Den Meistertitel gibt es nicht nur beim Fußball!

Tafel mit der Aufschrift Meisterschule - Meistertitel
verfasst von Ben

Seit Jahren in dem eigenen Beruf festgehalten und irgendwie scheint keine große Veränderung in Sicht zu sein. Warum sie dann nicht einfach selbst herbeiführen? Durch den Erwerb des Meisterbriefes ist das bei über 100 Berufen in Handwerk und Industrie möglich!

Tafel mit der Aufschrift Meisterschule

© contrastwerkstatt – Fotolia.com

Was ist das überhaupt…dieser Meister?

Der Meister ist ein zusätzlicher Berufsabschluss in handwerklichen, künstlerischen, landwirtschaftlichen und technisch-gewerblichen Bereichen. Die Ausbildung zum Meister kann unter folgenden Voraussetzung absolviert werden:

  • Eine Gesellenprüfung wurde in dem handwerklichen, beziehungsweise industriellen Bereich absolviert, in welchem ebenfalls die Meisterprüfung abgelegt werden will (seit der Novellierung der Handwerksordnung in Kraft getreten ist, muss keine anschließende mehrjährige Tätigkeit als Geselle nachgewiesen werden).
  • Die Gesellenprüfung wurde in einem dem angestrebten Meister ähnlichen Bereich absolviert.
  • Eine Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf wurde in dem entsprechenden Bereich bestanden
  • Es liegt eine Gesellen-/Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf vor, welcher jedoch nicht der Fachrichtung der Meisterausbildung entpricht. In diesem Fall müssen jedoch maximal 3 Jahre Berufserfahrung in dem Bereich der Fachrichtung des Meisters vorgewiesen werden können.

Lohnt sich denn so eine Weiterbildung überhaupt?

Seit dem 01. Januar 2004 ist die Meisterpflicht in Deutschland für viele Handwerke abgeschafft, sodass sich Gesellen in diesen Segmenten auch ohne erlangten Meisterbrief selbstständig machen können. Für den Schritt in die Selbstständigkeit ist dieser Titel, für den eine vierteilige Abschlussprüfung notwendig ist, zumindest nicht mehr für jeden notwendig.

Auf der anderen Seite: die Selbstständigkeit ist für einen Meister nicht verpflichtend und so kann er für einen Betrieb zum Aushängeschild werden. Überdies hinaus sind die Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten mit einer solchen Zusatzqualifikation bereits weitaus höher, als ohne. Ebenso zeigt sich dadurch für jeden Vorgesetzten, dass der Arbeitnehmer insofern ein gesteigertes Interesse an seinem Beruf hat (sei es nun in der Industrie, dem Handwerk o.ä.), dass er die Anstrengung für diese Weiterbildung auf sich nimmt. Sollte man jedoch mit dem Meisterbrief in der Hand in dem jeweiligen Betrieb doch einmal unzufrieden sein und keine weitere Chance sehen aufzusteigen, so hat man in vielen Bundesländern die Möglichkeit anschließend zu studieren. Allgemein gehalten ist davon auszugehen, dass sich der Meister durchschnittlich innerhalb von 4 bis 5 Jahren rentiert, jeweils abhängig von der Branche.

Welche Zeit und welche Kosten müssen für den Meistertitel einkalkuliert werden?

Die Dauer für den Erwerb dieser Zusatzqualifikation ist abhängig davon, ob sie in einer Vollzeit (circa ein Jahr), oder einer Teilzeitausbildung (circa 2-3 Jahre) erworben wird. Die Kosten sind ebenfalls nicht pauschal gültig für jeden fachspezifischen Bereich. Zu rechnen sind mit Kosten zwischen 5.000€ und 10.000€, zu welchen noch mögliche Kosten für die Unterkunft, rund 750€ Prüfungsgebühr und die Fahrt zu einer der insgesamt 3000 Meisterschulen in Deutschland hinzukommen. Denn trotz der großen Anzahl an Schulen, kann nicht für jede Fachrichtung der Meister an jeder Schule gemacht werden.

Gibt es eine Förderung für den Meistertitel?

Es gibt sogar insgesamt drei Möglichkeiten zur finanziellen Förderung während des Meisters:

1.Das Meister–BAföG:
Dieser Kredit wird von dem Staat mit 30.5% bezuschusst, das heißt, dass lediglich die folgenden 69.5% zurückzuzahlen sind. Unter bestimmten Umständen können bei einer folgenden Selbstständigkeit auch 66% des Restdarlehens erlassen werden. Weitere Informationen zu dem Betrag, der euch zusteht erhaltet ihr bei dem Bundesministerium für Bildung. Informationen, wo ihr den Antrag hinschicken müsst, bekommt ihr bei eurer örtlichen Handwerkskammer.

2.Die Meistergründungsprämie:
Dabei handelt es sich um eine Bezuschussung seitens des Landes NRW und der Europäischen Union, welche nur bei der Gründung einer erstmalig selbstständigen Vollexistenz geleistet wird. Gekoppelt ist das Angebot an die Bedingung, dass man ein Jahr nach der Auszahlung der Prämie bereits mindestens eine vollversicherungspflichtige Vollzeitkraft für mindestens 24 Monate eingestellt hat.

3.Das Stipendium:
Für diejenigen unter euch, die unter 25 sind und ihrer Gesellenprüfung besser als „Gut“ bestanden haben, gibt es die Möglichkeit, sich bei der Begabtenförderung nach einem Stipendium zu informieren, welches mit 1.700€ pro Jahr berechnet wird.

Ein Tipp: Bei all dem Elan und dem Wunsch, den Meisterbrief in der Hand zu halten, sollte man sich etwas in Geduld üben. Es wird davon abgeraten, die fortführende Ausbildung zum Meister direkt nach der abgeschlossenen Ausbildung zu machen. Der Grund dafür ist einfach. Zum einen fehlt die praktische Berufserfahrung, sodass ihr als zu unerfahren angesehen werdet. Zum anderen sind viele Betriebe noch immer an die Zeit vor der Novellierung der Richtlinien gewöhnt, wodurch sie fachbezogene Berufserfahrung von einem Absolventen der Meisterschule erwarten.

Noch ein Tipp: Auf facebook finden sich die unterschiedlichsten Gruppen von Meisterschülern, die sich mit dem Thema Meisterprüfung, Meisterschulen uvm. auseinander setzen. So könnt ihr viele weitere Tipps aus erster Hand erfahren!

Trotz allem: den Meistertitel in seiner Branche zu haben ist und bleibt ein Qualitätsmerkmal. Wenn ihr dazu weitere Fragen habt, so wendet euch am besten an die Handwerkskammer in eurer Nähe!