Wie geht es nach dem Bachelor weiter?

Bachelor
© MAST - Fotolia.com

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Master, Weltreise oder direkter Einstieg ins Berufsleben – die Möglichkeiten nach dem Bachelorabschluss sind vielfältig und der nächste Schritt will gut überlegt sein.

Erst das Bachelorstudium abschließen, anschließend den Master absolvieren und dann folgt der erste Job – so einfach ist die Rechnung nicht. Viele Studenten jobben nebenbei und starten nach dem Bachelor direkt in den Beruf. Andere arbeiten ein paar Jahre und kehren irgendwann an die Universität zurück, um ihren Masterabschluss nachzuholen und bei rund 70 Prozent aller Universitäts-Absolventen reiht sich das Masterstudium nahtlos an den Bachelor an.

Sie alle haben die Wahl zwischen einem Master, der die Grundlagen ihres Bachelors vertieft, einem interdisziplinär angelegtem Masterstudiengang oder einem, der die Studierenden auf einen vollkommen anderen Berufszweig vorbereitet.

Im Folgenden stellen wir dar, welche Möglichkeiten ihr habt, um euer eigenes Bildungsmosaik zu kreieren.

Das Bachelorstudium

Der Bachelor ist das Grundlagenstudium – er vermittelt die wichtigsten grundständigen Informationen und Arbeitsweisen zum späteren Beruf. Wahlmöglichkeiten gibt es dabei reichlich: deutsche Hochschulen bieten rund 7.300 verschiedene Bachelorstudiengänge an.

Hierbei wird zwischen Ein-Fach-Bachelor und Zwei-Fach-Bachelor unterschieden. Bei ersterem wird ein Fach schwerpunktmäßig studiert oder ein Hauptfach mit einem Neben- oder Ergänzungsfach kombiniert. Beim Zwei-Fach-Bachelor werden zwei Fächer zu gleichen Anteilen studiert, wobei sich der Student meist aussuchen kann, in welchem Fach er seine Bachelorarbeit schreiben möchte. An den meisten Universitäten gibt es zudem einen Optionalbereich oder ein Studium Integrale, in dem beispielsweise Fremdsprachenkenntnisse erworben oder Computerkurse absolviert werden können.

Der Bachelor läuft meist über sechs, manchmal auch über sieben oder acht Semester. Die Länge richtet sich danach, ob ein Praxissemester oder ein Auslandssemester vorgesehen ist.

Berufsleben oder Master?

Ist der Bachelor dann in der Tasche, stellt sich die Frage nach dem nächsten Schritt: direkt arbeiten oder noch zwei Jahre Master? Die Beantwortung dieser Frage hängt zunächst von der individuellen Motivation jedes Einzelnen ab. Viele Studenten haben nach dem Bachelor vom Büffeln genug, wollen arbeiten und endlich eigenes Geld verdienen. Wieder andere streben eine höhere berufliche Position in Forschungsabteilungen von Unternehmen oder als wissenschaftlicher Mitarbeiter an Universitäten an, wofür in der Regel ein Masterabschluss gefordert wird.

Generell gilt, dass es zwar kaum explizit für Bachelorstudenten ausgeschriebene Stellen gibt, viele Unternehmen aber schon mit einem Bachelorabschluss zufrieden sind. So stellen rund vier Fünftel aller Unternehmen auch Bachelorstudenten ein und je größer das Unternehmen ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bachelorabschluss akzeptiert wird.

Weiterführender Master

An deutschen Universitäten haben Absolventen die Wahl zwischen insgesamt 6.700 Masterstudiengängen. Das klingt erstmal viel, jedoch sind Studierende durch ihr Bachelorstudium immer zu einem gewissen Grad eingeschränkt.

Entscheiden sie sich für ein Masterprogramm, welches auf ihrem zuvor abgeschlossenen Bachelor aufbaut, kommt es jedoch hauptsächlich auf die Note an, mit der der Bachelor abgeschlossen wurde. Master besitzen im Vergleich zu Bachelorstudiengängen häufig einen niedrigeren NC, jedoch gibt es auch hier eine deutliche Tendenz nach oben.

Auch hierbei gibt es zahlreiche Wahlmöglichkeiten: wurde ein Zwei-Fach-Bachelor absolviert, können meist beide Fächer weiterstudiert oder nur eins der beiden weitergeführt werden. Bei den meisten Masterstudiengängen gibt es zudem die Auswahl zwischen bestimmten Spezialisierungen und Schwerpunktsetzungen. So gibt es beispielsweise an der Ruhr-Universität Bochum viele verschiedene sozialwissenschaftliche Masterprogramme im Ein-Fach-Modell.

Viele Masterprogramme an Universitäten sind eher forschungsorientiert, während Fachhochschulen häufig praxisnähere Masterprogramme anbieten. Universitäten müssen sich jedoch nicht festlegen und so haben viele Master eine eher breite Ausrichtung und qualifizieren sowohl zur Praxis als auch zur Forschung.

Auch für die Studienleistungen im Master gibt es so genannte Credit Points. Je nach Universität und Studienprogramm beinhaltet der Master meist 120 Credit Points, von denen rund 30 pro Semester abgeleistet werden sollten. Bei vielen Masterprogrammen haben Studenten mehr Wahlmöglichkeiten als im Bachelor, Pflichtmodule gibt es jedoch auch hier.

Fachfremder Master

Wird dazu tendiert, sich mit dem Master noch einmal umzuorientieren, hat man die Wahl zwischen verschiedenen Alternativen. Zum einen gibt es interdisziplinäre Masterstudiengänge wie die Gender Studies. Diese kann jeder studieren, der einen Bachelorabschluss in einem geistes-, kultur-, sprach- oder sozialwissenschaftlichen Fach hat.

Zum anderen besteht die Möglichkeit, ein völlig anderes Fach zu studieren. Solche Fächer sind zum Beispiel die African Studies an der Universität Leipzig oder Barrierefreie Systeme an der FH in Frankfurt.

Die Auswahl an vergleichbaren Mastern ist groß. Jedoch sollte unbedingt vorher auf die Zulassungsvoraussetzungen geachtet werden. Diese können eine festgelegte Zahl an Credit Points in einem bestimmten Bereich oder ein ausführliches Motivationsschreiben beinhalten.