Homeoffice – Arbeiten von zuhause

Frau sitzt im Homeoffice an einem Schreibtisch

Ob Student, Praktikant oder auch fester Mitarbeiter – Homeoffice ist allseits bekannt und beliebt. Die vermeintlichen Vorteile scheinen eindeutig auf der Hand zu liegen: Sich als Student zuhause verkriechen, um „ungestört“ an der Haus- oder Bachelorarbeit zu schreiben? Oder den Montagmorgen statt im Büro lieber zuhause in der eigenen Wohnung verbringen? Das klingt schon alles sehr schön.

Aber die Wunschvorstellung eines produktiven Tages zu Hause, ist gar nicht so leicht zu verwirklichen. Denn die eigene Wohnung bietet doch mehr Tücken als man denkt, wenn es um die persönliche Selbstkontrolle geht. Damit du für das nächste Homeoffice Selbstexperiment gewappnet bist, über die rechtlichen Aspekte bestens informiert bist und dein Homeoffice smart gestalten kannst, haben wir für dich die wichtigsten Tipps und Fakten zusammen getragen.

Was ist Homeoffice

Homeoffice, auch Telearbeit genannt, wird im Duden als „das Büro im eigenen Wohnhaus oder Heimbüro“ definiert – also ein heimisches Arbeitszimmer. Arbeitnehmer können das Homeoffice steuerlich geltend machen, demnach kann das Arbeiten von zuhause auch als ein übergreifender Organisationsansatz zur Flexibilisierung der Arbeit verstanden werden. Es lassen sich grundsätzlich drei verschiedene Arten von Homeoffice differenzieren:

  • Die mobile Telearbeit ist definiert als ein mobiler, sich mit dem Arbeitnehmer bewegender, Arbeitsplatz. In Unternehmen, in denen der Arbeitnehmer geschäftlich viel unterwegs ist, spielt die mobile Telearbeit eine wichtige Rolle.
  • Die alternative Telearbeit beinhaltet einen Arbeitsplatz für den Arbeitnehmer sowohl im Unternehmen als auch im Homeoffice. Hierfür werden den Mitarbeitern des Öfteren abwechselnde Büroplätze zur Verfügung gestellt.
  • Die Teleheimarbeit wird von dem Arbeitnehmer vollständig von zuhause aus verrichtet.
Zwei Bildschirme im Homeoffice

Vor- und Nachteile vom Homeoffice

Bei der Arbeit im Homeoffice können sich schnell einige Vor- und Nachteile herauskristallisieren. Wir haben die Wichtigsten für dich übersichtlich zusammenfasst:

Vorteile Nachteile
Nicht selten führt das Arbeiten im Homeoffice zu einer erheblichen Kostenreduktion für den Arbeitnehmer. Da der Arbeitsweg so eingespart werden kann, fallen Spritkosten oder Bahntickets weg und dein Geldbeutel wird entlastet.Das Arbeiten im Homeoffice führt nicht selten für den Arbeitnehmer zu einem erhöhten organisatorischen Aufwand. Um Arbeit und Privatleben zu koordinieren, ist ein gutes Zeitmanagment, das zu einer ausgeglichenen Work-Life-Balance führt, gefragt.
Berichten zufolge, kann das Arbeiten zu einer erhöhten Produktivität führen.Zudem berichten Mitarbeiter eines Unternehmens, die ihre Arbeit im Homeoffice verrichten nicht selten davon, dass die Isolation einen negativen Effekt auf ihre Arbeit hat. Durch das nicht vorhandene Gemeinschaftsgefühl, fehle ein essenzieller Teil der Arbeitswelt, der für eine gute Produktivität wichtig sei.
Auch für den Arbeitgeber kann das Homeoffice Vorteile mit sich bringen. Die flexible Arbeitsgestaltung für den Arbeitnehmer wirft ein positives Licht auf das Image der Firma und auf die Arbeitgebermarke.Des Weiteren führt das Arbeiten im Homeoffice zu hohen Anforderungen an die Infrastruktur der IT-Abteilung sowie an die Sicherheit der Daten.
Des Weiteren können auch positive Wirkungen von Familie und Beruf genannt werden. Gerade für junge Eltern deren Kinder noch nicht in der Schule sind, kann die Arbeit von zuhause positive Effekte auf das Familienleben haben.Außerdem ist es für den Arbeitgeber nur eingeschränkt möglich, die Arbeitszeiten des Mitarbeiters nachzuvollziehen und zu kontrollieren.
Zuletzt kann so die Vertrauenskultur zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer gefördert werden.Zu guter Letzt ergibt sich möglicherweise ein größerer Aufwand für den Arbeitgeber bei der Gestaltung des Arbeitsvertrages.
Frau im Homeoffice

Voraussetzungen fürs Homeoffice – Wie überzeuge ich meinen Chef?

Um deinen Chef / deine Chefin davon zu überzeugen, dass Homeoffice für dich sinnvoll ist, gibt es verschiedene Taktiken. Eine mögliche Vorgehensweise könnte darin bestehen, bei den nächsten Handwerkern auf die man zu Hause warten muss, den Laptop aus dem Büro mitzunehmen. Die Büro Organisation ist das A und O! Sieht der/ die Vorgesetzte, dass die Wartezeit sinnvoll genutzt wird und ein erfolgreiches Ergebnis erzielt wurde, kannst du direkt fragen, ob es möglich wäre, von zuhause aus zu arbeiten.

Auch könnte es eine Möglichkeit sein, deinen Chef davon zu überzeugen, dass das Homeoffice leistungssteigernd wirkt. Gründe hierfür können die geringere Ansteckungsgefahr bei kränkelnden Mitarbeitern sein, die kleinere Gefahr der Ablenkung oder die gesteigerte Konzentrationsfähigkeit.

Zudem spart das Arbeiten im Homeoffice Zeit und führt zu einer erhöhten Zufriedenheit und Flexibilität. Fallen plötzliche Termine an, bleibt immer die Möglichkeit, individuell auf die unverhofften Umstände zu reagieren.

Ein letztes unschlagbares Argument, dass deinen Chef vom Konzept Homeoffice überzeugen sollte, ist die Tatsache, dass Homeoffice gut für das Employer Branding ist. Vereinbare mit deinem Chef zunächst einmal ein paar Probetage, um deinem Arbeitgeber zu zeigen, dass Du auch im Homeoffice deinen Pflichten nach kommst.

TIPP: Wichtig ist, dass du begründen kannst, warum du von zu Hause deine Arbeit verrichten möchtest, als auch aufzeigst wie du es tust. Du solltest für beide Fragen gut ausformulierte Antworten parat haben. Es ist gut möglich, dass der Chef / die Chefin sich mit dem Entscheidungsprozess Zeit lassen – in diesem Fall solltest du die Zeit nutzen. Leiste gute Arbeit und zeige deinem Arbeitgeber, dass du von zuhause aus gut arbeiten kannst!

Die groben Rahmenbedingungen sollten spätestens dann geregelt werden, wenn ein fester Zeitpunkt für den Beginn des Homeoffices vereinbart wurde – und zwar in schriftlicher Form. In diesem Schreiben sollte Klarheit darüber geschaffen werden welche Ausstattung, Dokumentationspflicht sowie Datenschutzmaßnahmen für die Arbeit im Homeoffice vorgenommen werden sollten.  

Wie organisiere ich mein Homeoffice?

Wie schnell man sich zu Hause von diversen Kleinigkeiten ablenken lässt weiß wohl jeder. Angefangen beim bellenden Hund des Nachbarn, die Pflanzen am Arbeitsplatz müssen gegossen werden, über die nicht gewaschene Wäsche, bis hin zum ständig klingelnden Telefon. Abhilfe verschaffen gut strukturierte Arbeitszeiten sowie ein organisierter Arbeitsplatz.

Die Arbeitszeiten

Wichtig ist es im Homeoffice an die Außenwelt zu kommunizieren, dass du nicht gestört werden möchtest und momentan mit der Arbeit beschäftigt bist. Alle potenziellen Ablenkungen sollten hier minimiert werden. Gegebenfalls kann auch ein Aushang an der Tür, auf dem „Nicht stören“ zu lesen ist, wahre Wunder wirken.

Auch feste Arbeitszeiten sind Gold wert! Denn so werden Freizeit und Arbeit klar voneinander getrennt. Der verdiente Feierabend kann so eindeutig zu einer bestimmten Uhrzeit abgesteckt werden und die Kommunikation mit deinem Vorgesetzten oder deinen Kollegenkann vereinfacht werden.

Des Weiteren kann es durchaus hilfreich sein ToDo-Listen oder Deadlines anzufertigen. Diese festen Zeitfenster optimieren deine Work-Life-Balance und helfen womöglich, verschiedene Aufgaben bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erledigen.  

Auch das bewusste Einlegen von Pausen ist ein wichtiger Schlüssel beim Arbeiten von zuhause . Die Pausen sollten dementsprechend auch sinnvoll genutzt werden – ob raus an die frische Luft oder eine ausgewogene Mahlzeit – die Batterien sollten für den restlichen Arbeitstag wieder aufgeladen werden.

Laptop im Homeoffice

Der Arbeitsplatz

Auf deinem Schreibtisch häufen sich bereits die Papierstapel und Kaffeetassen. Die Schreibtischplatte lässt sich nur noch erahnen? Das Internet funktioniert nicht? Deine Unterlagen hast du im Büro vergessen? Sorge dafür, dass dein Arbeitsplatz chaosfrei ist – bevor dein Tag im Homeoffice beginnst. Sonst verbringst du erstmal eine halbe Stunde damit deinen Schreibtisch aufzuräumen.

Und wenn du dann schon einmal dabei bist, kannst du doch gleich die ganze Wohnung aufräumen. Vielleicht noch unter dem Bett saugen. Oder das Besteck einzeln polieren. Denn manchmal ist selbst der Haushalt spannender als die eigentliche Arbeit – Prokrastination lässt grüßen!Setze dir lieber feste Ziele für den Tag und versuche diese täglich zu erreichen. Homeoffice ist zwar unkonventioneller als das Büro, jedoch sollte der aktive Arbeitsplatz dich nicht von deinen Aufgaben ablenken!

TIPP: Es empfiehlt sich zudem, einen festen Arbeitsplatz zu schaffen. Auch zu Hause solltest du das Private von der Arbeit trennen und dir so eine Büroatmosphäre kreieren. Hierfür ist ein separater Raum empfehlenswert, doch auch Vorhänge oder Regale können als Raumtrenner fungieren. Es empfiehlt sich des Weiteren, dich richtig zu kleiden – denn Kleider machen nicht nur Leute, sondern auch die Stimmung. Während ein Pyjama eher eine bequeme, verschlafene Atmosphäre ausstrahlt, darf der psychologische Effekt einer regulären Arbeitskleidung nicht unterschätzt werden!

Rechtliche Aspekte

Für Arbeitnehmer gibt es aus arbeitsrechtlicher Sicht keinen Anspruch auf Homeoffice. Die eigenen Wohnräume gelten als intimste Privatsphäre und somit kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer aber auch nicht zwingen, seine private Wohnung als Büro zu nutzen.

Äußert der Arbeitnehmer jedoch den Wunsch im Homeoffice zu arbeiten, dann ist der Arbeitgeber nach §5 Arbeitsschutzgesetzt und §3 Arbeitsstättenverordnung dazu verpflichtet, eineGefährdungsbeurteilung des Homeoffices vorzunehmen. Anders formuliert bedeutet das, dass alle Vorgaben bezüglich der Platzierung der Bildschirme auch im Homeoffice gelten.

Der Arbeitnehmer ist demnach dazu verpflichtet dem Arbeitgeber Zutritt zur Wohnung einzuräumen, um zu überprüfen, ob das Arbeitsschutzgesetz nicht  verletzt wird. Des Weiteren muss der Arbeitgeber bei Mitarbeitern, die im Homeoffice arbeiten die Dokumentationspflicht erfüllen.

Nacht dem Arbeitsgesetzt (ArbZG) §5 Abs. 1 ist es zwingend notwendig, dass der Arbeitnehmer eine elfstündige Ruhezeit nach der Beendigung der täglichen Arbeitszeit einhält.  Darüber hinaus spielt die Frage der Sicherheit der Daten eine wichtige Rolle.

Im Sinne der Bertriebs- und Geschäftsgeheimnisse des Unternehmens sowie zum Schutz personenbezogener Daten (DSGVO), müssen die Daten zwingend gesichert und geschützt werden.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Homeoffice eine willkommene Abwechslung zum routinierten Arbeitsalltag darstellen kann. Durch das Arbeiten im Homeoffice kann die Work-Life-Balance optimiert werden, das Arbeiten ist familienfreundlich und die Kosten des Anfahrtsweges können reduziert werden.

Nichtsdestotrotz müssen für ein gelungenes Arbeiten im Homeoffice sowohl der Arbeitsplatz gut organisiert, die Arbeitszeiten sinnvoll strukturiert als auch einige rechtliche Aspekte nicht außer Acht gelassen werden.

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