Freiwilligendienst im Ausland

Freiwilligendienst Ausland Feuerwehrauto

Suchst du nach einer möglichen Beschäftigung nach dem Abi? Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Entweder du bist dir über deine Berufsorientierung noch nicht im Klaren. Oder dein Studienstart beziehungsweise der Beginn deiner Ausbildung liegt noch in ferner Zukunft. Damit du deine Zeit sinnvoll nutzen kannst, ist möglicherweise der Freiwilligendienst im Ausland genau die Herausforderung, nach der du gesucht hast.

Was ist ein Freiwilligendienst im Ausland?

Ein Freiwilligendienst im Ausland kannst du in verschiedenen Bereichen, die einem gemeinnützigen Zweck dienen, leisten. Die Arbeit an einem sozialen, kulturellen oder ökologischen Projekt steht dabei im Vordergrund.

Da es sich in der Regel um ein ehrenamtliches Engagement handelt, wird diese Arbeit nicht oder nur gering vergütet. Vor allem in diesem Aspekt liegt der Unterschied zu einer internationalen beruflichen Tätigkeit und der Entwicklungsarbeit.

Bei dem Projekt wirst du Arbeitskräfte vor Ort in ihrer Tätigkeit unterstützen. Zusammen mit weiteren Freiwilligen bist du in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Es besteht aber auch die Möglichkeit, bei einer Gastfamilie unterzukommen. In Abhängigkeit von der Organisation kannst du zwischen verschiedenen Rahmenbedingungen auswählen.

Zwischen den folgenden Freiwilligendiensten im Ausland kann unterschieden werden:

  • Anderer Dienst im Ausland (ADiA)
  • Diakonisches Jahr im Ausland
  • Freiwilligens Soziales Jahr (FSJ) im Ausland
  • Freiwilligens Ökologisches Jahr (FÖJ) im Ausland
  • Europäischer Freiwilligendienst (EFD)
  • Friedensdienst für Ältere im Ausland
  • Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD)
  • Kulturweit
  • Missionar auf Zeit
  • Weltwärts
  • Workcamps
  • WWOOF

Bei den jeweiligen Förderprogrammen gibt es unterschiedliche Projektschwerpunkte und Voraussetzungen. Zudem können sich Dauer und Einsatzorte unterscheiden. Informiere dich darüber am besten direkt bei den Organisationen, die die genannten Förderprogramme anbieten. So bekommst du einen geeigneten Überblick.

Neben den vielen Erfahrungen, die du in dieser Zeit sammeln kannst, wird das Arbeiten im Ausland deiner Persönlichkeitsentwicklung dienen. Darüber hinaus lernst du eine andere Kultur kennen und kannst deinen Horizont erweitern. Dir sollte jedoch bewusst sein, dass die Kultur, die du kennenlernen wirst, sich maßgeblich von Deiner unterscheidet. In vielen Einsatzorten herrschen deutlich ärmere Umstände als in Deutschland.

Freiwilligeneinsätze Ausland: Dauer

Die Dauer eines Freiwilligendienstes im Ausland variiert zwischen den verschiedenen Organisationen und Tätigkeitsgebieten. Wie lange der Dienst im Einzelnen dauern soll, kann jedoch jeder Teilnehmer selbst bestimmen. In der Regel kannst du einen Zeitraum zwischen zwei Wochen und zwei Jahren wählen.

Bei der Freiwilligenarbeit kann ebenso ein Zeitraum von einem halben Jahr oder zwölf Monaten gewählt werden. Dies kann sowohl von deinen Anforderungen als auch von den Projekten abhängen.

Freiwilligendienst im Ausland: Organisation finden

Es gibt eine Vielzahl an Organisationen, die dir bei einem Freiwilligeneinsatz zur Verfügung stehen. Bei der Auswahl einer Organisation solltest du darauf achten, dass diese in dem Bereich engagiert ist, für den du dich am meisten interessierst. Außerdem spielt das Land, in dem du gerne freiwillig tätig sein möchtest, eine entscheidende Rolle. Nicht jede Organisation ist in jedem Land zu finden.

Manche Organisationen haben sich auf bestimmte Länder beziehungsweise Regionen und Tätigkeitsgebiete spezialisiert. Auf diese Weise können eine fachgerechte Beratung und Arbeit gewährleistet werden. Diese Informationen kannst du auf der jeweiligen Webseite nachschauen.

Bei Freiwilligendiensten im Ausland ist die Organisation besonders sorgfältig auszuwählen. Einige Organisationen bietet sowohl staatlich geförderte als auch private Projekte an. Damit der Freiwilligeneinsatz ein Erfolg wird, solltest du dir eine Organisation suchen, die zu dir und deinen Anforderungen passt.

Grundsätzlich kann zwischen Projekten von Organisationen, die staatlich gefördert werden, und privaten Projekten unterschieden werden.

Staatlich geförderte Projekte und Organisationen:

Bei staatlich geförderten Projekten oder Organisationen werden ein Teil der Kosten oder sogar die gesamten Kosten des Freiwilligendienstes im Ausland übernommen. Häufig musst du jedoch einen finanziellen Beitrag selbst tragen. Möglicherweise hast du begrenzte Auswahlmöglichkeiten bezügliches des Landes und des Projektes.

Auch wird in den meisten Fällen der Zeitraum, in dem du im Ausland eingesetzt wirst, vorgeschrieben. Allerdings werden häufig Freiwilligendienste im Ausland gefördert, die eine Mindestdauer von sechs Monaten vorweisen.

Private Organisationen und Projekte:

Im Gegenzug hast du bei privaten Projekten oder Organisationen in den meisten Fällen die Möglichkeit, das Zielland, den Standort und die Einsatzstelle auszuwählen. Beachte jedoch, dass in diesem Fall höhere Kosten auf dich zukommen können. Unter Umständen können mehrere Tausend Euro anfallen.

Die Länder für Freiwilligendienste im Ausland:

Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass du in fast jedem Land ehrenamtlich tätig werden kannst. Es ist empfehlenswert, sich im Vorhinein über die Geschichte und die politischen Strukturen im Land zu informieren.

Im Folgenenden findest du einige Einsatzorte, in denen deutsche Freiwilligendienste tätig sind:

  • Afrika
  • Asien
  • Nordamerika
  • Europa
  • Kaukasus
  • Lateinamerika & Karibik
  • Pazifik & Ozeanien (Australien & Neuseeland)

Voraussetzungen für den Freiwilligendienst

In Abhängigkeit von den verschiedenen Organisationen kannst du mit unterschiedlichen Voraussetzungen rechnen. Ebenso bei den Tätigkeiten kann es eine Begrenzung geben. In den meisten Fällen wird allerdings ein Mindestalter von 18 Jahren vorausgesetzt. Ein bestimmter Schulabschluss wird nicht benötigt, um den Freiwilligendienst im Ausland anzutreten.

Bei geförderten Freiwilligendiensten wird meistens eine Altersobergrenze von 30 Jahren gesetzt. Insbesondere bei privaten Organisationen gibt es diese Eingrenzung nicht.

Möglicherweise sind für ausgewählte Projekte Erfahrungen in bestimmten Gebieten wie beispielsweise im Handwerk sinnvoll oder wünschenswert. Grundsätzlich sind die Anforderungen bei Freiwilligendiensten, die mit einer Förderung verbunden sind, meist höher. Davon solltest du dich jedoch nicht abschrecken lassen.

Wichtig sind vor allem ausreichend Motivation und Engagement für die sozialen Projekte im Ausland.

Voraussetzungen für den Auslandsaufenthalt

Wenn du dich für ein Land und eine Organisation entschieden hast, gibt es möglicherweise weiter Voraussetzungen, die du erfüllen musst. Hierzu gehört unter anderem eine Aufenthaltsberechtigungen, die deinen Aufenthalt über den vereinbarten Zeitraum in dem Land erlaubt.

Weiterhin solltest du dich um eine geeignete Krankenversicherung kümmern. Ebenso kannst du über eine Reiseversicherung nachdenken, die im Falle einer Krankheit für die entstandenen Kosten aufkommt. In Abhängigkeit von dem ausgewählten Land solltest du dich über die Impfungen informieren, die für ein Aufenthalt benötigt und empfohlen werden.

In Abhängigkeit von dem Gastland können weitere Bescheinigungen notwendig sein. Achte hier darauf, genügend Zeit einzuplanen.

Bewerbung und Ablauf eines Freiwilligendienstes im Ausland

Der Ablauf einer Bewerbung ist bei den meisten Freiwilligendiensten ähnlich. Informiere dich vorab über die jeweiligen Bewerbungsfristen und Voraussetzungen. Diese können je nach Organisation variieren. Deine Bewerbung ist mit einer Bewerbung auf ein Praktikum oder eine Stellenausschreibung zu verglichen. Bei privaten Freiwilligendiensten kann tendenziell eher mit einer Anmeldephase gerechnet werden.

Zudem enden die Bewerbungsfristen bei geförderten Programmen in den meisten Fällen deutlich früher. Für dich bedeutet das, dass du genügend Vorlaufzeit einplanen solltest, sofern du bei einem öffentlich geförderten Freiwilligendienst teilnehmen möchtest. Es ist zu empfehlen, ca. neun Monate im Vorfeld mit der Bewerbung und Organisation zu beginnen.

Nach einer erfolgreichen Bewerbung beziehungsweise Anmeldung kommt die Vorbereitungsphase, in der in den meisten Fällen verpflichtende Vorbereitungsseminare sattfinden. Ebenso können im Gastland Begleitseminare und in der Nachbereitung Seminare angeboten werden. Auf diese Weise wirst du bei deinem Freiwilligendienst über den ganzen Zeitraum betreut und begleitet.

Die Bewerbung und die Vorbereitung werden von Entsende- oder Trägerorganisationen übernommen. Diese arbeiten mit den jeweiligen Organisationen zusammen.

Fazit zum Freiwilligendienst im Ausland

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass du eine Vielzahl an Möglichkeiten hast, wenn du dich für ein Freiwilligendienst im Ausland entscheidest. Hier stehen dir sowohl verschiedene Projektbereiche, Organisationen und Einsatzorte zur Verfügung. In einigen Fällen kannst du ebenfalls über den Zeitpunkt und die Dauer entscheiden. Insbesondere bei staatlich geförderten Freiwilligeneinsätzen im Ausland sind die Rahmenbedingungen vorgegeben.

Nichtsdestotrotz sammelst du in jedem Fall eine Menge wertvolle Erfahrungen, die dir in deinem privaten als auch beruflichen Leben weiterhelfen werden. Darüber hinaus hast du etwas Guten geleistet und einen Beitrag zu einer besseren Welt gegeben. Möglicherweise hilft dir der Freiwilligendienst auch bei deiner Berufsorientierung. Insgesamt ist der Freiwilligendienst nach deinem Abitur eine gute Möglichkeit.

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