Nach dem Studium: Welcher Weg ist DEIN Weg?

Frau sitzt vor dem Computer
verfasst von Gastautor

Die Abschlussarbeit und die letzten Prüfungen sind geschrieben. Nachdem die erste Euphorie abgeebbt ist, kreisen die Gespräche zwischen dir und deinen Kommilitonen nun in erster Linie darum, wen es wohin verschlägt. Manche haben eine gut bezahlte Festanstellung in Aussicht, andere ein Traineeship oder Volontariat.

Und dann gibt es noch die, die nach dem ganzen Stress erst einmal verreisen wollen. Wieder andere haben schon während des Studiums einen Business Plan erstellt und sind dabei, ihr eigenes Unternehmen aufzuziehen. Und du? Traust dich nicht zuzugeben, dass du dir etwas verloren vorkommst bei all den Optionen, die dir nun offenstehen.

Du bist mit Sicherheit nicht der Einzige, dem die Qual der Wahl zu schaffen macht. Deshalb hat Sabine von der YUMA Jobakademie heute Tipps für dich, wie du nach einer ehrlichen Bestandsaufnahme durch Visualisieren und Manifestieren ins Handeln kommst und den Karriereweg beschreitest, der sich für dich gut und richtig anfühlt.

Bestandsaufnahme

Nimm dir Stift und Notizbuch zur Hand und schreibe all die Dinge auf, die du gerne tust. Auch vermeintlich für das Arbeitsleben unwichtige Dinge haben hier ihren Raum – woher willst du jetzt schon wissen, ob nicht gerade dein Hobby genau das Puzzleteilchen ist, das dir für das Bild deines Traumjobs fehlt?

Stelle dir folgende Fragen: „Was kann ich?“ und „Was habe ich schon als Kind gerne gemacht?“. Beantworte dir diese Fragen ehrlich und ohne Filter – wenn du dich nicht so sehen kannst, wie du bist, wer soll es dann tun?

Außerdem siehst ja nur du deine Notizen. Es sei denn, du entscheidest dich, sie mit jemandem zu teilen und die Meinung dieser Person in deine Überlegungen einzubeziehen.

Es kann durchaus hilfreich sein, wenn du dir Meinungen von außen einholst und vertraute Mitmenschen um ihre offene und ehrliche Sicht bittest – so lange du dich von diesen Meinungen nicht in eine Richtung drängen lässt, in die du nicht wirklich hinwillst. Höre dir an, was andere zu sagen haben, ziehe dir die Dinge heraus, die für dich passen und höre auf deine innere Stimme.

Entscheidest du dich dafür, deine Bestandsaufnahme durch den Input von Menschen zu bereichern, die ein Interesse daran haben, dass du einen Job findest, der dich glücklich macht und in dem du dein wahres Potenzial entfalten kannst?

Dann stelle ihnen eine Reihe von Fragen, deren Antworten dir dabei helfen werden, klarer zu sehen und all das zu sortieren, was dir vielleicht ohnehin schon im Kopf herumschwebt.

  • Was schätzt du an mir?
  • Was sind deiner Meinung nach meine Stärken und Schwächen?
  • Welchen Job sollte ich auf jeden Fall in Erwägung ziehen – und welchen auf keinen Fall? Warum?

Auch wenn es für deine Bestandsaufnahme extrem wichtig ist, auf dein Gefühl zu hören, sollten die harten Fakten nicht fehlen: Welche Berufserfahrung hast du bisher gemacht? Liste alle Ferienjobs und Praktika auf, die du jemals hattest und notiere dir dazu, was dir jeweils besonders gut gefallen hat und was überhaupt nicht.

Visualisieren

Hast du die Bestandsaufnahme gemacht? Schon interessant, was da so zusammenkommt, oder? Oft ist uns gar nicht bewusst, was wir, egal in welchem Alter, schon geleistet haben und welche Bandbreite an Interessen und Fähigkeiten in uns schlummert.

Nachdem du dir bewusst gemacht hast, welche Aspekte deiner Vergangenheit auch in Zukunft wichtig für dich sind, ist es an der Zeit, dass du dir diese Zukunft inklusive aller Details vorstellst.

Träume so verrückt wie nur möglich – alles ist erlaubt! Sollten sich während deiner Überlegungen kleine „Aber-Teufel“ in deinen Gedanken zu Wort melden, dann ignoriere sie bitte.

Lass dich an diesem Zeitpunkt deiner Überlegungen nicht durch Einwände und Eventualitäten begrenzen, die du ohnehin nicht absehen bzw. kontrollieren kannst. Klar, wir haben alle ein gewisses Sicherheitsbedürfnis – doch sicher kennst du auch das Sprichwort „Das Leben geschieht dann, während wir Pläne machen“.

Was das für deine Berufswahl bedeutet? Genau das, was auch in deinem Privatleben die Richtung angeben sollte: Schau in die Richtung, in die es dein Herz zieht, denn das kennt dich um Längen besser als dein Kopf.

Du hast nun die Gelegenheit, einen Wunschzettel zu schreiben, auf dem du dir genau notierst, welche Bedingungen, Eckdaten und Eigenschaften dein Traumjob haben darf – sowohl inhaltlich wie auch äußerlich. Beantworte dir folgende Fragen und sei auch hier wieder ehrlich mit dir selbst und lass deiner Fantasie freien Lauf.

  • In welchem Umfeld möchte ich arbeiten? Teilzeit oder Vollzeit? Einzel- oder Großraumbüro? Mit der Option Home Office oder brauche ich den täglichen Input von Kollegen?
  • Was sind meine Wertvorstellungen? Suche ich nach einem Job mit tieferem Sinn oder möchte ich in erster Linie Geld verdienen, um meine Hobbys zu finanzieren?
  • Suche ich nach einer Festanstellung oder kann ich meine Ziele besser verwirklichen, wenn ich mein eigener Boss bin?
  • Was will ich erreichen? Wie viel Geld muss bzw. will ich verdienen?
  • Worauf will ich auf keinen Fall verzichten?
  • Wie will ich mich fühlen?

Manifestieren

Du hast dir nun schon einiges aufgeschrieben und eine Vorstellung davon, wohin deine Reise gehen soll. Jetzt kommt die wichtige Phase des Manifestierens, welche eng mit der Visualisierung, die du ja schon begonnen hast, zusammenhängt.

Du hast dir zwar schon etliche Notizen gemacht, doch nun geht es daran, Struktur in deine Gedanken, Wünsche und Vorstellungen zu bringen. Lies dir alle deine bisherigen Aufzeichnungen noch einmal durch und schreibe dir nun Pläne und Listen, mit deren Hilfe du deine Fortschritte überprüfen kannst.

1. Timeline

Du kannst dir zum Beispiel eine Timeline erstellen: Deine gegenwärtige Situation ist der Ausgangspunkt, dein Traumjob das (vorläufige) große Ziel. Überlege dir realistisch, wie lange du für die Umsetzung deiner Pläne brauchen wirst und markiere Zwischenziele auf dieser Timeline.

Das können, je nachdem, was du möchtest, Bewerbungen bei bestimmten Unternehmen sein, die Teilnahme an Branchentreffs, die du schon jetzt planen kannst, oder auch das Gespräch mit einem Mentor, der dich in punkto Selbständigkeit berät.

Zwischenziele sind wichtig, um deine Motivation auf einem konstanten Level zu halten. Ein großes Ziel kann zu Beginn des Weges oft überwältigend und unerreichbar erscheinen.

Umwege und Rückschritte entmutigen und lassen vielleicht Zweifel in dir aufkommen – dabei sind sie oft nur Wegweiser in eine Richtung, die dich auf eine Art und Weise an dein Ziel kommen lassen, die du bisher noch gar nicht in Erwägung gezogen hast.

Verurteile dich nicht, wenn du vermeintliche Fehler auf deinem Weg begehst, sondern suche nach der Lektion, die die Situation für dich bereithält. Feiere das Erreichen deiner Zwischenziele und manifestiere deine Ziele mithilfe wertvoller Werkzeuge, die wir dir hier kurz vorstellen.

2. Vision Board

Hast du schon ein Vision Board für all die Dinge, Gefühle und Ereignisse, die du in deinem Leben haben möchtest? Wenn du dein Leben selbst und bewusst gestalten willst, ist ein Vision Board ein sehr kraftvolles Hilfsmittel.

Durch dieses führst du dir im wahrsten Sinn des Wortes vor Augen, was du willst und wohin du willst. Du manifestierst deine Wünsche in Bildern, die bei jedem Betrachten eine Botschaft an dein Unterbewusstsein senden – und dieses beeinflusst wiederum deine bewussten Gedanken und dein Handeln.

Auch wenn die Art, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen, bei jedem einzelnen von uns anders ausgeprägt ist, springen wir doch in der Regel alle stark auf visuelle Reize an. Die meisten Menschen merken sich z.B. Gesichter leichter als Namen oder sie orientieren sich im Straßenverkehr eher an markanten Bauwerken als an Straßennamen.

Diese Tatsache macht das Vision Board so effektiv. Auch wenn wir hier den Schwerpunkt auf deine Karriere legen, kannst du auf deinem Vision Board sowohl die Dinge darstellen, die du beruflich erreichen möchtest, als auch Ereignisse und Lebensumstände, die dir im Privatleben wichtig sind.

Vision Board

Insbesondere wenn du mehr auf der Suche nach deiner Berufung statt nur nach einem Beruf bist, verläuft die Grenze zwischen diesen Bereichen ohnehin fließend. Auch wenn z.B. ein Jahreswechsel ein guter Zeitpunkt dafür ist, deine Wünsche und Träume sichtbar zu machen – es ist nie zu spät!

Auch das Ende deines Studiums, der Tag der Abgabe deiner Abschlussarbeit oder einfach der heutige Tag ist ein ebenso perfekter Zeitpunkt. Schnapp dir einen Stapel alte Zeitschriften und leg los.

Wenn du magst, kannst du dir vorher einen Plan machen und nach konkreten Bildern und Schriftzügen suchen, die auf keinen Fall fehlen dürfen – oder du gehst ganz intuitiv vor und wählst einfach die Ausschnitte, die dich spontan ansprechen.

Ein Vision Board hat den Vorteil, dass es nicht nur schön anzusehen ist, sondern dass es immer wieder, quasi im Vorbeigehen, die Fantasie anregt. Zudem löst der Anblick Glücksgefühle der Vorfreude aus, die dir wiederum die Energie verleihen, dein Vorhaben anzupacken. Hänge dein Vision Board an einer Stelle auf, an der es dir mehrmals täglich wortwörtlich „ins Auge fällt“.

Fotografiere es, so dass du es dir auch unterwegs immer wieder anschauen kannst. Auf deinem Vision Board ist all das versammelt, was dir wichtig ist. Es drückt deine persönlichen und beruflichen Ziele aus und es ist bunt wie das Leben, das du verdient hast.

Schon während du daran arbeitest, Zeitschriften durchstöberst, passende Bilder und Worte ausschneidest, auf einem Karton anordnest und schließlich aufklebst, gerätst du in einen Flow.

Du bekommst einen positiven Energieschub, jene Dinge, die sich gerade vor dir auftun, in deinem Leben real werden zu lassen. Alles, was du dafür brauchst, ist ein Abend mit ein paar Bastelutensilien – und natürlich eine Vorstellung davon, was du möchtest.

3. Meditation

Wenn dir zwischendurch Zweifel kommen an der Vision deiner Zukunft, wenn äußere Stimmen deine innere übertönen, dann ist es an der Zeit, zur Ruhe zu kommen. Nimm die Gedanken bewusst wahr, ordne sie ein und überlege dir, welche davon hilfreich sind. Wie du das machst? Mithilfe von Meditation.

Wir empfehlen dir, eine regelmäßige Meditationspraxis zu etablieren. Wie, dafür fehlt dir die Zeit? Vielleicht hast du folgenden Spruch schon einmal gehört: „Wenn du keine Zeit hast, täglich fünf Minuten zu meditieren, meditiere eine Stunde“.

Das soll heißen, dass du wirklich IMMER fünf Minuten hast, um inne zu halten und dich auf dich selbst zu konzentrieren, ganz bei dir zu sein. Wenn du glaubst, dass du dir diese Zeit nicht nehmen kannst, solltest du die Notbremse ziehen und noch viel, viel mehr darauf achten, dass die wichtigste Person in deinem Leben nicht zu kurz kommt – ja, ich spreche von DIR!

Sehe den Zeitpunkt deiner täglichen Meditation als Verabredung mit dir selbst. Eine Verabredung mit deiner besten Freundin oder deinem besten Freund würdest du auch nicht immer wieder ohne triftigen Grund verschieben, richtig?

Erweise dir selbst den gleichen Respekt, wie du es bei dir nahestehenden Personen tust. Wenn es dir schwerfällt, dir eine entsprechende Zeitinsel zu schaffen, weil dein Tag vollgepackt ist mit Lernstress, Prüfungen etc., dann stelle deinen Wecker so, dass du ein paar Minuten eher aufwachst als bisher. Es wird sich lohnen, versprochen!

Stelle deinen Timer (mit möglichst sanftem Klingelton) auf die Zeit, die du dir nehmen möchtest und setze dich bequem hin. Entspanne deine Schultern und lege deine Hände so ab, dass es sich gut für dich anfühlt.

Schließe deine Augen und konzentriere dich auf deinen Atem. Fühle, wie die Luft durch deine Nase in deinen Körper hinein- und wieder hinausströmt.

Ganz egal, was gerade in deinem Leben passiert, welche Sorgen, Ängste oder Selbstzweifel du vielleicht hast: Dein Atem, die Kraft deines Lebens, ist immer da. Da du jetzt zur Ruhe kommst, kann es sein, dass die Gedanken in deinem Kopf zunächst Tango tanzen.

Keine Angst, das bedeutet nicht, dass du etwas falsch machst – denn das gibt es beim Meditieren nicht. Es ist ganz normal, dass sobald du dich darauf konzentrierst, nichts zu denken, die unterschiedlichsten Ideen, Erinnerungen und Sorgen Aufmerksamkeit wollen. Es ist durchaus okay, Gedanken zu haben – halte nur nicht an ihnen fest. Beobachte sie und lasse sie weiterziehen.

Handeln

Alles Nachdenken, Visualisieren und Manifestieren wird dir nichts bringen, wenn du nicht anfängst, die Dinge in die Tat umzusetzen. Werde zum Experte auf dem Gebiet, in dem du arbeiten willst – beispielsweise durch das Lesen entsprechender Fachliteratur, durch Podcasts oder die Teilnahme an relevanten Workshops.

Wenn du an Veranstaltungen teilnimmst, die mit deiner gewünschten Berufsrichtung zu tun haben, ist das eine optimale Gelegenheiten zum Netzwerken. Denn ganz egal, für welche Richtung du dich entscheidest: Ganz allein kommt keiner zum Erfolg. Suche dir Gleichgesinnte, tausche dich aus, profitiere von ihren Erfahrungen und überlege dir zugleich, was du ihnen zurückgeben kannst.

Deinen Austausch von Angesicht zu Angesicht solltest du durch Netzwerken in beruflichen Social Media Kanälen ergänzen. Bei XING und LinkedIn beispielsweise gibt es Fachgruppen, in denen du dich engagieren und wertvolle Kontakte knüpfen kannst.

Die weiße Leinwand, welche dein Leben nach dem Studium erst einmal ist, kann einschüchternd wirken. Das Wunderbare aber ist, dass es allein an dir liegt, sie mit den Farben zu füllen, die zu dir passen.

Egal was du tust, bleib immer ganz bei dir, höre auf deine innere Stimme und richte dein Handeln danach aus, was sich für dich richtig anfühlt. Nutze die Macht deiner Gedanken dazu, deine Realität zu schaffen und dein wahres Potenzial auszuschöpfen.

Über die Autorin

Sabine ist bei YUMA zuständig für die Öffentlichkeit. Sie ist das Bindeglied zwischen innerer Unternehmenspolitik und äußerer Darstellung.

Wie wirksam und lebensverändernd ein Coaching sein kann, weiß sie aus eigener Erfahrung: Bevor sie anfing, bei YUMA zu arbeiten, gewann sie dort durch den professionellen Blick von außen neue Perspektiven für ihr Leben – nicht nur im Hinblick auf den Job.

Weitere Informationen zur YUMA Jobakademie findest du hier.

Das finden andere Leser interessant: