.

Es kommt aber auch auf deine finanziellen Mittel an, ob du als Mieter infrage kommst oder nicht. Der Vermieter möchte sicherstellen, dass du dauerhaft dazu in der Lage bist, deine Miete zu zahlen. Dazu verlangen einige Vermieter einen Nachweis, die sogenannte Schufa-Auskunft.

Diese enthält eine ganze Reihe an Daten rund um deine Finanzlage. Um sicherzugehen, dass diese Daten nicht fehlerhaft sind, solltest du sie regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls korrigieren. Denn es kommt immer mal wieder vor, dass die Informationen nicht richtig übermittelt werden. Das könnte bei der Wohnungssuche für dich zum Nachteil werden. Einmal im Jahr kannst du deine Schufa-Einträge kostenlos einsehen.

Bei der Besichtigung der eigenen Wohnung

Du solltest den Besichtigungstermin aber auch dazu nutzen, dir ein genaues Bild von der Wohnung zu verschaffen. Ob die Wohnung wirklich zu dir und deinen Bedürfnissen passt, stellt sich nämlich oftmals erst vor Ort heraus. Nimm dir daher die Zeit, um die Wohnung wenigstens grob auszumessen. So siehst du schnell, ob deine Möbel wie gedacht in die Zimmer passen oder welche Ausmaße deine neuen Möbel höchstens haben dürfen.

Achte beim Rundgang unbedingt auf eventuell vorhandene Mängel und Schäden. Sie können deine Entscheidung für oder gegen die Wohnung beeinflussen. Fotografiere sie ab, damit sie dir später nicht zur Last gelegt werden können.




Grundausstattung für die eigene Wohnung

Bisher hattest du den Luxus, zuhause zu wohnen Hotel Mama genießen zu dürfen. Ein voll ausgestattetes Haus inklusive Koch-, Wasch- und vielleicht sogar Putzservice, sehr praktisch. Diese Aufgaben wirst du in deiner eigenen Wohnung nun selbst erledigen müssen.

Kein Problem für dich? Umso besser. Doch dafür brauchst du erst einmal die richtigen Utensilien. Das ein oder andere wirst du sicher schon angesammelt oder vererbt bekommen haben. Aber zur Sicherheit hier mal eine Checkliste mit allem, was zur Grundausstattung gehört:

Checkliste für die eigene Wohnung

  • Schlafzimmer: Bett, Kleiderschrank, Kommode, Kleiderbügel, Nachtischchen, Lampe, Bettzeug, Bettbezüge
  • Küche: eine Küchenzeile (sofern keine eingebaut ist), Gläser (auch für Sekt und Wein), Tassen, Teller (groß, klein, Suppenteller), Besteck, Schüsseln, Brotdose, Ofenhandschuhe, Kochschürze, Pfannenwender, Rührlöffel, Schneebesen, Suppenkelle, Auflauf- und Backformen, Töpfe und Pfannen, Schneidemesser, Schneidebrett, Küchenwaage, Messbecher, Dosenöffner, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Toaster, Küchenrolle, eine Hausapotheke inklusive Verbandsmaterial
  • Badezimmer: Hand- und Badetücher, Badteppich, Duschvorhang, Klobürste, Seifenspender, Fön, Haarbürste, Mülleimer, Toilettenpapier
  • Wohnzimmer: Sofa, Kissen, Sofatisch, mindestens ein Regal, einen Schreibtisch plus Bürostuhl, Fernseher, Esstisch mit Stühlen
  • Wasch- und Putzutensilien: Bügelbrett, Bügeleisen, Wäschekorb, -klammern und -ständer, Waschmaschine, Waschmittel, Staubsauger, Besen, Handfeger, Staubtücher, Putzeimer, Bodenwischer, Putztücher, diverse Reinigungsmittel, Geschirrtücher, Spülschwamm, Spülmittel
  • Vorräte an Lebensmitteln: Brot, Nudeln, Reis, Zwiebeln, Milch, Eier, Brotbelag, Kaffeepulver, Essig und Öl, diverse Gewürze, Mehl, Zucker
  • Sonstiges: Lampen, Dekoration, eine Garderobe, Stauraum für deine Sachen, Steckerleisten, Müllbeutel, Staubsaugerbeutel, Kaffeefilter, Alu- und Frischhaltefolie, Taschentücher, Klebeband, Schere, Tacker und Locher, Stifte, Notizblock, Taschenlampe, ein Werkzeugkoffer

Du kannst dir die Checkliste für deine eigene Wohnung per Klick als PDF herunterladen!

Deine Rechte und Pflichten als Mieter

Spätestens, wenn der Umzug in deine Wohnung über die Bühne ist, wird es Zeit, sich mit den Rechten und Pflichten auseinanderzusetzen, die du als Mieter hast.

Deine Rechte in der eigenen Wohnung

Schlüsselübergabe für eine Wohnung

Fotolia.com ©VadimGuzhva #196562360

Du hast das Recht, die Wohnung an deine Bedürfnisse anzupassen. Zum Beispiel darfst du die Wände so streichen, wie du möchtest, zusätzliche Steckdosen einbauen oder Regale anbringen. Es kann höchstens sein, dass du diese Maßnahmen beim Auszug wieder rückgängig machen musst.

Willst du allerdings den Bodenbelag austauschen oder ähnlich große Vorhaben umsetzen, brauchst du erst die Genehmigung deines Vermieters. Für Reparaturen, die zur Instandhaltung der Wohnung nötig sind, also tropfende Wasserhähne, gerissene Fliesen und dergleichen, kommt der Vermieter auf. Schäden, die du selbst verursacht hast, gehen aber auf deine Kosten.

Deine Pflichten als Mieter

Deine Hauptpflicht als Mieter besteht natürlich darin, deine Miete pünktlich, also spätestens bis zum dritten Werktag im Monat, zu zahlen. Wer mehrmals dagegen verstößt, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.

Du bist ebenso dazu verpflichtet, dich an die Hausordnung zu halten und unter anderem auf die Bestimmungen bezüglich Lärm und Müll zu achten. In der Hausordnung, wahlweise im Mietvertrag ist auch festgehalten, wie es mit der Reinigungspflicht außerhalb deiner Wohnung aussieht und ob du als Mieter im Winter den Bürgersteig vom Schnee befreien musst.

Endlich in deiner eigenen Wohnung!

Wie du siehst, kommen mit einer eigenen Wohnung nicht nur große Freiheiten auf dich zu, sondern genauso gewisse Verpflichtungen und Kosten. Aber auch wenn der Start holprig verlaufen sollte, jeder ist irgendwann einmal ausgezogen und hat sich dem Unbekannten gestellt. Dieser Artikel soll dir helfen, das alles bestmöglich zu meistern. Alles Gute!

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