Karriere-Stimmen – Der Ton macht die Musik

Wie du die eigene Stimme perfekt für deine Karriere einsetzen kannst
verfasst von Ben

Der Ton macht die Musik. Das gilt nicht nur im Privaten, sondern auch am Arbeitsplatz. Einige Stimmen haben dabei besonders gute Chancen in der beruflichen Karriere. Hier erfährst du, wie du mit dem richtigen Stimmtraining in Vorstellungsgespräch, Gehaltsverhandlung oder Teammeeting überzeugst.

Wie du die eigene Stimme perfekt für deine Karriere einsetzen kannst

© Romolo Tavani – Fotolia

Das Telefon klingelt und die Kollegin nimmt den Hörer ab. Mit zarter, freundlicher Stimme ertönen die Worte: „Unternehmen GmbH, Maria Muster am Apparat. Wie kann ich Ihnen helfen?“. Dieser weiche, wohlklingende Ton tut nicht nur den Ohren gut, sondern auch dem Gemüt. Manchmal schmelzen wir erheitert dahin, sobald das Gegenüber den Mund aufmacht. Andere Kollegen können wir hingegen gar nicht hören. Da reicht es, wenn diese früh am Tag ein kurzes und bellendes „Morgen!“ in den Raum werfen.

Die eigene Stimme sagt nicht nur viel über unsere Laune aus – unsere Persönlichkeit geben wir damit nach außen hin ebenfalls Preis. Stimmfarbe, -melodie und -klang sind bei jeder Person anders und charakteristisch. Die einen hauchen ihre Worte nur so dahin, andere piepsen und keifen und wenn der Chef schlecht gelaunt ist, merken wir ihm das sofort an der Stimme an.

Die Stimme entscheidet

Die Stimme eines Menschen trägt wesentlich zum ersten Eindruck bei. Nicht immer werden Äußerlichkeiten wie Kleidung, Gesten und Gesichtsausdruck als Erstes wahrgenommen. Bei einem Telefonat fällt die Stimme ins Gewicht, da in dieser Situation der äußere Eindruck nicht übermittelt werden kann. Noch bevor wir den Inhalt der Worte auffassen, nehmen wir unbewusst Stimmmelodie, Stimmklang und Stimmfarbe des Sprechers wahr. Unser Unterbewusstsein verarbeitet und kategorisiert diese Informationen innerhalb von Millisekunden. Wir erkennen sofort, ob das Gegenüber traurig oder wütend ist, ob es gute oder schlechte Laune hat. Die Stimme variiert und ist von Situation zu Situation anders.

Doch nicht nur das: Anhand der Stimme schreiben wir dem Gegenüber außerdem bestimmte Charaktereigenschaften zu. Unbewusst nehmen wir wahr, ob dieser eher schüchtern und zurückhaltend oder selbstbewusst und offen ist.

Was sagt die Stimme über den Charakter aus?

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Die Ausstrahlung der eigenen Stimme entscheidet, wie dein Hörer auf dich reagiert, und ist daher nicht unbedeutend für Beruf und Karriere. Einen Personaler mit einer Kleinmädchenstimme oder einem leisen Flüstern zu überzeugen kann schwer werden. Vor allem, wenn du nicht die perfekten Qualifikationen für den Job mitbringst. Die Stimme ist, so könnte man es ausdrücken, die Visitenkarte der Persönlichkeit. Wer im Vorstellungsgespräch, in der Gehaltsverhandlung oder im Teammeeting positiv auffallen und nicht an seiner Stimme scheitern möchte, sollte einmal darüber nachdenken, wie der eigene Ton auf andere wirkt.

Tipps für das perfekte Training

Laut einer sozialpsychologischen Studie ist die Wirkung von etwas Gesagtem zu 38% von der Stimme abhängig. 55% bestimmt die Körpersprache und das Äußerliche. Lediglich 7% macht der Inhalt des Gesagten aus. Dabei ist für die Stimme die Haltung, die Atmung und die Artikulation der Wörter entscheidend. Wenn Nervosität oder Angst einen Kloß im Hals verursachen, fällt das Atmen schwer und die Stimme schlägt schnell in ein leises, krächzendes Flüstern über. Um das zu überspielen, kann man die eigene Stimme zwar verstellen, doch die Töne wirken dann schnell unnatürlich und gekünstelt. Damit einem das gegenüber dem Personaler, dem Chef oder den Kollegen nicht passiert, gibt es die Möglichkeit, seine eigene Stimme zu trainieren.

Um in Stresssituationen das Beste aus deiner Stimme heraus zu holen, kannst du mit den folgenden Tipps üben:

  1. Tief einatmen

    Die Atmung stellt für den Ton deiner Stimme ein entscheidendes Element dar. Eine tiefe und entspannende Atmung kann dir dabei helfen, die ideale Stimmmelodie zu finden. Mit einem lang gezogenen „Mhhhhh“ findest du außerdem den Grundton deiner Stimme heraus.

  1. Haltung einnehmen

    Die richtige Haltung sorgt dafür, dass deine Stimme nicht zugeschnürt klingt. Gib ihr genügend Platz, indem du dich aufrichtest. Manchen Menschen hilft es stehend oder laufend zu telefonieren. Es beruhigt und verschafft zusätzlich Selbstbewusstsein.

  1. Bitte lächeln

    Auch die Mimik und die eigene Körpersprache tragen dazu bei, wie deine Stimme klingt. Oft kann bereits ein einfaches Lächeln helfen, damit der Ton deiner Stimme freundlicher und wärmer wirkt.

  1. Schön behutsam

    Pflege deine Stimme und geh behutsam mit ihr um. Genügend Wasser und in der kalten Jahreszeit ein Lutschbonbon, helfen dir dabei deine Stimme zu schonen.

  1. Hör auf dich selbst

    Wenn du den idealen Ton für dich finden möchtest, kann es hilfreich sein, deine Stimme aufzunehmen und sie dir einmal ganz in Ruhe anzuhören. So erkennst du, wann du besonders kompetent klingst und wann nicht.

Der Beruf machts

In Beruf und Karriere kann dich deine Stimme voranbringen oder ausbremsen. Im Betrieb ist die Stimme vor allem dann wichtig, wenn du dein Unternehmen nach außen hin präsentierst oder deine Aufgabe darin besteht, Reden und Vorträge zu halten. Profi-Sprecher wie Politiker, Moderatoren oder Schauspieler haben die Wirkung der eigenen Stimme im Beruf längst für sich entdeckt. Mit einem bestimmten Stimmtaining bauen sie ihre Stimme aus und nutzen so ihr gesamtes Potenzial.

Auch für Berater, Mitarbeiter in Callcentern, Radio-Moderatoren oder Angestellte, die viel Kundenkontakt haben, können Stimmtrainings sinnvoll sein. Hier repräsentierst du das Unternehmen über deine Stimme und die Aussprache deiner Worte. Die Frage „Wie kann ich Ihnen helfen?“ bekommt je nach Betonung, Aussprache und Klang eine andere Bedeutung für den Empfänger. Liegt die Betonung auf dem „Wie“, kann es schnell unfreundlich klingen, wenn nicht gleichzeitig der richtige Ton getroffen wird. Der Hörer kategorisiert so etwas innerhalb kurzer Zeit und wird dementsprechend reagieren. Ein negativer Eindruck ist schwer wieder rückgängig zu machen und kann über kurz oder lang den Ruf schädigen.

Die Stimme kann also nicht nur viel für die eigene Karriere, sondern auch für die des Unternehmens, in dem du arbeitest, tun. Dabei gilt es stets darauf zu achten, den persönlichen Grundton zu finden. Alle Melodien, die zu stark von ihm abweichen, wirken unnatürlich und gekünstelt. Versuche freundlich und kompetent zu klingen, spreche nicht zu laut, nicht zu leise und finde deine ideale Karriere-Stimme!