Wirtschaftskrise vs. Fachkräftemangel – Chancen auf dem Ausbildungsmarkt?

Ausbildungsmarkt
verfasst von Ben
© ferkelraggae - Fotolia.com

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Die Mehrheit aller jungen Menschen hat Angst, keinen Ausbildungsplatz zu finden. Beschleicht auch dich beim Gedanken an deine berufliche Zukunft leise Panik? Dann kannst du jetzt aufatmen – Es wird ein Anstieg der Ausbildungsplätze prognostiziert.

Seit der Weltwirtschaftskrise 2007 steigt die gefühlte berufliche Unsicherheit. Arbeitnehmer, die vorher noch entspannt auf ihre Rente gewartet haben, sehen sich plötzlich mit der eigenen Arbeitslosigkeit konfrontiert.

Auch Schulabgänger und Berufseinsteiger werden immer unsicherer. Welcher Beruf ist der Richtige für mich? Finde ich überhaupt einen Ausbildungsplatz? All diese Fragen beschleichen Jugendliche, wenn sie über ihre Zukunft nachdenken.

Die Lücke zwischen Bewerbern und Ausbildungsplätzen wird immer kleiner

Es wird in Deutschland leichter, einen Ausbildungsplatz zu finden. Meldete die Bundesagentur für Arbeit im Ausbildungsjahr 2004/05 noch über 100.000 fehlende Ausbildungsstellen, so waren es 2011/12 nur noch 43.000.

Doch noch steigt die Zahl der Bewerber, die keine Lehrstelle finden und die Zahl der unbesetzten Lehrstellen. So blieben 2011/12 6,4% aller Ausbildungsplätze unbesetzt, während 2,9% aller Bewerber keinen Ausbildungsplatz fanden. Doch woran liegt das? Viele Bewerber versteifen sich auf den einen Traumberuf.  Dabei berücksichtigen sie viele andere, vielleicht genauso attraktive, Ausbildungsberufe nicht bei ihren Bewerbungen. Es wollten 2010 zum Beispiel 3.459 Jugendliche eine Lehre zum Tierpfleger beginnen, dabei gab es nur 388 Ausbildungsplätze.

Auf der anderen Seite gibt es viele Ausbildungsberufe, die zu Unrecht unter einem schlechten Image leiden und deutlich mehr Ausbildungsplätze als Bewerber zur Verfügung stellen können.

Folgende Ausbildungsberufe leiden schon jetzt unter einem massiven Bewerbermangel:

  • Bank- und Versicherungskaufleute
  • Fleisch- und Fischverarbeiter
  • Bäcker und Konditoren
  • Köche
  • Elektriker
  • Montierer
  • Reinigungsberufe
  • Werkzeugmacher
  • Kellner
  • Straßen- und Tiefbauer

Positive Zukunftsprognose für den Arbeitsmarkt

Die Lage am Ausbildungsmarkt wird sich voraussichtlich in den nächsten Jahren weiterhin massiv verbessern. Grund dafür ist der sonst meist im negativen Kontext thematisierte demographische Wandel.  Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass die Menschen in Deutschland schon seit Jahren einerseits immer weniger Kinder bekommen und andererseits wegen des medizinischen Fortschritts immer länger leben. Somit steigt das Durchschnittsalter der Deutschen immer mehr an und die Bevölkerungszahl sinkt.

Diese Entwicklung kommt nun den Auszubildenden zu Gute: bald schon werden mehr Leute in Rente gehen, als es Berufsanfänger gibt. Wenn keine Jobs gestrichen werden, wird es dann mehr Arbeitsplätze als Mitarbeiter geben.

Somit können viele Menschen aufatmen: das Risiko der Arbeitslosigkeit wird wahrscheinlich sinken. Stattdessen sind nun die Betriebe an der Reihe, sich gute Strategien zu überlegen, um qualifizierte Arbeitskräfte zu bekommen und zu halten.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) prognostiziert eine erhebliche Abnahme der Zahl der erwerbsfähigen Deutschen ab 2015. Der schon vorhandene Fachkräftemangel könnte dadurch noch mehr ansteigen.

Nutze deine Chancen richtig

Jedoch brauchst du natürlich erst einmal eine gute Ausbildung, bevor du in ein paar Jahren von den neu entstehenden Möglichkeiten profitieren kannst. Du musst zunächst investieren und dich anstrengen, um später zu den begehrten Fachkräften zu gehören und von den Firmen mit hoch bezahlten Jobs umworben zu werden. Wenn du keine Qualifikationen hast, bekommst du auch keinen Job – trotz Überangebot.

Also nutze deine Möglichkeiten und sähe heute die Samen für die Früchte, die du morgen ernten willst!