Auslands-Bewerbungsgespräch: 5 Tipps für einen überzeugenden Auftritt

Hände schütteln Auslands-Bewerbungsgespräch
verfasst von Gastautor

1. Die Wahl deines Jobs im Ausland

Wir nehmen natürlich nicht an, dass du nicht weißt, in welchem Land oder in welcher Region du gerne arbeiten und leben willst. Was wir dir vielmehr als Herz legen wollen ist, dass du dich umfassend mit dem Zielland beschäftigen solltest, bevor du versuchst dort einen Job zu finden.

Überlege dir ganz genau, warum du dieses Land schätzt und wieso du genau dort hin willst. Es kann gut sein, dass dich die Personaler genau das fragen werden. Mach‘ deine Hausaufgaben und zwar nicht nur was das Unternehmen betrifft. Du solltest auch über Geschichte und Kultur des Landes Bescheid wissen und dir einen Überblick über die aktuelle wirtschaftliche und politische Lage verschaffen.




2. Gepflogenheiten im Auslands-Bewerbungsgespräch

Im heimischen Kulturkreis ist es recht einfach zu wissen, was als höflich und unhöflich oder gar als No-Go gilt. Doch selbst hier muss man sich als Bewerber vorher oft nochmal kurz informieren, um zu wissen, wie man sich am besten verhalten sollte. Umso komplizierter ist das in einem unbekannten Kulturkreis.

Wir können natürlich keine umfassende Auskunft über alle Gepflogenheiten oder Do’s und Don’t’s ausländischer Business-Unterhaltungen geben. Das nähme schier unfassbare Ausmaße an, schließlich gibt es ganze Studiengänge zu interkultureller Kommunikation. Was wir aber können, ist dir eine kurzen Überblick zu einigen wichtigen Destinationen zu geben, vielleicht ist für dich ja direkt die richtige dabei:

  • Bewirbst du dich für einen Job in Großbritannien, sei auf jeden Fall pünktlich! Wenn du zu spät eintriffst, kannst du eigentlich gleich an der Türschwelle wieder kehrtmachen. Pflege außerdem einen ruhigen Tonfall; ein zu lautes Organ ist zu einnehmend und daher unhöflich. Des Weiteren solltest du dich auf eine Prüfung deines Fachwissens und deiner Soft Skills einstellen.
  • Chinesische Personaler legen hingegen unheimlich viel Wert auf das äußere Erscheinungsbild. Sehr schlicht soll es sein. Gedeckte Farben, keine High Heels, nicht zu viel Haut. Auch dein Auftreten sollte nicht so auffällig sein. Vermeide ausholende Gesten und mit der Hand auf Menschen zu zeigen.
  • Argentinische oder österreichische Personaler und potentielle Vorgesetzte beim Bewerbungsgespräch ohne Titel anzusprechen, ist genauso ein Schuss ins Aus.
  • Außerdem ist es in einigen Ländern, etwa im Vereinigten Königreich, in den USA und der Schweiz, für Personalverantwortliche uninteressant über Gehalt, Sozialleistungen oder Urlaubsansprüche zu sprechen. Dafür ist noch Zeit, wenn der Vertrag ausgehandelt wird.

Ist dein Zielland nicht dabei oder benötigst du ausführlichere Informationen? Dann solltest du dafür gezielt nach Auskünften auf Blogs und bei sogenannten Expats suchen. Es ist wichtig, sich durch mehrere Quellen mit den kulturellen Eigenheiten deines Ziellandes vertraut zu machen.

Pro-Tipp: Google nach Bewerbungstipps auf Seiten des Ziellandes oder gleich einem umfassenden Business-Knigge, die Tipps für Einheimische geben. Da hast du die Informationen aus erster Hand, jedoch musst du dich dafür in deren Köpfe versetzen. Manches wird für dich vielleicht selbstverständlich klingen, manches wird nicht angeführt werden, weil es vor Ort vorausgesetzt wird.

3. Sprachkenntnisse für das Auslands-Bewerbungsgespräch

Flüssige Englischkenntnisse sind das unabdingbare Muss für ein potentielles Arbeitsverhältnis im fremdsprachigen Ausland. Es sei denn, du sprichst die (bzw. eine der) Landessprache(n). Egal auf welchem Niveau du die Zielsprache bereits beherrschst, auffrischen oder die Basics aneignen kann nie schaden.

Das klappt – speziell bei der Vorbereitung auf ein mündliches Gespräch – am besten mit einem Tandem-Sprachpartner. Ist die Zielsprache die Muttersprache des Tandempartners / der Tandempartnerin, bekommst du vielleicht noch sinnvolle Aussprachetipps oder eine genaue Auskunft über eventuelle Fehler, die du noch machst.

Außerdem schadet ein Blick ins Vokabelheft nicht. Speziell die wichtigsten Geschäfts- und Branchenvokabeln sind erforderlich. Eigne dir passende Ausdrücke an, damit du nicht in einen Small Talk fällst, indem du ständig you know, actually und kind of sagst.

4. Auslands-Bewerbungsgespräch via Skype

Viele Unternehmen setzen mittlerweile auf Videotelefonie, um Bewerber kennen zu lernen. Das spart Zeit und Anfahrtskosten. Allerdings fallen dabei viele Dinge weg, die normalerweise Auskunft über die Eignung eines Kandidaten geben.

Der oftmals noch unterschätzte Händedruck und teilweise auch die Körperhaltung und Präsenz eines jeden Bewerbers kommen nicht zur Geltung. Eigentlich können Personaler nicht mal sehen, ob der Kandidat eine Hose trägt. Ok, Spaß beiseite.

Dafür bietet das Skype-Gespräch auch Vorteile. Beispielsweise kannst du dir Notizen machen, die dein Gegenüber nicht sehen kann. So kannst du unauffällig von diesen ablesen. Außerdem bist du zuhause vielleicht (oder wahrscheinlich ganz sicher) entspannter, als in einem fremden Büro. Möchtest du überzeugen, solltest du im Übrigen in die Kamera schauen, um Blickkontakt aufzubauen und nicht auf das Display.

Wie wir aber alle wissen: Die Technik macht nicht immer das, was wir wollen. Nimm dir also genügend Zeit alles einzustellen und zu prüfen:

Wie sieht der Hintergrund aus?
Kann man dich gut sehen?
Passt die Auflösung? Sieht das Bild professionell aus?
Funktioniert der Ton?
Hast du eine zufriedenstellende Internetverbindung?




5. Übernahme der Reisekosten

Lädt dich das Unternehmen zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch ein, ist das erst einmal sehr gut. So kannst du dir nämlich bereits einen ersten Eindruck von der neuen Umgebung verschaffen. Zudem stellt sich die Frage, ob der Betrieb nicht auch die Fahrtkosten für die An- und Abreise übernimmt. Eine klare Antwort gibt es zu diesem Thema nicht.

Jede Firma kann selbst über die Handhabung einer solchen Kostenübernahme entscheiden. Daher ist es sicherlich nicht verkehrt, die eventuelle Reisekostenerstattung im Vorfeld abzusprechen. Falls du selber für die Anreisekosten aufkommen muss, kannst du sie immerhin steuerlich absetzen.

Das finden andere Leser interessant: