Arbeits – Hypochonder olé!

Frau zwischen Aktenbergen - Arbeit überstehen
verfasst von Ben

Beschäftigt aussehen, ohne es zu sein!

Wir kennen es und haben es selbst gepredigt: Nach einer Feier oder nach einer durchzechten Nacht ist es mehr als schädlich für deine Karriere, wenn du die Arbeit sausen lässt – vor allem, wenn das Büro von deiner Eskapade weiß. Also quälst du dich durch die Eingangstür des Unternehmens, das immer gleiche Mantra im Kopf:

„Alles für die Karriere! Ich liebe meinen Job. Alles für die Karriere! Ich liebe meinen Job …“

Verschiedenfarbige Drinks

©maxsol7_Fotolia

Völlig übermüdet und mit Augenringen, die bereits den Boden streifen, sitzt du dann an deinem Arbeitsplatz – aber es will einfach nichts so, wie du es willst. Der Tag ist für die Tonne, die Produktivität dahin.

Oder hast du einfach einen dieser Tage, an denen deine Motivation mit dem Sangria-Eimer auf Malle am Strand liegt und dich einfach am Schreibtisch zurückgelassen hat? Egal um welchen Fall es sich handelt, du kannst es dir einfach nicht erlauben, herumzulungern und nichts zu tun. Wenn du schon nichts vernünftiges machen kannst, dann soll es wenigstens so aussehen, als wärst du beschäftigt. Schließlich gilt es den Ruf als strebsamer Mitarbeiter nicht zu ruinieren und dem Vorgesetzten zu zeigen, dass das monatlich investierte Geld gut angelegt ist.

Das Unternehmen und deine Kollegen brauchen dich!

Es ist an der Zeit ihnen zu zeigen, wie wichtig du wirklich bist – unabhängig von deiner Tagesform. Wir haben dir dafür die optimalen Tipps zusammengestellt:

Tipp 1: Zeig` deinen Stress!

More Drama Baby! Da hat Bruce Darnell schon ganz recht. Ganz normal kann wirklich jeder den Flur entlangschlendern – aber doch nicht du! Du bist schließlich schwer beschäftigt. Also lege einen entsprechenden Blick auf, beschleunige deine Schritte und schnapp dir einen Ordner oder wichtig aussehende Dokumente. Statt dem Catwalk gibt es heute deine dramatischen Läufe über den Flur.

Tipp 2: Status Quo: V.I.P.

Du hast ein Headset bei der Arbeit? Perfekt! Dann hast du dein neues Schreibtisch-Accessoire gefunden, denn es wird für deine Zeit am Schreibtisch deinen Kopf nicht verlassen. Wenn gerade keiner anruft, tust du einfach so als ob.

Wenn du kein Headset hast, dann nimmst du hin und wieder mit einem genervten Blick den Höhrer in die Hand und tust so, als würdest du wichtige Telefonate führen.

 

Ganz wichtig: In beiden Fällen wirkt der V.I.P.-Status noch überzeugender, wenn du dir Notizen machst – oder eben wichtige Kritzeleien anfertigst. Der Vorteil: Sollte jemand sich einmal in dein Büro verirren, dann kannst du ganz wichtig auf den Telefonhöhrer verweisen und auch dieser potenziellen Aufgabe aus dem Weg gehen.
Aber Obacht: Das Telefon sollte auch angeschlossen sein und nach Möglichkeit nicht klingeln, wenn du gerade deine oskarreife Vorstellung gibst!

Tipp 3: Mr. & Mrs. Busy Busy

Punkt 1:
Was für ein Stress! Damit deine Kollegen auch wirklich sehen, wie schlimm dein Arbeitsalltag aussieht, ist ein Terminkalender unabdingbar! Den malst du am besten mit Textmarkern schön bunt an (kostet schließlich auch Arbeitszeit) und trägst dort Termine mit hochwichtig klingender Bezeichnung ein. Pass aber auf! Ein „15.00 Uhr zum Frisör“ solltest du vermeiden. Besser ist: „15.00 Uhr wichtige Besprechung mit Fr. XY zur Abwendung von ökologischen Katastrophen in gepflegten Biotopen.“ – zumindest klingt das schon viel professioneller.

Richtiges Verhalten im Meeting - höflich für eine gute Zusammenarbeit

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Punkt 2:
Kein Meeting auslassen und dabei konsequent Notizen machen. Wenn gerade kein Meeting ansteht, dann einfach selbst welche veranlassen – zum Beispiel die wichtige Rücksprache zur Abwendung von Naturkatastrophen…

Tipp 4: Nicht einfach nur Kaffeepausen

Wer zu lange am Kaffeeautomaten steht, der kann schon einmal seine Karriere riskieren. Was jedoch ganz anders wirkt: Die geschäftliche Rücksprache mit den Arbeitskollegen! Während du deiner Büro-Lästerschwester von der durchzechten Nacht erzählst, lässt du einfach ein paar Jobstichworte etwas lauter fallen – vor allem, wenn sich dein Chef in der Nähe befindet.

Tipp 5: Es hat niemand die Absicht eine Mauer zu errichten

Chaotischer Schreibtisch

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…abgesehen von dir. Du stapelst Aktenordner (staubfrei!!!) und große Büropflanzen auf deinem Schreibtisch. Denk daran, die Sicht auf die Uhr nicht zu versperren, sonst verpasst du noch deinen Feierabend. Wenn du damit fertig bist, solltest du zur Tarnung dann und wann einfach einmal ein paar Zeilen tippen. Ansonsten hast du nun den geschützten Bereich, in dem du nach eigenem Gutdünken schalten und walten kannst.

Tipp 6: Spam deluxe!

Was klingt, neben einem permanent klingelnden Telefon, noch mehr nach Stress, als das konsequente Ankommen von E-Mails? Eben, nichts. Also fang an E-Mails zu schreiben – am besten an Menschen, die auch direkt antworten.

Tipp 7: Stöhnen auf höchstem Niveau!

Hier sind deine schauspielerischen Fähigkeiten bis auf das Äußerste gefordert! Jammer, mecker und vor allem stöhne darüber, wie viel du zu tun hast! Hier ein paar Best-of-Sätze für deine Kreativität:

  • „Immer klingelt das Telefon! Ich komm zu nichts heute!“
  • „Klar, wen trifft es sonst, wenn nicht mich?! Hab ja sonst nichts zu tun!“
  • „Oh man…wie soll ich diesen Berg an Arbeit bloß noch bewältigen können??“
  • „So eine Sch#?/@!! Wie soll ich denn bei dem lahmen PC noch fertig werden?! Da kann ich wieder bis in die Puppen arbeiten!“
  • „Nee, ich brauch jetzt erst einmal ´nen Kaffee. Es reißt einfach nicht ab.“
Das schlimme Jobinterview

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Wer so nicht glaubt überzeugen zu können, der lässt einfach einmal den Choleriker raus und staucht (bitte harmlos und oberhalb der Gürtellinie!!!) seine Kollegen zusammen, um sich hinterher reumütig zu entschuldigen – im Eifer des Gefechts und bei all dem Stress wäre dir das soeben rausgerutscht.

Mit diesen Tipps solltest du mindestens den einen Ausnüchterungstag auf der Arbeit überstehen. Aber pass auf, dass du nicht erwischt wirst! Denn gleichwohl zwischenzeitliche Ruhephasen im Arbeitstag laut Studien die Produktivität fördern sollen, sieht dein Chef das gar nicht so gerne.